Month: August 2012

Ein bisschen Elsass in Konstanz: Storikenescht

Restaurant

Schon beim vorletzten Konstanzbesuch hatte ich das Storikenescht ausgeguckt, da hatte das Restaurant aber wegen Urlaubs geschlossen und so landeten wir irgendwo anders. Dieses Mal haben wir es aber endlich geschafft und konnten uns bei schönem Wetter auf der Außenterrasse einen lauschiges Plätzchen suchen.

Der eindeutig französische Akzent der Inhaberin lässt hoffen, dass hier wirklich authentisch französisch bzw. elsässisch gekocht wird. Die Speisekarte sieht auch gut aus. Flammkuchen gibt es natürlich, aber eben auch allerlei andere französische und elsässische Leckereien.

Karte

Zunächst einmal gibt es aber den Aperitif, Sekt mit Brombeersirup für mich und Picon Bière, Bier mit Orangenbitter, für den Mann und den Schwiegervater. Davon muss ich natürlich auch mal probieren und ja, das ist lecker erfrischend.

Picon Bière

Der Mann und ich teilen uns Gänseleber auf karamellisiertem Apfel zur Vorspeise und dann nimmt er ganz zünftig das Choucroute garnie, also Sauerkraut auf elsässische Art. Auf elsässische Art, das haben wir schon im Urlaub in Colmar gelernt, heißt meistens “mit viel Fleisch”. Ich nehme lieber etwas “Leichtes”, nämlich den lauwarmen Linsensalat mit Schweinebäckchen und geräucherter Entenbrust.

Zunächst aber gibt’s einen kleinen Gruß aus der Küche, vier kleine Flammküchlein landen auf dem Tisch. Kurz gesagt, wenn die großen Flammkuchen so lecker sind wie die kleinen, dann kann man im Storikenescht sehr, sehr gut Flammkuchen essen.

Flammkuchen

Die Vorspeise kann auch was. Die Gänseleber, leicht angebraten, darunter die Äpfel und dazu noch leckerer Salat mit Vinaigrette. So hab ich mir das vorgestellt. Die Gänseleber ist kaum gewürzt, was uns zunächst irritiert, aber eigentlich ist das sehr lecker so.

Gänseleber

Zum nächsten Gang bestellt der Mann ein Bier mit Grenadine, einfach weil’s interessant klingt. Beim Probieren merkt er aber, dass das wohl doch nicht so sein Ding ist, also darf ich das Bier haben und er bestellt einfach ein normales Bier ohne was drin.

Bier mit Grenadine

Dann kann’s weitergehen mit der Hauptspeise. Das Choucroute garnie kommt erwartet üppig daher, auch der lauwarme Linsensalat, eigentlich eine Vorspeise, ist als Hauptgericht vollkommen ausreichend. An beiden Gerichten gibt es nichts zu meckern. Die Schweinebäckchen sind vielleicht das Zarteste an Fleisch, was ich in langer Zeit auf dem Teller hatte und fallen beim Angucken schon fast auseinander.

Choucroute garnie

Eine sehr ordentliche Portion Choucroute garnie.

Linsensalat

Beim Nachtisch mussten wir gar nicht lange überlegen. Tarte Tatin stand auf der Karte und wenn es irgendwo Tarte Tatin gibt, dann wird die auch getestet. Für die Schwiegermutter gibt’s Gugelhupf-Eis mit Kirschen und für den Schwiegervater Münsterkäse mit Kümmel.

Der Mann findet die Tarte Tatin sehr gut, ich eher so normal gut, irgendwas fehlt, aber ich könnte noch nicht mal sagen, was. Dafür begeistert der Münsterkäse.

Tarte Tatin

Zwischendurch streicht noch eine rote Katze um die Terrasse, der Abend bleibt lauschig am Döbele und wir können mit gut gefüllten Mägen nach Hause gehen. Schön ist es im Storikenescht und vor allem lecker und authentisch. Wer in Konstanz landet und spontan Lust auf elsässische (und französische) Küche bekommt, der ist hier gut aufgehoben. Und alle anderen, die einfach nur gut essen wollen, natürlich auch.

