Wiener Schnitzel im Lugeck in Wien

Wiener Küche im Lugeck

Wien! Das erste Mal in Wien! Allerdings berufsbedingt, was bedeutet, dass man quasi nichts von einer Stadt sieht, weil man ankommt, einen Termin hat, abends (was im Januar bedeutet: im Dunkeln) noch was essen geht und dann am nächsten Tag direkt wieder einen Termin hat. Aber: Wien!

Ein weitere Vorteil: Man wird von den Einheimischen, also in diesem Fall den österreichischen Kollegen zum Essen mitgenommen und die müssen sich auskennen und haben sich, weil mein Chef und ich ausdrücklich Wiener Küche wünschten, ins Lugeck geführt.

Das Lugeck gehört auch der Figlmüller-Familie, die mehrere Traditionsrestaurants in Wien hat. Das Lugeck ist der jüngste und moderne Zuwachs mitten in Wien, deswegen ist auch alles hell, offen und sieht auf den ersten Blick gar nicht mal so nach Wiener Traditionsküche aus. Ein Blick auf die Karte reicht aber um zu merken, dass dem nicht so ist. Suppe mit Frittaten, Tafelspitz und Wiener Schnitzel, zum Nachtisch Milchrahmstrudel oder Malakofftorte. Wenn ich nicht so dringend endlich mal Original Wiener Schnitzel in Wien essen wollen würden, die Entscheidung würde schwer fallen. So ist es Gott sei Dank sehr einfach.

Wiener Küche im Lugeck

Zum Aperitif bestellen die Kollegin und ich Schaumwein mit Quitte und Zimt, die beiden Kollegen bleiben beim österreichischen Bier. Wir bestellen Schnitzel für alle, das hier mit Erdäpfel-Vogerl-Salat kommt. Gott sei Dank spreche ich kulinarisch in fast allen Sprachen und weiß sowohl, dass Erdäpfel Kartoffeln (einfach) und Vogerlsalat Feldsalat (nicht ganz so einfach) ist. (Was ich sonst unter anderem noch kenne: Paradeiser, Palatschinke, Schlagobers und Marillen und ja, ich gebe gerne damit an.)

Der Aperitif klingt nicht nur super, sondern schmeckt auch so, den Zimt schmeckt man weniger raus, dafür riecht es fast wie Apfelstrudel. Muss man sich merken und zu Hause nachbasteln, das kann ja nicht so schwer sein.

Dann kommt das Schnitzel, stilecht aus Kalbfleisch mit welliger Panade, dazu der Salat und Preiselbeeren. Dazu nehme ich noch eine Weißwein-Cuvée “Wiener Melange” von Fiona Figlmüller aus Grünem Veltliner, Riesling, Gemischtem Satz und Traminer, den ich mir sofort auch im Sechserkarton mit nach Hause nehmen würde, so schön frisch ist er. (Das Etikett ziert im Übrigen ein Heißluftballon, da kann man sich schon ein bisschen verlieben.)

Wiener Küche im Lugeck

Zurück zum Schnitzel: Toll ist das. Wunderbar zart mit einer Panade, die vom Fleisch quasi abfällt, dazu ein toller Kartoffel… Pardon Erdäpferlsalat, den ich so gut selten gegessen habe und passend dazu ein Töpfchen mit Preiselbeeren. Natürlich weiß ich, dass ein Wiener Schnitzel ein Klassiker ist, aber wieso das völlig zu Recht so ist, wird mir erst jetzt richtig bewusst.

Die Portion ist übrigens sehr ordentlich, ich bin pappsatt, mag aber kaum aufhören, weil alles so lecker ist und futtere weiter fleißig Schnitzel. Nach dem Wein bestelle ich ein Marillen-Kracherln, also eine Aprikosenschorle, die mich einen Tag später in tiefe Traurigkeit stößt, weil sie in Deutschland kaum aufzutreiben zu sein scheint. Mehr Marillen-Kracherl in Deutschland! Vor allem, wenn Sie so wunderbare Namen wie “Herr Frischend” haben, übrigens auch eine Marke der Figlmüller-Group.

Wiener Küche im Lugeck

Der Bauch ist zwar eigentlich schon voll, Nachtisch muss aber noch, ich bin immerhin in Wien. Aus Angst vor Rosinen im Essen nehme ich die Malakofftorte mit Marillenröster. Malakofftorte, so erklärt die Kollegin, ist ein bisschen wie Tiramisu, nur anders und das stimmt auch. Löffelbiskuits mit einer Crème dazwischen, dazu süßsauerfruchtiges Aprikosenkompott. Man muss mich gleich ins Hotel rollen, aber das war es wert.

Wiener Küche im Lugeck

Es gab nichts zu meckern im Lugeck, ich würde jederzeit wieder und mich dann in Ruhe einmal quer durch die Karte futtern. Auch die wechselnde Spezialitätenkarte klingt verführerisch, da gibt es noch viel zu entdecken.

Wer also nur kurz in Wien ist und zu diesem Anlass ganz klassische Wiener Küche haben will, der kann getrost im Lugeck (und Gerüchten zufolge auch in die anderen Figlmüller-Restaurants) einkehren. Und ich könnte jetzt eigentlich auch mal wieder.

Wiener Küche im Lugeck

Lugeck
Lugeck 4
1010 Wien
Tel: +43 1 512 50 60
www.lugeck.com
info@lugeck.com

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1 Comment

  1. Ein schöner Beitrag. Wobei ich zu deinem “Österreichen Küchenwortschatz” sagen muss, dass der eigentlich sogar zum Teil deutsch ist – in Bayern sagt man auch “Vogerlsalat”, in Bayern und BaWü auch “Marillen”. Als Ergänzung zum österreichischen Wortschatz kann ich dir aber noch “Schmetten” für Schmand geben. Daher stammt übrigens auch das Wort “Schmetterling”.

    Vielen Dank und bis zum nächsten Post,
    Fabian

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