Erster Street Food Markt in Essen

Es passt uns ganz gut, dass ich mich im Datum geirrt habe und wir gar nicht am Sonntagabend, sondern erst Mittwoch auf dem Konzert in Köln sind. So haben wir nicht nur einen gemütlichen Abend gewonnen, sondern außerdem auch nicht so viel Stress auf dem Street Food Markt. Dem ersten Street Food Markt in Essen, um genauer zu sein, auf einem ehemaligen Krupp-Gelände im Westviertel, das sich jetzt “Schöner Alfred” nennt.

Street Food Märkte sind ja der neue heiße Scheiß, das nächste große Ding. In Duisburg gibt’s einen, in Düsseldorf und Köln, in Berlin sowieso. Jetzt dankbarerweise auch in Essen. Wir parken auf der Frohnhauser Straße und folgen den Schildern, die uns zum schönen Alfred leiten sollen. Dann sehen wir die Schlange. Einmal bis zur Straße und dann noch mal um die Ecke mindestens genauso weit. Wo wir jetzt aber schon mal hier sind, gucken wir erst mal, reihen uns hinten ein und sind innerhalb von ungefähr sieben Minuten am Eingang. Ich zahle sechs Euro Eintritt für zwei Personen und dann stehen wir auf dem Gelände vom schönen Alfred und wären dann bereit für etwas zu essen.

Schilder

Natürlich ist es auch drinnen voll. Sehr voll sogar. Besonders beliebt scheinen mir die Burgerstände. Es gibt normale Burger, Kimchi-Burger, bei denen der Inhalt statt zwischen zwei Brötchenhälften zwischen zwei Nudelplatten steckt. Burger mit Rind, Burger mit Meeresfrüchten, Burger mit beidem.

Kimchiburger

Wir sondieren erst mal die Lage, drängeln uns bis hinten durch, schauen mal in die Innenräume und entscheiden uns dann für einen Stand vom Turboimbiss mit weniger langer Schlange, bei dem es asiatische Dampfbrötchen mit karamellisiertem Schweinebauch gibt. Irgendwann gab es hier auch mal asiatische Dampfbrötchen mit vegetarischer Füllung, die sind aber aus. Während ich in der Schlange stehe, holt der werte Herr Gemahl Getränke. Mate für mich, Bier für ihn. Bei mir geht’s immer noch nicht voran. Der Stand wird von zwei Herren besetzt, die mit der Dampfbrötchenproduktion kaum hinterherkommen. Nebenan werden Tacos gemacht, ich helfe dabei, das improvisierte Schild mit “NO VEGGIE!” an den Wagen zu kleben, damit sich keiner umsonst anstellt und bekomme dann meine Dampfbrötchen. Eine kleine Portion für 4,50 Euro, aber letztlich kommt es ja auf den Geschmack an. Außerdem wollen wir ja vieles probieren, da muss man sich den Magen nicht zwangsläufig vollschlagen.

Dampfbrötchen

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Aber: Lecker ist das! Echtjetzma! Butterweiches, anscheinend tagelang geschmortes Fleisch, mit Salat, Erdnüssen, Sesam und leckerer Soße. Wir sind beide sehr angetan, das Brötchen ist samt Inhalt schnell im Magen verschwunden und wir suchen weiter.

In einer Art Nische finden wir die Stände vom Zodiac und einen Stand, an dem es Sate-Hühnchen gibt. Sate-Hühnchen ohne Spieß, erklärt man mir. Man hätte relativ schnell eingesehen, dass man mit dem Aufspießen sehr viel Zeit verbringen würde und hätte es dann einfach gelassen. Außerdem könnte man so besser teilen. Ich erfahre auch noch, dass die Erdnusssauce nicht mit Erdnussbutter, sondern nur mit gerösteten Erdnüssen hergestellt wurde und dann ist alles fertig und ich kann das Schälchen mit an den Stehtisch nehmen. Auch hier, ein bisschen klein die Portion für 4,50 Euro, aber auch hier gibt es geschmacklich nichts zu beklagen.

Grill

Sate

Als nächstes flüchten wir in den Innenraum, denn es ist zwar wunderbar sonnig, aber auch sehr kalt. Innen gibt es nicht nur viel Platz zum Sitzen, sondern auch den Stand von An Banh Mi, der bei mir ganz oben auf der To-Eat-Liste steht. Also, das, was es dort gibt, nicht der Stand selber. Stände kann man nicht gut essen. Vietnamesisches Sandwich also. Ich stehe wieder in einer Schlange, hinter mir Leute, die anscheinend viel Bock auf oder zumindest kein Problem mit Körperkontakt haben. Im Gegensatz zu mir. Nebenan wird bei Chilees irgendwas koreanisches gemacht, ganz ohne Schlange, sieht aber auch lecker aus. Wenn ich nicht unbedingt dieses Sandwich haben wollen würde, würde ich jetzt schnell den Stand wechseln.

An Bahn Mi

Koreanisches Dings

Am Stand

Aber dann darf ich auch schon bestellen, die Winkekatze winkt mir zu und ich nehme das vietnamesische Sandwich mit Chili Beef in Empfang. Auch hier: Lecker. Bisher war alles lecker, frisch gemacht, gut gewürzt, etwas kleine, aber eigentlich sehr gut kalkulierte Portionen. Es ist Street Food, für auf die Hand, alles fünf Euro und drunter. Da kann man nicht meckern.

Winkekatze

Vietnamesisches Sandwich

Wir holen uns noch zwei Bier, und gehen wieder raus in die Kälte. Bisher sind wir ganz zufrieden. Die Anstellerei nervt, es ist arg voll und unübersichtlich, mir fehlt ein Plan, also ein Standplan, wo ich sehe, was wo ist, aber wenn es welche gab, dann sind die sicherlich längst vergriffen.

Unkraut

Wir nehmen uns den Stand vom Comptoir du Cidre vor, an dem groß “Cidre Steak” steht. Das Steak, so steht es da auf einer Tafel wurde unendlich lange mariniert, dann fast genauso unendlich lange Sous-Vide-gegart und dann wurde noch mal unendlich lange irgendwas anderes damit gemacht. Das Fleisch musste also länger auf diesen Moment warten als wir. Ich bin schon ganz angetan von den Cidreflaschen mit einem lustigen Seemann auf dem Etikett. Der werte Herr Gemahl ist währenddessen angetan vom Fleisch. Serviert auf Röstbrot mit Senf, Schnittlauch und einer Soße. Während wir noch auf die zweite Portion warten, hat er die erste verdrückt, hält dem Standmenschen einen Fünf-Euro-Schein hin und sagt: “Noch eins!”

Stand

Steak

Danach verziehen wir uns wieder nach drinnen. Jeder Innenraum sieht anders aus, es hängen Fähnchen rum oder bunte Kugeln, die Leute stehen an Stehtischen oder sitzen an langen Tischen. Dochdoch, das ist schick hier, das kann man gut machen. Ich werde zum Eisholen geschickt. Am ersten Eisstand tut sich nichts in der Schlange, außer, dass sich Menschen vor und hinter mir auf einmal Zigaretten anstecken. Ich flüchte und finde einen anderen Stand, wo es Frozen Yoghurt gibt, die Schlange weniger lang und beweglicher ist und niemand raucht. Das ist besser. Ich nehme also bei Sorelli’s einen warmen Brownie mit Frozen Yoghurt, Salzkaramellsoße, Erdbeeren und Haselnusskrokant, bezahle 5 Euro und mache mich auf zum werten Herr Gemahl.