Haus

Restaurant Storikenescht
Döbelestraße 3
78462 Konstanz
Telefon: 07531/91 90 47

http://www.storik.de

Öffnungszeiten: Di ab 18 Uhr, Mi – So: 11:30 Uhr – 14:30 Uhr und 17:30 Uhr – 24:00 Uhr

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Communal Meals und Springbokkies: Shaka Zulu in Köln

draussen

Als wir aus Köln (bzw. aus Opladen) wegzogen, hatte das mit unseren Gourmetausflügen gerade erst angefangen, insofern bin ich trotz der vielen Jahre, die ich in und bei Köln gewohnt habe, ein bisschen unerfahren, was die Gastronomie dort so zu bieten hat. Außerdem ändert sich bei einer Stadt wie Köln ja auch laufend irgendwas, Altes macht zu, Neues auf und eh man sich’s versieht, weiß man gar nichts mehr.

Für unseren Ausflug nach Köln sollte es aber dann schon was Nettes sein, also besorgte ich mir Freitag noch schnell einen Gastroguide für Köln und blätterte schon in der U-Bahn gespannt rum. Tatsächlich war die Entscheidung dann recht schnell getroffen. Das Shaka Zulu im Belgischen Viertel sollte es sein. Schließlich waren wir mit zwei Südafrikanern auf Touritour in Köln und wir fanden, es wäre mal Zeit, ein bisschen was Südafrika-Feeling aufkommen zu lassen und nicht immer anderen was zu zeigen, sondern auch selbst mal was gezeigt zu bekommen.

Über die Online-Reservierung lief nix mehr am Samstag, aber ein Anruf im Shaka Zulu genügte, um doch noch einen Tisch für fünf Mann zu reservieren. Und nach einer ausgiebigen Tour durch Köln mit viel Gucken, Fahren, Laufen, Klettern und ein bisschen Shoppen, kamen wir dann um kurz vor sechs an.

Ventilator

Für uns war ein gemütlicher Tisch ganz hinten freigehalten worden, und dann war es erst mal Zeit, die Speisekarte zu studieren. Das löste schon kleine Begeisterungsstürme aus, anscheinend gab es bei den Gerichten und Getränken einiges, was eben typisch südafrikanisch ist. Wir kannten uns ja nicht die Bohne aus.

Tiere

Teller

Im Shaka Zulu gibt es Communal Meals, ein bisschen vergleichbar mit Tapas. Insgesamt standen sieben Gerichte zur Auswahl, aus denen man sich entweder drei oder vier als Menü aussuchen kann oder man nimmt einfach alle sieben mit zwei Beilagen (Reis und Pap) und Dessert. Für fünf Leute, so wurde uns erklärt, würde es dann auch reichen, einfach drei oder vier Mal das Gesamtpaket zu nehmen, und wenn wir dann doch noch Hunger hätten, dann könnte man eben noch nachbestellen.

So haben wir das dann auch gemacht. Drei Mal das Komplettmenü, zum Aperitif südafrikanischen Sekt mit Granatapfel und dann gespannt abwarten, was so kommen würde.

Aperitif

Die Deko, so bekamen wir versichert, sei auch sehr typisch südafrikanisch, alles aus Müll irgendwie hübsch zusammengebastelt, die Teelichthalter z.B. aus Kronkorken, die Spiegel an der Wand mit Vuvuzelas verziert, an den Wänden Tierkopflampen aus Glitzerperlen.

Kronkorken

Mit Brot und einem Zwiebeldipp vorneweg kamen auch die herrlich bunten Teller auf den Tisch und wir konnten loslegen. Zunächst also den Zwiebeldipp testen, aus einer Art Frischkäse oder Joghurt, auf jeden Fall lecker.

