Hochzeitstortenchallenge Torte 2: Schwedische Mandeltorte

Mandeltorte

Zugegebenermaßen war das zweite Tortenexperiment ein bisschen geschummelt. Aber ich liebe die von IKEA und aus dem Gefrierschrank allseits bekannte Schwedische Mandeltorte so sehr, dass ich nicht lange warten konnte, um selber eine zu backen. In der aktuellen Ausgabe der Lecker (Mai 2012) war nämlich ein Rezept von Jeanny von Zucker, Zimt & Liebe für eben solch eine. Und immerhin, es heißt ja Schwedische MandelTORTE, also zählt es irgendwie. Keine Backerfahrung ist umsonst.

Lecker

Der Teig ist im Prinzip so eine Art gestrecktes Baiser, und besteht lediglich aus Eischnee, Zucker und gemahlenen Mandeln. Wenn man alles richtig macht wird er schön leicht und ein bisschen fluffig. In meinem Fall wollte der zweite Boden, also der für obendrauf, nicht ganz so, wie ich wollte und riss beim Draufhieven an einer Stelle auseinander (unten abgebildet). PANIK! BACKPANIK! Gott sei Dank konnte man den Riss, der in meinen persönlichen perfektionsorientierten Tortenbäckeraugen aber mindestens mit der San-Andreas-Spalte vergleichbar war, mit der Buttercreme schön verdecken und nachher hat keiner was gemerkt, noch nicht mal ich.

PANIK!

Überhaupt die Buttercreme. Die besteht aus Sahne, Zucker, einer Menge Eigelb und Butter. Die Butter muss man schön lange mit dem Handrührer schaumig schlagen. Und mit schön lange meine ich sehr, sehr lange. Unglaublich lange. Bis einem der Arm weh tut. Dann ist sie aber auch wirklich schön schaumig. In der Buttercreme sind also geschätzt alle Kalorien vonne Welt. Deswegen schmeckt sie ja so unglaublich gut, man weiß ja, vun nix kütt nix.

Eier

Eigelb

Creme

Das größte Problem hatte ich eigentlich dabei, die Creme auf dem Tortenrand ordentlich und ausreichend zu verstreichen. Dafür braucht’s Geduld und die richtige Taktik, die ich aber erst noch finden muss. Jedenfalls hoffe ich, dass es eine richtige Taktik gibt. Es kann nicht sein, dass andere Leute sich dabei genauso dumm anstellen wie ich.

Torte

Insgesamt also ein supereinfaches Rezept mit erstaunlich wenig Zutaten und mit Begeisterungsgarantie. Ob es als Hochzeitstorte taugt, na ja, ich weiß nicht. Die Torte ist recht flach und jetzt optisch so mittelspektakulär. Allerdings könnte man sie natürlich doppelt so hoch bauen und dann statt mit Mandelblättchen mit gezuckerten Beeren und essbaren Blüten verzieren, das könnte ich mir durchaus vorstellen. Schmecken tut sie auf jeden Fall unglaublich gut. Selbst der Mann, der von sich selber behauptet, nicht so der Kuchenliebhaber zu sein, war sehr angetan.

Stück

Schwedische Mandeltorte

8 Eier
400 g Zucker
200 g Schlagsahne
150 g weiche Butter
200 g gemahlene Mandeln (mit Haut)
75 g Mandelblättchen

(Ich hab beim Eischnee-Schlagen immer noch eine Prise Salz zum Eiweiß gegeben. Warum, weiß ich auch nicht so genau, ich dachte, das sollte so.)

1. Backofen auf 175°C vorheizen. Eine (wer hat, auch zwei davon) Springform mit Backpapier auslegen. Die Eier trennen, dabei jeweils 4 Eiweiß in getrennte Schüsseln geben und kalt stellen.

2. Sahne mit 200 g Zucker erhitzen und aufkochen, dann vom Herd nehmen. 1/3 der Sahne mit dem Eigelb schnell und kräftig mit einem Schneebesen aufschlagen, dann mit der restlichen Sahne mischen. Auf dem Herd noch mal ungefähr 5 Minuten erhitzen (nicht kochen lassen!), bis die Mischung eine dickcremige Konsistenz erhält.

3. Die Creme sofort direkt auf der Oberfläche mit Frischhaltefolie abdecken und kalt stellen.

4. Eine Portion Eiweiß steif schlagen, dabei 100 g Zucker einrieseln lassen. Wenn der Eischnee schön steif geschlagen ist, 100 g Mandeln unterheben. Die Eiweiß-Mandel-Mischung in die Springform geben und glatt verstreichen. Dann für 15 bis 20 Minuten in den Ofen damit.

5. Den fertig gebackenen Boden aus dem Ofen nehmen, mit einem Messer vom Rand lösen, aus der Form nehmen und auskühlen lassen. Damit hätten wir dann schon mal den ersten Boden und den zweiten machen und backen wir genauso.

6. Butter sehr, sehr lange (8 bis 10 Minuten, gefühlt eher so eine halbe Stunde) mit dem Handrührgerät cremig schlagen. Die Eigelb-Sahne-Mischung esslöffelweise darunterschlagen.

7. Mandelblättchen in einer Pfanne ohne Fett goldbraun anrösten. Vorsichtig, die werden schnell schwarz, also immer gut aufpassen. Etwa 1/3 der Buttercreme auf dem ersten Boden gut verstreichen. Den zweiten Boden draufsetzen und die Torte mit dem Rest der Creme bestreichen. Mandelblättchen auf der Torte verstreuen. Die Torte zum Festwerden in den kalt stellen.

8. Nach ausreichend Festwerdzeit aus dem Kühlschrank befreien, in Stücke schneiden, genießen. Lecker.

Mandelblättchen

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3 Comments

  1. Susanne

    Hallo Anne, ich hab die Torte gerade nachgebacken, mit der Hälfte der Zutaten, da ich nur ne kleine Springform (18cm?) hab. Welche Form hast du genommen bzw. für welche ist die angegebene Zutatenmenge ausgelegt? 24 oder 26 cm?
    Bin durch Zufall auf deinen Blog gestoßen, sehr schön! Sehr unterhaltsam geschrieben und die Leidenschaft hat sich auf mich übertragen… (bin sonst nicht so die Bäckerin). Dankeschön!

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