Innen

Sorelli's

Frozen Yoghurt

Auch der Nachtisch überzeugt. Das mag auch an meinem guten Händchen für Soßen-Beilagen-Kombinationen liegen, aber sicherlich auch an Brownie und Eis. Wir kratzen das letzte aus dem Becher, dann sind wir fertig. Fertig mit dem Eis und fertig mit dem Street Food Markt. Keine Piroggen, kein Burger, nichts Japanisches, keine Burritos. WAS WIR ALLES NICHT GEGESSEN HABEN!

Menschen

Piroggen

Was wir vor allem nicht gegessen haben: Waffelburger von Bukfylla. WAFFELBURGER! Ich meine: WAFFELBURGER! Das erfahre ich aber erst abends zu Hause auf Twitter. Angeblich soll auch da die Schlange sehr lang gewesen sein, wahrscheinlich hätte ich also auch keinen Waffelburger gegessen, wenn ich rechtzeitig über dieses Wunderwerk an gastronomischer Zusammensetzungsfantasie informiert gewesen wäre. Aber, ey: WAFFELBURGER!

Bukfylla

Dann eben beim nächsten Mal. Der nächste Street Food Markt beim schönen Alfred ist am 10.5. Man kann sich das also schon mal schön im Kalender markieren oder einfach bei Facebook auf Teilnehmen klicken.

Ich würde mir zwar wünschen, dass die Veranstaltung auf zwei Tage ausgedehnt wird, um so eventuell auch dem Besucheransturm gerecht zu werden, aber solange ich Waffelburger kriege, soll mir alles recht sein.

Schöner Alfred auf Facebook

 Bericht in der WAZ

Ein paar mehr Bilder gibt es auf einem Flickr-Account

 

(Dieser Artikel erschien zunächst auf meinem Blog “Ach komm, geh wech!”, schien mir aber auch für dieses Blog passend. Leser beider Blogs bitte ich, die Redundanz zu entschuldigen.)

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Einfache Kartoffelsuppe mit Mettwürstchen (Omnomnom)

Kartoffelsuppe von der Seite

Heute gab es hier Kartoffelsuppe. Oder so eine Art Kartoffelsuppe, vielleicht eher eine Gemüsesuppe mit Kartoffeln. Eine Wurzelgemüsesuppe. Oder so. In der Biokiste war jedenfalls ein Sack Kartoffeln und ein paar Möhren. Der Biokistenlieferdienst heißt ja “Flotte Karotte” und eigentlich sind immer Möhren dabei. Und Äpfel, aber die bestelle ich auch oft ab, weil wir ja Fruktoseunverträglichkeit im Haus haben und in Äpfeln sind sehr viel Fruktose ist und die deswegen gerne übrig bleiben.

Jedenfalls hatten wir Kartoffeln und Möhren und folgerichtig kaufte ich noch Petersilie, ein Viertel Knollensellerie, etwas Gemüsebrühe und drei Mettwürstchen und machte dann eben eine ganz einfache, aber eben nicht ganz so schnell Kartoffelsuppe. Einfach, weil man kaum etwas anderes machen muss als Dinge schälen und klein schneiden und mit Schwung in einen Topf schmeißen, nicht ganz so schnell, weil Kartoffeln halt ein bisschen brauchen bis sie gut durch sind. Also nix für den schnellen Hunger, aber ansonsten sehr tauglich für Herbst- und Winterabende.

Petersilienberg

Kartoffelsuppe mit (oder ohne) Mettwürstchen

(für vier Personen vielleicht, hier waren’s zwei, und es ist noch was für morgen übrig)

ungefähr 6  normal große Kartoffeln
2 Möhren
2 kleine Zwiebeln
1/4 Knollensellerie
1/2 Bund Petersilie
1 Liter Gemüsebrühe
eine Handvoll Speck (für Vegetarier einfach weglassen)
3 Mettwürstchen (für Vegetarier einfach weglassen)
Salz
Pfeffer
Kümmel (ganz)
Öl

Zunächst die Zwiebeln und den Speck klein schneiden. In der Zwischenzeit kann man schon mal etwas Öl in einem großen Topf heiß werden lassen. Ist das Öl ausreichend heiß, Zwiebeln und Speck reinschmeißen und andünsten bzw. anbraten lassen.

Knollensellerie, Möhren und Kartoffeln schälen und in kleine Würfel schneiden. Ja kleiner die Würfel, desto schneller ist die Suppe nachher fertig, nur so als Trick am Rande.

Dann erst den Knollensellerie zu der Zwiebel-Speck-Mischung geben und kurz mitdünsten, später die Möhren dazu und ebenfalls mitdünsten. Jetzt kann man auch schon ein bisschen würzen, Salz und Pfeffer dran und ein guter Schwung Kümmel, nach Geschmack eben.

Gemüsebrühe dazu und Kartoffeln mit rein. Jetzt köcheln lassen.

Während die Suppe vor sich hin köchelt, Mettwürsten in Scheiben schneiden und Petersilie klein hacken. Wenn die Suppe quasi fertig ist, schnell noch die Mettwurstscheiben dazu und kurz mitkochen, dann noch die Petersilie drauf, umrühren, abschmecken, fertig.

Suppe von oben

Machte den werten Gatten und mich heute abend sowohl glücklich als auch satt und ist durchaus weiterzuempfehlen. Wahrscheinlich kann man auch alles mögliche Gemüse dazupacken, vielleicht auch Maronen. Maronen gehen ja eigentlich immer. Oder Linsen. Hmmmmm, Linsen. Ich seh schon, dieses Jahr gibt’s noch öfter Eintopf.

(Dieser Artikel erschien zunächst auf meinem Blog “Ach komm, geh wech!”, schien mir aber auch für dieses Blog passend. Leser beider Blogs bitte ich, die Redundanz zu entschuldigen.)

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Gourmetmeile ganz groß: “Essen verwöhnt” in der Essener City

Es ist wieder soweit: Die größte, längste und überforderndste Gourmetmeile der Saison ist eröffnet. “Essen verwöhnt” in der Essener Innenstadt hatte gestern den ersten Tag und läuft noch bis einschließlich Sonntag. Um hier auch mal ein bisschen Service zu liefern und nicht immer nur zu berichten, wenn alles schon vorbei ist, haben wir uns gestern also zu viert auf die Stände gestürzt und uns einmal die Kettwiger Straße rauf- und runtergefuttert. Wie immer waren ein paar Gourmetmeilenklassiker dabei, vor allem aber haben wir einfach probiert, was gut aussah.

Am besten zeigt man aber einfach anhand von ein paar Bildern, was man gerade in Essen verpasst, wenn man nicht hingeht.

Mehr Informationen und das komplette Angebot als PDF gibt es wie immer auf der Seite von Essen genießen.

Jakobsmuscheln

Jakobsmuscheln mit Safransauce, Kaveri-Pfeffer, Blumenkohlpüree und Speckspuren von Gummersbach. Jakobsmuscheln gehen ja eigentlich immer, der Rest war okay, aber nicht überwältigend.

Linsentarte

Tarte von schwarzen Beluga-Rauchlinsen mit Queso de cabra und Feigensenf vom Bonner Hof. Schon wieder ein Volltreffer, wie schon auf dem Kettwiger Seerosenfest. Der Bonner Hof steht somit auf der Liste zu besuchender Restaurants ganz weit oben.

Scampi

Scampi auf Pumpernickel mit Rhabarber und Thymian von Schnitzlers. Interessante Kombi, vor allem aber sehr leckere, gut gebratene Scampi.

Spare Ribs

BBQ-glasierte Spare Ribs vom Kalb mit Farmersalat, Schmorkartoffeln und Sour Cream vom Gasthaus Zum Brenner. Das Fleisch war gut, der Salat war mir zu deutsch. Das liegt aber auch daran, dass ich Cole Slaw sehr liebe und da bei der Umsetzung immer so empfindlich bin.