Zwiebeldipp

Als nächstes kamen Samoosas mit Hackfleischfüllung, Hackfleischbällchen mit Burenwurstgewürz und Weizengrützsalat, lauwarmer Süßkartoffelsalat mit Biltong (südafrikanische Trockenfleischscheiben) und Maniokkroketten mit einem scharfen Dipp. Das alles wurde in ebenso hübsch bunten Schüsseln serviert, es wurde rumgereicht, von allem probiert und alles für a) lecker und b) authentisch befunden. Puh. Stein vom Herz geplumpst.

Erste Runde

Ich hatte aber eigentlich damit gerechnet, dass wir nicht enttäuscht werden würden, schließlich ist der Chef des Ladens Südafrikaner, sollte sich also auch ausreichend auskennen.

Als nächstes kam dann ein angolanischer Fischeintopf, ein Bohnentopf mit Kochbananen und malawisches Hühnchen mit Tomaten und eingelegten Zitronen. Dazu dann auch die Beilagen, Reis und Pap. Pap ist dabei am ehesten mit Polenta zu vergleichen, wird – nach allem, was ich verstanden habe – auch aus Maismehl zubereitet und in Südafrika anscheinend zu fast jedem Anlass gegessen.

Pap

Die Beilagen, so erfuhren wir, werden immer erst zur zweiten Runde gereicht, damit die Gäste sich nicht schon mit der ersten Runde hoffnungslos überfressen und dann zur zweiten Runde keinen Hunger mehr haben. Auch so waren bei uns bei der zweiten Runde nicht alle Schüsselchen leer, es war also ausreichend für alle. Erstaunlicherweise war hier der Fischeintopf mein Favorit, während der Mann sich ein bisschen in das Hähnchen verliebt hatte.

Fischeintopf

Bohnen

Hühnchen

Auch der Cocktail, den ich noch bestellte, war lecker frisch und fruchtig und nicht so ganz ohne. Die Männer hielten sich statt dessen an Heineken vom Fass. Es gibt auch südafrikanisches Bier und Cider, allerdings nur aus der Flasche. Bei weniger heißen Temperaturen lohnt sich sicherlich auch ein Blick auf die Weinkarte, die von südafrikanischen Weinen (weiß, rot und rosé) dominiert wird, die zumindest von den Beschreibungen auch durchaus probierenswert klingen.

Cocktail

Als Nachtisch gab es Sherry Trifle, der eifrig gelöffelt und ebenfalls für sehr lecker befunden wurde.

Trifle

Und dann gab’s noch ein Highlight: Springbokkies! Springbokkies sind Shots aus Minzlikör und Amarula und vor allem eins: Großartig! So großartig, dass wir das schnellstmöglich zu Hause nachmachen müssen. Zwischen der ersten und der zweiten Runde Springbokkies kam die Rechnung ganz stilecht in selbstgebastelten Schächtelchen und nach der zweiten Runde Springbokkies machten wir uns dann satt, zufrieden und mit vielen neuen Eindrücken auf zum Bahnhof.

Springbokkie

Springbokkie II

Springbokkie mit Namenspaten

Das Shaka Zulu kann ich nur uneingeschränkt empfehlen. Das Essen war super, der Service unheimlich nett, die Atmosphäre schön entspannt und authentisch ohne dabei zu aufdringlich oder künstlich zu sein. Im Sommer gibt es übrigens auch ein paar wenige Plätze draußen. Und auch, wenn wir uns nur gelegentlich in Köln rumtreiben, hier waren wir sicherlich nicht zum letzten Mal.

Bar

Shaka Zulu
Limburger Straße 29
50672 Köln
Telefon: 0221/16 86 28 14

http://shakazulu-restaurant.de

Öffnungszeiten: Mo. – So. ab 17 Uhr

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Bochum kulinarisch

Willkommen

Eigentlich wollten wir hier ja gar nicht hin. Also nicht, dass wir die Bochumer Gourmetmeile nicht gut fänden, aber nach all dem Stress der letzten Wochen, waren wir so glücklich darüber, an diesem Wochenende so gar keine Pläne zu haben, dass wir an diesem grandiosen Zustand nichts ändern wollten.

Dann war das Wetter aber doch schön und dem Mann kribbelte es in den Füßen. “Lass doch mit dem Fahrrad nach Bochum fahren”, schlug er vor, und brauchte tatsächlich nicht lange, um mich davon zu überzeugen. Also auf die Räder geschwungen und ab durch Huttrop, Steele, Wattenscheid und was weiß-ich-nicht-noch, bis wir in Bochum am Rathaus ankommen.

Fiege

Die Gourmetmeile ist in vollem Gange, es ist wunderschönes Wetter und nach knapp 15 Kilometern Fahrerei hat man auch schon mal gut Durst und Hunger. Im Schnelldurchgang kreuze ich im Heftchen die interessantes Stände an und für den ersten Gang entscheiden wir uns für das “Oshi-Zushi” von Takeshi. Das ist Schichtsushi, das in diesem Fall noch oben flambiert wird. Dazu eine Flasche Wasser und los kann’s gehen.

Sushi

Oshi-Zushi

Soja

Ich find’s eigentlich ganz lecker, aber mit Stäbchen schwer zu essen, der Mann findet’s ein bisschen enttäuschend. Zu wenig ist es auch, jedenfalls für zwei hungrige Menschen. Also laufe ich gleich zum Zelt von Herrn B. und hole da das Juvenil-Ferkel mit Schalotte, einer Art Kartoffelplätzchen und Blutwurst. Für den Preis gibt’s eine meiner Meinung nach relativ kleine Portion, die aber dafür lecker ist.

Flaschen

Spanferkel

Als nächstes auf zum Strätlingshof. Da gibt’s nämlich Fleisch (FLEISCH!) aus dem 800° Grill – was auch immer das bedeutet. Wir nehmen das Luxusgericht, nämlich das Heritage Angus Brand Rib Eye aus Kanada. Das Salatbouquet ohne Dressing kann man getrost vernachlässigen, Fleisch, Baguette und Chili-Meersalz sind dafür unglaublich lecker. Dazu ein leckeres Fiege-Pils und alles ist super.

Schirme

Steak

Fiege-Pils

Weil wir uns heute mal nicht so den Bauch vollschlagen wollen, gehen wir gleich zum Dessert über. Bei der Orangerie im Stadtpark gibt’s Apfelküchlein mit Zwetschgeneis. Als der Mann die Küchlein bringt, erinnere ich mich wieder daran, warum Apfelspeisen bei mir so problematisch sind. Rosinen! Wer ist auf die Idee gekommen, dass in Äpfel und Rosinen zusammengehören. Na gut, die Rosinen pule ich dann halt raus und schiebe sie dem Mann hin. Vor allem in Kombination mit dem Zwetschgeneis sind die rosinenbefreiten Apfelküchlein aber doch ziemlich lecker.

Apfelküchlein

Tisch

Da Käse bekanntlich den Magen schließt gibt’s jetzt noch eine Portion vom hausgemachten getrüffelten Brie de Meaux vom Livingroom. Und der ist jetzt aber mal richtig lecker und wird von uns ratzeputz vertilgt.

Käse

Es war ein kurzer Ausflug dieses Mal zur Bochumer Gourmetmeile. So langsam reicht’s dann eben auch. Jetzt freuen wir uns noch auf die letzte Gourmetmeile auf Zeche Zollverein Ende August und dann geht’s erst mal in den Urlaub. Aber schön war’s in Bochum. Die Sonne schien, das Essen war lecker, es war nicht überfüllt, lediglich die Sonnenschirme und der Wind waren nicht so kompatibel.

Kleiner Wermutstropfen: Dass in den Menüheftchen immer noch keine Preise angegeben sind, nervt schlicht und einfach, denn die sind nicht zuletzt auch immer ein Wegweiser, wenn man sich vielleicht schon zu Hause seinen kleinen Meilenfahrplan zusammenstellen will. Bitte ändern, ansonsten darf alles bleiben, wie’s ist.