Thunfisch

Angebratener roter Thunfisch mit verschiedenen asiatischen Aromen von Hannappel. Hannappel, my love. Wie zu erwarten: Sehr gut. Hannappel ist ja immer ein bisschen molekularisch, das muss man mögen, aber der Fisch kann was, da gibt’s nichts zu beklagen.

Gnocchi

Der Gourmetmeilenklassiker: Gefüllte Gnocchi mit Steinpilzen und Mozzarella in Trüffelcreme vom La Grappa. Immer wieder lecker. Simpel, aber so lecker.

Roastbeef

Roastbeef vom Münsterländer Weideochsen unter Wild-Kräuter-Kruste, getrüffeltes Kartoffelgratin und Balsamico-Jus vom GOP Varieté.

Erdbeerzeug

Variationen von unseren Erdbeeren bestehend aus Sorbet, Mousse im Schokogitter und Erdbeer-Küchlein vom Restaurant Mumm. Joa. War alles lecker, aber auch keine kulinarische Offenbarung. Aber: Wenn das tatsächlich Erdbeeren sind, die vom Restaurant selbst angebaut werden, Respekt! Die waren nämlich sehr lecker.

Blaubeerpfannkuchen

Blaubeerpfannkuchen vom Café Kötter. THE ALMIGHTY BLAUBEERPFANNKUCHEN STRIKES AGAIN! Schon in Kettwig wurden wir ja vom Blaubeerpfannkuchenstand abgelenkt, obwohl wir schon nach Hause gehen wollten. Nun also wieder, nur dass wir den Stand diesmal etwas gezielter angesteuert haben.

Nougatmousse

Mousse vom hellen Nuss-Nougat mit Schokoladensalz und Erdbeeren von Schnitzlers. Keine Gourmetmeile ohne meine Nougatmousse, das Dessert, in das ich mich beinahe wörtlich hineinlegen könnte. Ich überlege noch, ob ich Jeannette Schnitzler das Rezept abschwatzen kann oder ob es besser ist, wenn ich mich auf die fünf Tage im Jahr beschränke, wenn ich dieses Dessert einfach auf der Goutmetmeile genießen kann.

Wer jetzt keinen Appetit hat, der hat entweder schon gegessen oder ich weiß auch nicht. Bis Sonntag bekommt man das alles und noch viel mehr in Essen und wenn der Zufall es so will kann man sogar mir über den Weg laufen, wer weiß?

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Seerosenfest in Essen-Kettwig 2014

Kettwig-Idylle

Zur Abwechslung mal wieder ein Gourmetmeilenbericht. Die Gourmetmeilensaison hat ja gerade begonnen, Pfingsten waren wir in Bottrop zum Spargel-Gourmet-Festival und diese Woche war dann Essen-Kettwig mit dem Seerosenfest dran. Strahlender Sonnenschein, die hübsche Kulisse von Stausee auf der einen und Kettwiger Altstadt auf der anderen Seite, da kann man auch geduldig über die halbfertige Neubausiedlung auf der anderen Seite der Brücke hinwegsehen. Immerhin stehen jetzt schon Häuser, letztes Jahr aßen wir zwischendurch auch mal vor einem Bauschutthaufen.

Traktor

Ein Traktor. Warum auch nicht?

Zunächst halten wir uns also auf der Altstadtseite auf, klappern das Parkhaus Hügel und den Sengelmannshof ab, bevor wir für das Schloss Hugenpoet auf die andere Seite umziehen und zum Nachtisch dann wieder zurückwandern. Als Highlight entpuppt sich die Lackierte Vorderhaxe vom Rioja Spanferkel auf Kartoffel-Lavendel-Stampf vom Bonner Hof.

Bonner Hof

Als wir eigentlich schon vollgefuttert sind und zum Auto zurückwollen, laufen wir aus Versehen noch am Stand vom Café Kötter vorbei, wo jemand im Minutentakt Blaubeerpfannkuchen backt. Hmmmmm, Blaubeerpfannkuchen, sagt der Herr Gemahl und die mexikanische Kollegin guckt auch schon sehr interessiert. Also noch ein Blaubeerpfannkuchen. Macht nichts, wir haben ja erst drei Desserts gehabt. Da passt auch noch ein Pfannkuchen.

Zelt

Danach ist dann aber wirklich Schluss, zurück über die Brücke zum Auto, das in irgendeiner Seitenstraße parkt. Eventuell sollte man lieber mit der Bahn zum nächsten Seerosenfest 2015 fahren. Vorausgesetzt, eine Woche vorher war da nicht schon wieder Sturm.

Ravioli

Hausgemachte Kalbschwanzravioli mit Parmesanschaum und Rotweinbutter vom Parkhaus Hügel zum Einstieg.

Blumenzeug

Jacobsmuschel

Geräucherte Jacobsmuschel mit Glasnudel-Wasabi-Gurkensalat und gerösteten Cashewkernen vom Sengelmannshof.

Kontrabass

Kurz darüber nachgedacht, einen Kontrabass zu klauen, dann aber doch gemerkt, dass das ja sehr gemein wäre.

Wein und Suppe

Vorne ein leckerer Wein vom Weingut Bickel-Stumpf, hinten ein ebenso leckeres Kokos-Limettensüppchen mit gebratener Jakobsmuschel von Schloss Hugenpoet.

Nudeln

Pennette mit Soja-Zitronenjoghurt, Saubohnen, Tomate und gerösteten Zedernkernen. In der Theorie klang es total gut, in der Praxis war es eher so “joah, okay, kann man machen”. (Ebenfalls Schloss Hugenpoet.)

Wetter

Neben lecker Essen und Trinken gab es auch lecker Wetter in Kettwig.

Ente

Entenbrust mit Speckspitzkohl, Aprikosensemmelknödel und süß-saurer Karotte vom Schloss Hugenpoet. Die Karotte konnten wir nicht identifizieren, dachten zwischenzeitlich, es wäre Ingwer. Ich habe das jetzt aus dem Programmheftchen abgeschrieben und auf einmal macht alles Sinn.

Spanferkel

Großartig. Das Highlight (einstimmig) des Tages: Lackierte Vorderhaxe vom Rioja Spanferkel auf Kartoffel-Lavendel-Stampf zum Delice von Orange und Karotte vom Bonner Hof. Wir waren begeistert.

Süße Paella

Duo von süßer Paella und Bienmesabe (was auch immer das ist) zum Birnenespuma vom Bonner Hof. (Wir wären dann hiermit auch beim Nachtisch angekommen.)

Stausee

Zur Erholung mal wieder ein hübsches Bild vom See.

Rhabarbertörtchen

Geflämmte Tarte von Rhabarber mit Sauerrahm-Ingwereis von der Résidence. Gell, klingt irgendwie grandioser als es aussieht? War lecker, aber leider auch nicht viel mehr.

Kettwig

Dingensich… hier… Idylle!

Hüttenkäsemousse

Hier nun zur Abwechslung etwas, was gar nicht so dolle klang, aber sehr lecker war: Hüttenkäsemousse mit Erdbeergrütze und -Sorbet vom Parkhaus Hügel. Danach wollte wir eigentlich gehen.

Pfannkuchen

Wie gesagt: Wir wollten eigentlich gehen. Dann kamen wir an diesen Blaubeerpfannkuchen vom Café Kötter vorbei und mussten leider noch einen essen. Schlimm.

Stausee

Tschüss Kettwig!

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What’s Beef in Düsseldorf – Jetzt auch mit Bakery

Theke

Donnerstag, 12 Uhr auf der Immermannstraße in Düsseldorf, mitten im Japanviertel, wo man sonst eher eines der zahlreichen japanischen Restaurants besucht. Aber ich werde heute kein Sushi essen, auch keine Nudelsuppe. Ich bin hier, um die Burger bei What’s Beef zu probieren. Seit ich vor Monaten auf Instagram ein Bild eines der unglaublichen Milchshakes von What’s Beef entdeckte, wollte ich hier sowieso dringend hin, da kam die Einladung zum Presselunch wie gerufen.