Kräuter

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112 Cupcakes und eine Torte: Ressourcen und Danksagungen

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Bevor ich mich demnächst an die Rezepte für die Hochzeitscupcakes mache, hier zunächst die leichtere Übung: Danksagungen und Ressourcen. Damit ihr euch nicht fragen müsst, wo der ganze Krempel herkam.

Die Cupcakeförmchen und Strohhalme kamen von dem wunderbaren Onlineshop der Schönhaberei und ich war begeistert: Superqualität, schnelle Lieferung und ein nettes Dankeschön. Es hat mich wirklich gefreut und ich warte nur auf die nächste Gelegenheit, hier wieder tolle Sachen bestellen zu können.

Die “Love”-Zuckerdeko auf dem Hochzeitskuchen kam von Bertine. Dort wollte ich auch eigentlich die Marzipanherzen bestellen, aber es gab nur noch eine Packung mit 15 Stück und das war eindeutig zu wenig. Gott sei Dank habe ich dann die gleichen oder extrem ähnliche Marzipanherzen noch zufällig bei Hema in Essen gefunden.

Die Hochzeitstortenfigur kam von Amazon. Die hat aber die Braut bestellt und nicht ich.

Die Fähnchen haben ich mit Zahnstochern und masking tape von der tape factory selbst gebastelt. Geht supersimpel und sieht total hübsch aus.

Der Tonic für die Gin-Tonic-Cupcakes war von Fentimans, und wird in Deutschland z.B. von manufactum vertrieben, dort habe ich jedenfalls bestellt.

Als Gin habe ich Hendrick’s Gin genommen, den ich selbstverständlicherweise bei Banneke in Essen sofort gefunden habe. Die haben einfach alles. Und noch ein bisschen mehr.

Und nicht zuletzt war die Etagere eine freundliche Leihgabe von Schnitzlers Restaurant in Essen-Byfang. Bei der Abholung wurden von Peter Schnitzler höchstpersönlich noch schnell alle Schräubchen angezogen und die Stützen noch mal angeleimt. Dafür ein besonderes Dankeschön, es sah dann nämlich auch super aus.

Vollkommen außer der Reihe: Der sensationelle Petticoat kam ganz fix vor der Abfahrt zur ersten Hochzeit noch vom Onlineshop der Blutsgeschwister. Seit ich ihn habe, finde ich, dass man unbedingt einen Petticoat besitzen sollte. Also zumindest, wenn man auch Kleider und Röcke trägt.

(Alle anderen Zutaten gab’s bei EDEKA und REWE und vom Wochenmarkt in Essen-Holsterhausen. Und ich hab jetzt hoffentlich nichts vergessen.)

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Kindheit und Nostalgiekram: Marillenknödel

Knödel

Die ersten vierzehn Jahre meines Lebens wohnten wir bei meinen Großeltern im Haus. Für die Eltern vermutlich nicht allzu unpraktisch, für mich hauptsächlich schön.

Auch Mittagessen gab es oft bei Oma und Opa, da gab es selbstgemachte Hühnersuppe mit Hühnerherz und allem drum und dran, ganze Forellen lagen in der Küche, an Sankt Martin gab es Lebkuchen und Heiligabend gab es immer Heringssalat (von dem ich nie probiert habe), und wann immer ich wollte gab es das beste Tomatenbrot der Welt.

Und Marillenknödel gab es. Die hießen bei uns auch immer Marillenknödel, obwohl wir ja mit Österreich gar nichts am Hut haben. Man darf also auch meinetwegen Aprikosenknödel sagen, wenn einen das weniger verwirrt.

Aprikosen

Gestern gab es bei uns auch Marillenknödel, so wie ich das von Oma und Opa kenne. Dazu muss man schon mal von vornherein zugeben, dass der Knödelteig ganz simpel von Pfanni kommt, da hatte wohl auch Oma keinen Bock drauf, den selbst zu machen. Das macht die Sache aber umso einfacher und lecker ist es sowieso.

Knödel

Marillenknödel
für 4 Personen

1 Packung Knödelteig halb und halb (für 12 Knödel)
10 bis 12 Aprikosen
10 bis 12 Zuckerstücke
ein gutes Stück Butter
Semmelbrösel
Zucker und Zimt zum Bestreuen

1. Aus dem Knödelteigpulver nach Anweisung Knödelteig herstellen.

2. Aprikosen aufschneiden und entkernen. In die Kernmulde jeweils ein Stück Würfelzucker legen (ich hatte keinen Würfelzucker und hab einfach ein bisschen von der Zimtzucker-Mischung reingebastelt, das ist aber ungleich nerviger).

3. Jeweils ein gutes Stück von dem Knödelteig abstechen, in der Hand flachdrücken und eine Aprikose darin einwickeln und schön festdrücken. Die ganze Aprikose muss mit ausreichend Teig umwickelt sein. (Bei mir reichte es für 11 kleine Aprikosen.)

4. Knödel nach Packungsanweisung kochen.

5. Semmelbrösel mit ein bisschen Butter in einer Pfanne anrösten, beiseite stellen. Kurz bevor die Knödel fertig sind, Butter zerlassen und ebenfalls beiseite stellen.

6. Die Knödel mit zerlassener Butter, gerösteten Semmelbröseln und Zimtzucker servieren, das kann dann jeder so über die Knödel verteilen, wie er es mag. Lecker.

Knödel

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Rü… Genuss pur: Gourmetmeile am Girardethaus

Bogen

Es ist mal wieder soweit! Die nächste Gourmetmeile steht an, diesmal “Rü… Genuss pur!” auf dem Parkplatz am Girardethaus in Essen-Rüttenscheid. Mit sieben Mann tanzen wir am Freitagabend da an und merken schnell, dass uns eine kleine Herausforderung bevorsteht. Der Platz ist rappelvoll und die Leute, die schon einen Platz an einem Tisch ergattert haben, halten sich bei strahlendem Sonnenschein recht stur an ihren Getränken fest.

Wir lassen und aber nicht abschrecken, teilen uns auf und nehmen das Projekt “Gourmetmeile Rüttenscheid” in Angriff. Doreen holt Vorspeise 1 und 2, Sandra Vorspeise 3, der Mann besorgt eine Flasche Crémant, der andere Mann und die zwei südafrikanischen Kollegen suchen einen Tisch und ich hüpfe zwischen allen hin und her und versuche, den Überblick zu behalten.

Irgendwann haben wir tatsächlich drei Vorspeisen, eine Flasche Crémant, sieben Gläser und ebenso viel Besteck, nur einen Tisch haben wir nicht. In der Not ziehen wir uns auf den Weg hinter der Gourmetmeile zurück, finden dort einen Stromkasten oder so und improvisieren dann eben. Teller und Gläser passen drauf, es wird ausgeschenkt, das Besteck verteilt und dann darf sich auf die Teller gestürzt werden.

Tisch

Der erste Guerillaschlemmertisch. Improvisation ist alles.

Das Urteil lautet: Alles lecker. Die Pastrami ist super, genau wie der Tomatenbrotsalat, Doreen verliebt sich spontan in den Ziegenkäse mit Bacon und Brombeersauce und ich finde den Vorspeisenteller vom La Turka ziemlich toll.

Pastrami

Geräuchertes Pastrami-Rind auf Tomaten-Brot-Salat von Bliss

Ziegenkäse

Lauwarmer Ziegenfrischkäse im Speckmantel mit Brombeer-Kaffee-Sauce und Knusperbrot von Bliss

La Turka

Orientalischer Vorspeisenteller: Balsamico Tabouleh, Geriebener Weißer Käse in Créme fraiche an pikantem Tomaten-Schalottenpüree, Scampis in Knoblauchcréme, dazu gefüllte Blätterteigröllchen von La Turka

Foodblogger

Gewohnte Ansicht: Foodblogger können’s nicht lassen.