Kurz vor zwölf stehe ich also im rot gekachelten Restaurant. Unzählige Bilder an den Wänden, hier gucken einem Prominente beim Burgeressen zu. Im Restaurant wuseln schon ziemlich viele Journalisten und Menschen mit Kamera durcheinander, endlich bin ich mal nicht die einzige, die eher verschämt die Kamera zückt, um den Restaurantbesuch zu dokumentieren. Hier darf ich, hier soll ich sogar und mit meiner kleinen Nikon total underteched. Irgendwann werden wir nach nebenan gebeten, es geht los. Schnell noch eine hausgemachte Limonade besorgt, im Henkelglas mit gepunktetem Strohhalm und Obstscheibchen, dann fängt Selim Varol an zu erzählen.

Limonade

Seit knapp einem Jahr gibt es das What’s Beef jetzt und das Konzept von Qualitätsburgern im New-York-Ambiente geht auf. Das What’s Beef hat sich vergrößert, von 38 auf 90 Plätzen. Zusätzlich gibt es weiterhin 60 Plätze auf der Terrasse. Auch die Speisekarte wurde erweitert, wo es vorher “Aller guten Dinge sind drei” hieß, gibt es jetzt vier. Vier Burger, vier Salate, vier Beilagen und vier Desserts. Neben dem normalen Burger mit Hackfleisch gibt es noch die Wagyuvariante, außerdem sowohl einen vegetarischen Burger und eine vegane Variante mit Portobellopilz und Trüffelmayo aus Mandelmilch, die Selim auch den anwesenden Nichtvegetariern empfiehlt.

Kunst

Doch die Erweiterung des What’s Beef hört nicht bei mehr Plätzen und größerer Karte auf. Neben der Burgerküche gibt es in Zukunft auch eine hauseigene Bakery, die sich auch farblich abhebt. Nicht rot, sondern hellgrün gekachelt ist die neue Patisserieküche im What’s Beef. Außerdem neu im Programm: Von Freitag bis Sonntag und an Feiertagen gibt es jetzt American Breakfast, stilecht nicht nur mit American Pancakes und Eggs Benedict, sondern auch mit unlimited Kaffee und Tee aus dem Samovar. Das lässt mich besonders aufhorchen. Seit Jahren schon sind wir unterwegs in der Mission, irgendwo in Deutschland einen original amerikanischen Pfannkuchen zu finden. Bislang waren die Ergebnisse eher bescheiden und so musste ich selber lange in der Küche testen, bis ich das perfekte Rezept fand. Ob das What’s Beef hier schafft, was bisher noch niemand schaffte? Ich schreibe “American Breakfast im What’s Beef testen” auf meine mentale To-Do-Liste und probiere meine Limonade, etwas süß, aber so mag ich das und vor allem schön erfrischend und kühl.

Selim

Mit den Neuigkeiten ist jetzt auch gut. Es reicht ja auch. Ansonsten, so verspricht Varol, bleibt alles, wie es ist: Nämlich gut. Das Fleisch kommt aus der Region und wird in der Küche live gegrindet, die Kartoffeln für die Pommes Frites kommen aus Kaarst und werden lediglich geschruppt, geschnitten und frittiert. Serviert werden sie mit Petersilie und groben Salz. Außerdem gibt es ja noch Pommes Frites aus Süßkartoffeln, die ich auch probiere und die (wie erwartet) auch überzeugen. Nichts ist hier aus der Tiefkühltruhe, sagt Varol, wenn möglich, kommen die Zutaten aus der Region. Auch auf Bio wird hier Wert gelegt, aber die Priorität bleiben Regionalität und Transparenz.

Theke

Dann bekomme ich meinen Cheeseburger. Besteck gibt es keins, dafür ausreichend Servietten und ein Erfrischungstuch. Das braucht man auch, denn der Burger ist saftig, das Fleisch schmeckt angenehm rauchig. So muss es sein, da nimmt man auch in Kauf, dass man beim Essen wohl eher unfotogen und etwas ungelenk wirkt, wenn man versucht, den Burger möglichst unfallfrei zu essen. Und es ist ja nicht so, als ob nicht immer noch Menschen mit Kameras rumlaufen würden. Ketchup, Mayonnaise und Senf gibt es an einer Station. Auch eingelegte Jalapenoscheiben für etwas mehr Schärfe bekommt man hier, ich bleibe aber klassisch. Beim nächsten Mal kann ich mir meinen Burger ja immer noch selber bauen, vielleicht zu Abwechslung mit Avocado oder Ziegenkäse. Wer weniger einfallsreich ist, kann auch einen der Kombinationsvorschläge nehmen: “Selim’s ABC” mit Avocado, Bacon und Cheddar zum Beispiel oder den “Mr. Burns” mit Chili. Jalapenos, Cheddar und Zwiebelringen.

Burger

Wer gar keinen Burger möchte, kann auch zum Fleisch ohne Brötchen greifen. Entrecote und Spare Ribs stehen ebenso auf der Karte wie Filet Mignon und Beef Tagliata. Aber auch, wenn sich im What’s Beef alles ums Fleisch dreht, so betont Varol, dass es ihm lieber ist, wenn die Leute weniger, aber dafür gutes Fleisch essen. Vegetarische Optionen gibt es neben den beiden Burgervarianten auch bei den Beilagen, Coleslaw und Roasted Veggies stehen auf der Karte und natürlich Käsekuchen und Milchshakes.

Ketchupstation

Franchises, die Varol Friendchises nennt, sind geplant. Zunächst soll es in sechs großen Städten weitergehen. Köln, Dortmund, Hamburg, München, Frankfurt und Stuttgart stehen auf der Liste. Nach Berlin soll es auch gehen, auch hier, wo diese neue Art des Burgeressens sich schon gut etabliert hat, ist noch Platz für Varols Vision eines Burgerrestaurants. Warum auch nicht? Das Konzept ist durchdacht und wird ganz offenbar mit Liebe zum Detail gelebt. Und auch Varols zweite Leidenschaft, die Kunst, macht nicht vor der Tür seines Restaurants Halt. Die Bilder sind alle aus seiner Sammlung, außerdem verweist er auf den Fleischengel, eine kleine Statue im beleuchteten Kasten, den wir uns unbedingt noch angucken sollen.

Fleischengel

Zum Abschied gibt es eine Überraschung aus der Patisserie. Im Pappkarton steckt ein kleiner Nachtischburger. Das Brötchen ein Macaron, das Fleisch ist Schokoladencreme. Okay. Ich bin überzeugt. Wer mir Macaronburger schenkt, kann kein schlechter Mensch sein und erst recht keine schlechten Burger machen.

Macaronburger

What’s Beef
Immermannstraße 24
40215 Düsseldorf
0700 / 50 50 50 50

http://whatsbeef.de/

Öffnungszeiten: Mo. – So.: 12:00 Uhr bis Mitternacht, American Breakfast gibt es Fr. – So. und an Feiertagen von 9:00 Uhr bis 14 Uhr

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Kurzkritik: Beef Brothers in Köln

Menü

Es ist Samstag, herrlichstes Wetter und wir sind mal wieder in Köln. Und: Wir haben Hunger. So stehen wir auf der Aachener Straße, wollten eigentlich ins Schmitz, da ist es aber nicht nur zu voll, auch das Mittagsangebot sieht zwar lecker aus, ist aber nicht ganz so das, was wir uns vorgestellt haben. (Aber wir kommen wieder für die Abendkarte, das ist mal sicher.) Also muss eine Alternative her. Davon gibt es auf der Aachener Straße genug, Bistros, ein Inder, ein Italiener und dann stehen wir auf einmal bei den Beef Brothers. Burger geht immer, draußen sitzen Menschen auf dem Bürgersteig an kleinen Tischen, schwarze Metallkörbe mit Burgern und Pommes Frites vor sich, drinnen zwei Stehtische und ein paar weitere Tische, der Laden ist rappelvoll, aber wir wollen ja auch nicht lange hier bleiben, nur eine kleine Stärkung und dann weiter beim Samstagsbummel.