Mittlerweile wird ein Guerillabiertisch ein Stück den Weg runter frei, den wir sofort erobern und somit unseren kleinen Schlemmertisch für die nächsten vier Stunden gefunden haben.

Guerillaschlemmertisch

Guerillaschlemmertisch minus zwei Getränke– und Panzerottiholende Männer.

Für die nächste Runde ziehen Patience und ich los und reihen uns in der langen Schlange am Bistecca-Zelt ein. Hier holen wir Tranchen vom US-Beef und Tatar, und als wir zurückkommen, stehen schon zwei Teller mit Trüffelgnocchi auf dem Tisch. Der andere Mann ist noch unterwegs, eine Portion Panzerotti holen und in der Zwischenzeit räubern wir schon mal die anderen Teller. Die Tranchen vom US-Beef mit den Pommes Julienne und Barbeque-Sauce sind ziemlich toll, der Tatar leider ein bisschen versalzen. Trüffelgnocchi gehen bei mir immer und diese besonders. Dagegen finde ich die Panzerotti zumindest im Direktvergleich eher unspektakulär.

Tranchen

Tranchen vom US Nebraska Beef mit Pommes Julienne & hausgemachter BBQ Sauce vom Bistecca Grillroom

Tatar

Tatar vom US Beef auf Kartoffelrösti & Creme Fraiche vom Bistecca Grillroom

Gnocchi

Gefüllte Gnocchi in Trüffelsahnesauce vom Capobianco

Panzerotti

Panzerotti Tartufo: Hausgemachte Nudeln in Trüffelsauce mit frischen schwarzen Trüffel und Parmiggiano von der Trattoria Trüffel

Mittlerweile sind wir auch zu zehnt, weil spontan noch drei Freundinnen des südafrikanischen Kollegen zu uns gestoßen sind. Unser Guerillaschlemmertisch ist also gut besetzt, und obwohl der größte Hunger gestillt ist, ziehen Doreen und ich noch mal zum neuen Tapas-Restaurant Tapita und besorgen einen Teller Paella. Die kommt zwar schön mit einer großen Gamba und einer Grünschalenmuschel, dafür ist das Hühnchenfleisch ein bisschen zu trocken. Ansonsten gibt es aber nichts zu meckern.

Paella

Paella von der Tapita Tapas Bar

Beim Dessert sind wir alle schon zu faul, um großartig in Aktion zu treten, also holen Patience und ich einfach zweimal den Pfirsich-Salat mit Trüffeleis von der Schwarzen Rose/Maksim chez Schmitz, was sich als ziemlich gute Wahl rausstellt: Zwei Sorten auf irgendeine Art marinierter Pfirsisch mit ziemlich genialem Eis. Bestimmt gab’s auch viele andere gute Desserts, aber mit diesem hier sind wir ziemlich gut gefahren.

Pfirsichsalad

Pfirsich-Salat mit Trüffeleis von Maksim chez Schmitz/Schwarze Rose

Wir sitzen noch ziemlich lang da und reden und trinken, holen zwischendurch noch ein paar Cocktails und irgendwann ist Mitternacht und wir machen uns auf den Weg zu Hause. Gourmetmeile mit sieben (bzw. zehn) Mann ist zwar anstrengend und ein bisschen chaotisch, aber mit ein bisschen Improvisation durchaus machbar und dann ziemlich toll.

Wegweiser

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Die Gourmetmeile “Rü… Genuss pur!” findet noch bis Sonntag auf dem Parkplatz hinter dem Girardethaus in Rüttenscheid statt. Wir haben einiges getestet und sind zu dem Schluss gekommen: Es lohnt sich.

Mehr Information und das gesamte Speisenangebot gibt’s hier: http://www.rue-genuss-pur.de/

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