Bestellen am Tresen

Wir bestellen einen Barbequeburger und einen Cheeseburger, beides Mal die kleine 100–Gramm-Variante und eine große Portion Pommes Frites, dazu Cola und Fassbrause aus dem Kühlschrank. Bestellt und bezahlt wird direkt am Tresen, das Burgermachen ist heute Fließbandarbeit im Beef Brothers. “Noch zwei kleine!” wird gerufen. “Ein kleiner und zwei großer!” Zwischendurch werden die Burgerbrötchenhälften in eine Art Riesentoaster geschoben. Sobald eine Bestellung fertig ist, wird die Nummer ausgerufen: “55 und 56!” Hungrige Menschen holen ihre Metallkörbchen ab, ich frittesgucke auf den Zettel: 63. Ein bisschen müssen wir also noch warten.

Getränke

Dann ist es endlich so weit, drei Metallkörbchen stehen für uns bereit: Zwei Burger, eine große Pommes, wir lassen uns nachträglich noch Mayonnaise auf die Pommes geben und beißen in unsere Burger. Lecker ist das, frischer Salat, gute Soße, das Fleisch nicht trocken, sondern saftig. Auch bei den Pommes Frites gibt es nichts zu meckern, allerdings hätte es eine kleine Portion wohl auch getan, wir wollten ja nur einen Happen essen.

Cheeseburger

Pommes

Die Karte bei den Beef Brothers ist angenehm klein, ein paar Burgervariationen, eine vegetarische Variante, Pommes, Cole Slaw und ein paar Saucen. Alles zu sehr moderaten Preisen, für alles komplett zahlen wir heute 15,60 Euro. Dazu noch ein pinker Schädel an der Wand. Alles gut.

Nummer

Beef Brothers
Aachener Straße 12
50674 Köln

http://www.beef-brothers.de/
Telefon: 0221 / 29 83 47 36

Öffnungszeiten:
Dienstag – Donnerstag: 12:00 – 22:00
Freitag: 12:00 – 24:00
Samstag: 13:00 – 24:00
Sonntag: 13:00 – 22:00
Montag: Ruhetag

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Biokistenkochen: Ofenkartoffeln mit Kastanien-Zwiebelmischung nach Hugh Fearnley-Whittingstall

Wenn man mal davon absieht, dass Hugh Fearnley-Whittingstall einen Namen haben sollte, den man sich auch merken (und vor allem ohne Nachgucken schreiben) kann, bin ich ganz angetan von seinem neuen Kochbuch “Drei gute Dinge auf dem Teller” [Werbelink]. Die Prämisse ist, dass jedes Gericht aus drei Hauptzutaten besteht und man den Rest am besten auch als Standardzutat im Haus hat. Klappt nicht immer, aber allgemein sind die Zutatenlisten für jedes Rezept doch sehr kurz gehalten.

Das Buch habe ich unter anderem deswegen gekauft, weil es mir sehr gut geeignet für die Biokistenproblematik schien. Man fragt sich da nämlich doch gerne mal “Fenchel/Sellerieknolle/Ofenkartoffel, was nun?” und möchte aber gleichzeitig auch nicht mehr viele Zutaten dazu kaufen, denn der Kühlschrank ist ja schon mit Biokistenzeug voll.

Zumindest mit dem ersten Rezept, das ich ausprobierte, lag Hugh Fearnley-Whittingstall bei mir sehr, sehr richtig und die nagende Frage “War das wirklich nötig?”, die sich ein paar Stunden nach Kochbuchkauf bei mir immer gerne einstellt, konnte mit einem überzeugten “Aber sicher doch!” beantwortet werden.

In der Biokiste war eine Tüte Ofenkartoffeln, und bevor ich zum Klassiker “Ofenkartoffel mit Quark” griff, guckte ich schnell noch mal nach, ob ich nicht eine bessere Idee finden könnte. Und ich fand:

Ofenkartoffel

Ofenkartoffel mit Kastanien-Zwiebelmischung

(für eine Person, deren Partner gerade in El Salvador auf einer Hochzeit ist, pah!)

1 Ofenkartoffel
1 halbe rote Zwiebel
1 Knoblauchzehe (oder weniger, je nach dem, wie gerne man Knoblach so mag)
ca. 50 g vakuumisierte bzw. gegarte Maronen
Olivenöl
ein gutes Stück Butter
Salz, Pfeffer

1. Ofen auf 200 Grad vorheizen. Die Ofenkartoffel bei Bedarf abbürsten und mehrmals mit einer Gabel einstechen. Auf einem Blech in den Ofen und da ca. 60 Minuten backen. Die Kartoffel ist fertig, wenn sie sehr weich ist, wenn man mit einem scharfen Messer hinein sticht. (Da meine Ofenkartoffel ein bisschen kleiner waren, haben bei mir gut 45 Minuten gereicht.)

2. Zwiebel in Ringe schneiden, Knoblauch fein hacken, Maronen zerkrümeln. Öl in einer Pfanne erhitzen und alles reingeben und schön anbraten, mit Salz und Pfeffer nach Geschmack würzen.

3. Ofenkartoffel aus dem Ofen nehmen, kreuzweise einschneiden und auseinanderdrücken. Ein Stück Butter in die Mitte geben, noch mal ein bisschen salzen und dann die Zwiebel-Maronenmischung drüber geben. FERTIG!

(Man kann die Mischung entweder schon direkt zubereiten und dann noch mal aufwärmen, wenn die Kartoffel fertig ist oder man stimmt es zeitlich so ab, dass Mischung und Kartoffel gleichzeitig fertig sind. Eigentlich ist es egal.)

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Biokistenkochen: Ofengemüse mit Chilibratwurst

Jetzt, wo ich wieder mehr zu Hause bin, kann ich auch die Biokiste deutlich besser nutzen. Wir bekommen einmal wöchentlich eine Kiste von der Flotten Karotte, dem Biokistenlieferanten für Essen, Bochum und Umgebung. Das schöne daran ist, dass die nicht nur Obst und Gemüse liefern, sondern auch die ganze Produktpalette eines Biosupermarkts. Neben Äpfeln, Möhren und Co. bekommen wir damit auch Milch, Eier, Brot, Joghurt und Käse bis vor die Wohnungstür gebracht und müssen tatsächlich auch deutlich seltener und weniger einkaufen als vorher.

Ungefähr so sieht der Inhalt einer Biokiste dann aus:

Biokiste

(Wir hätten da: Drei Rübchen, ein Blumenkohl, einige Möhren, drei Äpfel, eine Mango, drei Orangen, eine Packung Champignons, eine Packung Sprossen, Milch, Joghurt, Gemüseauftrich, irgendeine Pâté, ein Roggen-Kümmelbrot, sechs Eier und einen Käse.)

Prinzipiell erstmal gut, allerdings ergab sich so für mich diese Woche die Frage: Rübchen, was nun?

Erst wollte ich Rübchen in Sahnesoße machen, das konnte den Mann aber nicht begeistern. Also war die nächste Idee: Ofengemüse nach Jamie Oliver. Das hatte ich schon mal gemacht, und war vom Ergebnis mehr als freudig überrascht. Ob das mit Rübchen wohl auch geht, versuchte ich zu recherchieren und stieß auf ein Rezept für Ofenrübchen mit Butter-Ahornsirup-Glasur. Ahornsirup ist nun ähnlich wie Maronen und Linsen ein Wort, bei dem bei mir Pawlowsche Reflexe einsetzen. Alles mit Ahornsirup ist gut und so machte ich aus zwei Rezepten eines, wandelte das noch auf die im Haus befindlichen Zutaten ab und fertig war die Kiste.

Ofengemüse mit Chilibratwurst

(für 2 Personen)

2 bis 4 Chilibratwürste (Je nach Hunger, normale Bratwürste gehen auch, im Rezept von Jamie Oliver sollten es Lammbratwürste sein, aber treiben Sie die in deutschen Supermärkten mal auf.)
3 Rübchen
2 Möhren
2 Schalotten
einige Zweige Rosmarin und/oder Thymian
etwas Oregano (getrocknet oder frisch, ich hatte nur getrockneten)
ein gutes Stück Butter
ein guter Schuss Ahornsirup
Salz und Pfeffer

Backofen auf 160°C (Umluft) vorheizen. Ein Blech oder einen großen Bräter vorbereiten (fürs Blech empfiehlt sich Backpapier, Bräter geht einfach so, kommt halt drauf an, wie viel man nachher Spülen will). Rübchen, Möhren und Schalotten schälen und in Spalten bzw. die Möhren in Scheiben schneiden und auf dem Blech verteilen.

Die Kräuter auf dem Gemüse verteilen. (Blätter müssen nicht abgezupft werden, einfach die Zweige aufs Blech schmeißen.)

Butter in einem kleinen Topf schmelzen, den Ahornsirup dazugeben und auf dem Gemüse verteilen. Das ganze noch mal salzen und pfeffern.

Bratwürste mit einer Gabel einstechen und auf die Gemüse-Kräuter-Mischung legen. Dann alles in den Ofen und 45 bis 60 Minuten vor sich hin backen lassen. Rausholen, ggf. das Gemüse in eine Schüssel geben oder direkt mit den Bratwürsten auf den Tellern verteilen und fertig.

 Ofengemüse

Der Mann war so begeistert von dem Essen, dass er mehrfach erklärte, das könnte sein neues Lieblingsessen werden. Mal abgesehen davon kann man es nach Herzenslust variieren, im Originalrezept kommen zum Beispiel noch zerkrümelte Maronen und getrocknete Cranberries dazu. Als Resteverwertung zum Wochenendausklang also auch optimal geeignet, man könnte sich kaum etwas besseres vorstellen.

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Schicht für Schicht Leckereien im Schichtbetrieb

Schichtbetrieb

Ungefähr als ich zum ersten Mal vom neuen Café Schichtbetrieb hörte wollte ich da hin. Und als ich zum ersten Mal auf der Rüttenscheider Straße daran vorbei lief erst recht. Umso erfreulicher, dass es Doreen offenbar ähnlich ging und wir uns letzte Woche zu einem kleinen Dessertmittagessen am Rüttenscheider Stern im Schichtbetrieb verabredeten.

Tischchen

Weil ich ein bisschen früher da war, konnte ich den kleinen Laden schon mal in Ruhe bei einem Latte Macchiatto begutachten. Sehr hübsch und stimmig alles, die Farben (schwarz, dunkelbraun und hellblau), die schwarze Wand mit dem gesamten Angebot in hübscher Typo, ein bisschen wie eine riesige Tafel und natürlich das Angebot. Frozen Yogurt gibt es hier, außerdem große Kekse und allerhand warmes und kaltes zu trinken. Und natürlich: Schichtdesserts.

Latte Macchiato

Die Schichtdesserts wollen wir dann auch. Während ich noch überlege, ob ich lieber Mango-Quark-Keks möchte oder doch Vanillepudding mit Karamellkeksen, hat Doreen eine sehr kluge Idee. Kleine Desserts gibt’s nämlich im Dreierpack, und da nehmen wir dann einfach drei Stück und probieren uns durchs Angebot. Also gibt es Mango mit Quarkcreme, Lemon Curd mit Baisertüpfelchen und Apfelkompott mit Keksboden. Mit drei Gläschen machen wir uns es dann gemütlich und lassen die Schichtdesserts rotieren. Doreen mag Mango am liebsten, ich schwanke zwischen… ach, eigentlich ist alles lecker. Das Apfeldessert ist ein bisschen unterwältigend oder wie ich sage: “Es ist halt Apfelkompott mit Kekskrümelboden. Aber es ist sehr, sehr leckeres Apfelkompott.”

Schichtdessert

Lemon Curd

Gläschentrio

Beim Bezahlen entdecke ich noch die großen Stempelkarten mit einem (Original?) Bergbaustempelkasten. Das passt zu der liebevollen Dekoration mit den Grubenlampen an der Decke und ist allemal sympathischer als die sonst üblichen Treuepunktekarten im Visitenkartenformat, die von der Thekenkraft abgestempelt werden. Hier darf ich selber ran: Karte rein, Hebel runter und wieder hoch, Pling!, fertig. Nur, dass ich natürlich die Vorderseite gestempelt habe. Das kommt davon, wenn man nicht von hier ist, da kann das schon mal passieren. Aber fürs nächste Mal weiß ich Bescheid.

Stempelding

Doch bevor es zum nächsten Mal kommt, nehme ich noch zwei kleine Dessertgläschen mit nach Hause, das geht nämlich auch. Egal, ob hinsetzen und im Lokal verspeisen oder mitnehmen und zu Hause auf dem Sofa löffeln, die kleinen Schichtdesserts vom Schichtbetrieb waren durchaus überzeugend. Und im Sommer werden wir dann einfach den Frozen Yoghurt testen.

Karte

Übrigens: Im Schichtbetrieb gibt es auch vegane Leckereien. Und Fair Trade isses auch. Es gibt also wirklich keinen Grund, nicht dort vorbeizuschauen.

Zu

Schichtbetrieb
Rüttenscheider Straße 91
45130 Essen

http://www.schichtbetrieb-essen.de/home/

Öffnungszeiten: Mo – Fr: 09:00 Uhr – 20:00 Uhr, Sa – So: 10:00 Uhr – 20:00 Uhr

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Die grosse Berliner-Pfannkuchen-Problematik

Heute gab es in der Wrintheit wieder die Pfannkuchen-Problematik. Nämlich: Wenn man in Berlin Pfannkuchen bestellt, bekommt man das, was man jetzt zum Beispiel in Köln als Berliner kennt. Was muss man also in Berlin bestellen, um Pfannkuchen zu bekommen, also eben die Sorte Pfannkuchen, die man zum Beispiel in Köln erwarten würde?

Die Antwort, das wusste ich sogar, ist: Eierkuchen.

Ich weiß das, weil ich als Kölnerin in Hessen zusammen mit Leuten aus Berlin und Zwickau zusammengearbeitet und somit die Berliner-Pfannkuchen-Diskussion schon mehr als einmal geführt habe, unter anderem dadurch bedingt, dass mindestens einmal im Jahr irgendwer Berliner spendierte und damit die große babylonische Sprachverwirrung in der Gebäckedition heraufbeschwor.

Es ist allerdings noch komplizierter: In Bayern, das hab ich mir jedenfalls sagen lassen, heißen Berliner “Krapfen”. Und dann musste ich bei Isabella lesen, dass Menschen in Bayern glauben, dass im Rheinland in Krapfen, also Berlinern Rosinen wären. Das ist nicht nur fies, sondern auch Unfug.

Aber der Reihe nach.

Fangen wir mit Pfannkuchen an. Pfannkuchen sind für unseren Zweck die flachen Teigfladen, die man in einer Pfanne zubereitet. Gerne süß, oft aber auch herzhaft, man kann Äpfel mit rein tun oder es lassen, man kann sie mit Kirschen und Sahne servieren oder einfach so. Es gibt sie in vielen unterschiedlichen Variationen, in Frankreich gibt es die hauchdünne Version namens Crêpe (wenn süß) oder Galette (wenn herzhaft und mit Buchweizenmehl). Vermutlich ist das aber auch in Frankreich komplizierter. In Amerika macht man sie gerne mit etwas Backpulver und Buttermilch, mit Blaubeeren und Ahornsirup oben drüber. Es gibt Ofenpfannkuchen, bei denen man die Pfanne in den Ofen gibt und dann den Pfannkuchen da länger backen lässt, es gibt Kaiserschmarrn und es gibt vermutlich noch viel mehr.

Pfannkuchen heißen Pfannkuchen. Im Osten Deutschlands (ich möchte mich hier nicht auf irgendwelche konkrete Grenzen festlegen, das gibt dann eh nur Ärger) heißen sie aber Eierkuchen. Weil, so die Logik, in den Teig Eier kommen. Das gilt natürlich auch für andere Kuchen, also das mit den Eiern, insofern ist das gar kein Alleinstellungsmerkmal, das diese Bezeichnung rechtfertigen würde, aber darüber können Sie mit Ihren ostdeutschen Bekannten diskutieren, ich bin mit dem Thema durch.

Das, was dafür in Berlin und im Osten Deutschlands völlig irrigerweise Pfannkuchen heißt, heißt im Rheinland Berliner und meines Wissens kommt man auch im Rest Deutschlands mit dieser Bezeichnung einigermaßen gut durch, was aber keine Region daran gehindert hat, sich eine eigene Bezeichnung auszudenken. In Hessen zum Beispiel heißen die Dinger Kreppel und in Bayern Krapfen. Irgendwo hab ich auch schon mal “Berliner Ballen” gehört, aber das möchte ich eigentlich schnell wieder vergessen.

Berliner, Kreppel, Krapfen oder eben Pfannkuchen  sind die runden ausgebackenen Dinger, die meistens mit Marmelade gefüllt sind, manchmal auch mit Eierlikörcremezeug und bei besonderen Spaßfinken auch mal mit Senf oder Mayonnaise, allerdings habe ich das Glück, mit solchen Menschen nicht befreundet zu sein und mir wäre auch viel daran gelegen, wenn das so bliebe. Als ich mal versuchte, zu argumentieren, dass ja der Begriff “Pfannkuchen” für diese Dinger völlig fehl am Platze sei, weil die ja gar nicht in einer Pfanne gemacht wurden, sagte man mir “Wohl!” und wies auf die historische Herkunft dieses Gebäcks hin, wo irgendwann auch mal eine Pfanne im Spiel gewesen sein soll. Mist.

Kommen wir zur Königsdisziplin: Dem Krapfen. Krapfen gibt es nämlich im Rheinland auch, es ist aber etwas anderes als ein bayerischer Krapfen bzw. Berliner bzw. Kreppel bzw. Pfannkuchen. Krapfen sind zwar auch Teigklumpen, die in Fett ausgebacken werden, sie sind aber üblicherweise etwas kleiner als Berliner, unregelmäßig geformt und nicht mit irgendwas gefüllt. Womit wir wieder an das bajuwarische Missverständnis von ganz oben anknüpfen können, denn Krapfen gibt es in der einfachen und in der Rosinenvariation. Da kommen dann die Rosinen einfach mit in den Teig und werden dann auch mit dem Teig ausgebacken. Das ist natürlich immer noch fies, weil Rosinen in Zeug generell fies sind, aber es ist zugelassen. Wenn man in der Google Bildersuche “Krapfen Rheinland” eingibt, dann ist ungefähr alles das, was kein Berliner/Kreppel/Pfannkuchen ist, aber trotzdem irgendwie nach Gebäck aussieht, ein (rheinischer) Krapfen.

Und weil wir uns im Rheinland auf Fettgebackenes so gut verstehen, haben wir uns auch noch Mutzenmandeln ausgedacht, die sind aus einem anderen Teig und noch kleiner, werden aber auch ausgebacken. Allerdings gibt es neben den Mutzenmandeln auch noch die Mutzen, das ist wiederum etwas anderes, wird aber auch ausgebacken. Und an dieser Stelle steige ich auch aus, denn ich esse sowieso am allerliebsten Quarkbällchen. Aber das ist dann schon wieder was anderes und hat hier auch gar nichts mehr zu suchen.

Wir lernen also: Pfannkuchen heißen in Berlin Eierkuchen, dafür halten die Pfannkuchen für das, was anderswo Berliner, Kreppel, Krapfen oder sonstwie heißt. Dafür ist das, was im Rheinland Krapfen heißt etwas anderes als das, was in Bayern Krapfen heißt. Wie das, was im Rheinland Krapfen heißt, woanders heißt, wenn es das da überhaupt gibt, weiß ich allerdings nicht.

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Annes kleine Weinstunde

Diesmal hab ich zwei Weine ausgeguckt, die in diesem Haushalt jetzt schon mehrfach auf den Tisch kamen. Dabei kann ich auch mal mit dem Vorurteil aufräumen, Bioweine könnten nix. Bioweine können sehr wohl was. Es gibt bestimmt auch welche, die nichts können, aber das ist ja bei normalen Weinen auch so, da muss man nicht vom Kleinen aufs Große schließen.

Obwohl es jetzt schon deutlich auf den Herbst zugeht, gibt’s jetzt zwei hübsche Weißweine, einen Chardonnay und irgendwas anderes, muss ich gleich noch nachgucken, war aber auch gut. Aber ich fange am besten einfach an.

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Finca Fabian, Chardonnay 2011, Dominio de Punctum

Für diesen Wein muss man etwas ausholen. Es ist nämlich so, dass wir 2009 in Kalifornien waren, wo man sich ja vor guten Weinen kaum retten kann und in jedem Restaurant ob der Weinkarte heillos überfordert ist. Da waren wir in Paso Robles, einem Kaff irgendwo zwischen Weinbergen und der Mann trank anscheinend einen der besten Weine überhaupt, hatte sich aber leider nicht gemerkt, was es für einer war und ich hatte das sowieso vergessen.

Knapp vier Jahre später schleppte ich dann aus dem Bioladen diesen spanischen Chardonnay an, hauptsächlich, weil das Label so hübsch war und… heissa! Was ein großartiger Weißwein! Meine erste Assoziation war, dass der Wein irgendwie nach Whisky schmeckte. Mittlerweile würde ich sagen, dass er tatsächlich eine Dessertweinnote hat, was aber nicht bedeutet, dass dieser Wein lieblich wäre, ganz im Gegenteil. Es ist ein sehr kräftiger Weißwein, der zusätzlich noch eine gewisse Süße hat, die aber eher provokant reinhaut anstatt lieblich und harmlos daherzukommen. Genau sowas, sagte der Mann dann, sowas sucht er seit unserem Besuch in dem Restaurant in Paso Robles. Und ich hab’s gefunden, im Biomarkt in Essen. Für sechs Euro. Kann man nicht meckern, nur empfehlen.

(Finca Fabian, Chardonnay 2011, Dominio de Punctum gibt’s zum Beispiel bei basic für ungefähr 6 Euro.)

 

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Original B&G, Sauvignon Blanc 2010, Barton & Guestier (Val de Loire)

Auf diesem etwas verwackelten Bild sieht man einen Wein, den ich mir für einen netten sturmfreien Abend in einem so eher durchschnittlich sortierten REWE irgendwo in Hessen kaufte. Es war ein Spontankauf, eventuell hat das Biolabel geholfen, das Label war’s jedenfalls nicht, das ist ja eher unspektakulär.

Das besondere an diesem Wein ist, dass er so unglaublich süffig ist, dass ich auf einmal und quasi ohne Vorwarnung auf eine fast leere Flasche guckte und mich fragte, wann das denn bitte schön passiert sei. Es klingt jetzt vielleicht etwas unspektakulär, weil mir auch sonst keine großartigen Attribute einfallen. Aber wenn man wirklich einen guten, leichten, spritzigen und wirklich unglaublich süffigen Weißwein braucht, also so ungefähr das Gegenteil von dem Chardonnay oben, nur eben auch gut, dann kann ich diesen Wein empfehlen. Den trinkt man weg und weiß gar nicht, wie einem passiert.

Einige Wochen später fand ich ihn auch in der gigantischen Weinabteilung des einen REWEs am Hohenzollernring in Köln und packte ihn gleich in den Einkaufskorb, aber das ist eine andere Geschichte und soll ein ander Mal erzählt werden.

(Original B&G, Sauvignon 2010, Barton & Guestier, z.B. im REWE für irgendwas unter 10 Euro)

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Ontario Canadian Steakhouse in Dresden

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Schon zwei Mal stolperte ich über das Ontario Steakhouse in Dresden. Da erste Mal auf der Suche nach Restaurants, die das kanadische Fast-Food-Gericht “Poutine” auf der Karte haben könnte (haben sie im Ontario allerdings nicht) und das nächste Mal im Buch von Julia Schoon über Delikatessen weltweit. Ein Kapitel war nämlich den Farnspitzen gewidmet und die gibt es tatsächlich dann im Ontario Steakhouse.

Als es dann für eine Hochzeit nach Dresden ging, nutzte ich die Gelegenheit und reservierte für einen Abend einen Tisch. Dabei kamen uns dann kurz vorher noch Zweifel. Auf der Hochzeit wurde uns abgeraten und die Bewertungen im Internet waren durchwachsen. Während manche Leute begeistert schwärmten, gab es auch viel Gemeckere, zu teuer, unfreundlicher Service, zu laut und auch Kritik am Essen. Letztlich wagten wir uns aber (gemäß der Devise “Man muss es selbst beurteilen”) doch hin und wurden – das gleich vorweg – nicht enttäuscht.

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Das Ontario Steakhouse befindet sich direkt an der Frauenkirche, hat im Sommer eine große Außenterrasse und ansonsten Plätze im oberen Stockwerk, teils sogar auf dem Balkon mit Aussicht auf die Frauenkirche. Uns war es aber schon ein bisschen zu kalt und dementsprechend wollten wir einfach gemütlich in Fensternähe sitzen und zumindest ein bisschen die Aussicht genießen. Und natürlich lecker essen.

Und das haben wir auch gemacht. Die Speisekarte ist groß und umfangreich, aber die Entscheidung ist doch schnell gefällt. Als Vorspeise Farnspitzensuppe für mich, danach ein Filetsteak mit kleinen Maiskölbchen in Kräuterbutter. Der Mann verzichtete auf Vorspeise, dafür soll es ein Rib-Eye-Steak sein. Prime-Rib-Eye, am Knochen, wenn schon, denn schon.

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Zunächst gibt es aber einen Aperitif, irgendeinen Cocktail, dessen genaue Zusammensetzung ich aber schon wieder vergessen habe. Schön spritzig, aber nicht spektakulär. Viel spannender ist die Weinkarte. “Also, ich hab drei, die mich interessieren”, sagt der Mann. “Dann sag mal”, sage ich, denn ich habe da einen Verdacht. Der Mann nennt die Favoriten, einen Chardonnay, einen Shiraz und einen Pinot Noir. Genau die gleichen, die ich auch ausgeguckt hatte. Und irgendwie wundert mich das nicht.

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Nach dem Cocktail starten wir dann zunächst mit dem Chardonnay, der wie in der Beschreibung tatsächlich strohgelb ist und sehr toll nach Chardonnay schmeckt. Die kanadischen Weine kommen allesamt von der Konzelmann Winery in Niagara-on-the-Lakes. Wer mir sagen kann, wo man die in Deutschland auftreiben kann, dem wäre ich sehr verbunden, denn der Chardonnay kann was, da kann man nicht meckern.

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Die Farnspitzensuppe kann auch was, eine Bouillon mit Möhrchen, Pastinaken und eben Farnspitzen. Farnspitzen sehen aus wie, nun ja, Farnspitzen eben, die aufgerollten Enden von Farnblättern. Und sie schmecken faszinierenderweise genau so, wie man sich vorstellt, wie Farnspitzen schmecken sollten. Wer jetzt denkt, “Woher soll ich denn wissen, wie Farnspitzen schmecken”, es ist einfach so. Hat man eine probiert, denkt man, dass genau so wohl diese kleine grünen Blätter schmecken sollten. Etwas grasig, etwas dumpf, aber trotzdem zart.

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Als nächstes folgt das Fleisch. Auch hier gibt es nichts zu beanstanden, mein Filet ist super, das Steak des Mannes ebenso. Auf die Maiskölbchen hätte man aber verzichten können, die sind eher Durchschnitt. Wahrscheinlich gibt es bessere Beilagen, im Zweifelsfall kann man sich aber auch ganz aufs Fleisch konzentrieren, das ist nämlich fantastisch.

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Und so schlemmen wir uns weiter durch den Abend, wechseln zum Rotwein, für den uns mehrere Optionen in Probiergläsern an den Tisch gebracht werden, bestellen die Dessertvariation mit tollem Pekannusskuchen und Nougatparfait, dazu kanadischen Dessertwein und schließlich, weil wir einfach nicht gehen wollen, weil alles so lecker und gemütlich ist, die Aussicht auf die Frauenkirche so schön und der Service so zuvorkommend und eloquent, bestellen wir uns noch eine kanadische Käseplatte und auch hier gibt’s nichts zu meckern, außer vielleicht, dass nichts mehr in den Magen passt, aber das sind ja wir selber schuld.

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Dessertvariation

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Käseplatte

Zwischendurch noch einen Canadian Coffee mit kanadischem Whiskey und Ahornsirup und zum Abschluss zwei Obstbrände von heimischen Herstellern, einmal Apfel und einmal von der Schwarzen Knorpelkirsche. Dann sind wir irgendwann doch durch, nichts passt mehr, und wir können satt und glücklich durch die laue Dresdner Nacht zum Hotel zurück torkeln.

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Nein, wir haben hier wirklich gar nichts zu meckern. Unten spielt ein Mann am Klavier live, was über Lautsprecher in das obere Stockwerk übertragen wird, dafür ist es oben schön angenehm. Tatsächlich, so verrät uns eine Servicekraft, sieht das im Winter leider etwas anders aus, da ist es oben dann doch deutlich voller und wohl auch lauter, denn der Klaviermensch spielt dann direkt auf der Etage. Das erklärt auch die negativen Kommentare im Internet diesbezüglich. Über die Qualität des Essens gibt es von uns nichts zu meckern, die Preise sind zwar – auch gerade für Dresden – ein bisschen höher, aber immer noch voll im Rahmen. Wir wurden einen Abend lang sehr nett verwöhnt und können das nur weiterempfehlen. Und dann unbedingt die Farnspitzen probieren, wenn man schon da ist. Und mir eine Flasche von dem kanadischen Chardonnay mitbringen. Das wär auch toll.

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Ontario Canadian Steakhouse
An der Frauenkirche 2
01067 Dresden

Telefon: 0351 / 40 28 86 60

http://www.ontario-dresden.de/

Öffnungszeiten: Mo – So: 11 Uhr bis 1 Uhr

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