Month: April 2012

Bürokost: Pastramischlacht zum Ausstand

Pastrami-Sandwich

Kollege B. hatte heute seinen letzten Tag. Schon zu seinem Geburtstag konnte er mit einer besonderen Leckerei aufwarten und schleppte statt Kuchen einen Block Pastrami an, zusammen mit Brot, Honig-Senf-Mayonnaise und Sandwichgurken. Als er ein bisschen nachhakte, ob es denn zur Ausstandsfeierlichkeit irgendwelche besonderen Wünsche unsererseits gebe, kam es wie aus einem Mund: “Noch mal Pastrami!”

Pastrami ist ein geräuchertes und gewürztes Fleischstück, meist wohl Rind. Ich kannte es schon, obwohl ich nicht sicher bin, ob ich vorher schon mal Pastrami gegessen habe. Anscheinend habe ich ausreichend USA-Erfahrung, dass ich diese Delikatesse recht gut einordnen konnte.

Pastramiblock

Also gab es heute statt Kantinenkost oder Mittagstisch beim Vietnamesen die zweite große Pastramischlacht. Für sieben – hauptsächlich männliche – Kollegen braucht man dafür:

  • ca. 2 kg Pastrami (wenn nicht mehr)
  • 7 Ciabatta-Brote (nein, ich scherze nicht)
  • 2 Gläser Honig-Senf-Mayonnaise
  • 2 Gläser Sandwichgurken
  • viel Geduld

Zutaten

Liebevoll hat Kollege B. die Pastramischeiben hauchfein von dem Block abgesäbelt bis die Hand krampfte. In der Zwischenzeit wurde das Brot durchgeschnitten, einmal quer, einmal längs, beide Hälften mit ordentlich Honig-Senf-Mayonnaise bestrichen, dann mit einem Berg Pastrami und anderthalb bis zwei Gurkenscheiben belegt und zugeklappt.

Säbeln

Fleischhaufen

Ich plädiere nach diesem zweiten Pastramierlebnis für deutlich mehr Pastrami in Deutschland. Lecker. Anscheinend hat der Kollege schon viel experimentiert, und mittlerweile die optimalen Sorten Mayonnaise und Gurken gefunden.

Mayonnaise

Nach einem Sandwich ist man eigentlich schon pappsatt. Das zweite etwas kleinere Sandwich hab ich eher noch verdrückt, weil’s so lecker war. Wie zwei andere Kollegen es geschafft haben, drei normal große zu verdrücken, ist mir nach wie vor unklar. Ich leg mich jetzt jedenfalls gleich auf die Couch, um weiter zu verdauen.

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PS: Pastrami gibt es unter anderem im Frischeparadies, allerdings da wohl nur in diesen großen Blöcken. Angeblich auch in irgendeiner Metzgerei in München. Wer da nähere Informationen braucht, ich kann noch mal nachfragen. Auch im IMA kitchen in Frankfurt gibt es Pastramiburger. Es besteht also Hoffnung.

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Grosses Raclettegelage im Petite Raclette in Essen-Werden

Das Petite Raclette heißt jetzt Komma Essen. Es gibt aber immer noch Raclette.

Schild

Wir waren jetzt endlich im Petite Raclette, wo wir schon mal so nett Desserts verspeist hatten, diesmal aber zu viert und zum richtigen Raclette-Essen. Am Telefon sagte man mir schon, dass es eventuell kein Raclette mit Grill, sondern lediglich eines mit Kerzen geben würde, zu dem man dann auch kein Fleisch kriegen könnte. Das war uns aber egal, wir wollten das trotzdem probieren, und machten an einem verregneten Abend einen kleinen Ausflug nach Essen-Werden.

Draussen

Tafel

Das Petite Raclette befindet sich in einem hübschen kleinen Gässchen in der Altstadt von Werden. Draußen begrüßen uns Blumen und die handgeschriebenen Tafeln, drinnen erwartet uns ein schöner uriger Holztisch mit einem französisch angehauchten Reservierungsschild. Die Bestellung ist eine mittelschwere Geburt, wir bestellen quer die Raclettebeilagen durch, verwirren dabei nicht nur uns ein bisschen, sondern auch den Service, der daraufhin wieder uns ein bisschen verwirrt. Letztlich klappt aber alles. Es gibt auch noch Grillraclette, nur kein Rinderfilet mehr, die letzte Portion ist an den Nebentisch gegangen.

Reserviert

Wir kriegen den Aperitif (für mich den unten abgebildeten Kir) und auch direkt eine Flasche Weißwein. Dann kommt auch die Chefin (vermute ich jedenfalls) an unseren Tisch und sagt uns, dass sie jetzt doch noch schnell ein bisschen Rinderfilet gekauft hätte, wenn wir also was haben wollten, ginge das doch. Klar wollen wir und bestellen gleich zwei Portionen. Wir freuen uns über diese glückliche Wendung, dann stoßen wir an und warten auf das Raclettegelage.

Kir

Wein

Los geht’s: Das Raclette wird an den Tisch gebracht, eingesteckt und eingeschaltet. Dazu bekommen wir jeder einen Teller, Raclettepfännchen und Holzschaber. Außerdem Brot mit Butter, Kartoffeln und Raclettekäse. Die Spannung steigt.

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Zubehör

Dann wird richtig aufgefahren. Auf unserem Tisch landet schließlich folgendes (wenn ich nicht noch was vergessen habe):

  • Hühnchenfiletstreifen
  • Rinderfiletstreifen
  • Flusskrebse
  • Trüffelsalami
  • halbgetrocknete Tomaten
  • Feigen und Feigensenf
  • zwei Sorten Chutney

Dann ist der Tisch auch richtig voll und wir können damit anfangen, das Fleisch auf den Grill zu schmeißen und unsere Pfännchen kreativ zu füllen und das machen wir auch und die folgenden gefühlt fünfzig Bilder geben hoffentlich einen ganz guten Eindruck von unserem kleinen Gelage.

Fleisch

Salami

Rind

Chutney

Kartoffel

Raclette

Kreativküche

Mehr Kreativküche

Brot

Irgendwann ist alles aufgefuttert, die letzten Brotscheiben werden noch geröstet. Was am Anfang noch so wenig aussah, hat vollkommen gereicht, nur Brot und Kartoffeln lassen wir noch einmal bringen. Da man beim Raclette ja die Hälfte der Zeit mit Warten beschäftigt ist, läuft man eben nicht so Gefahr, sich erstmal den Bauch voll zu hauen, bevor man merkt, dass man schon längst satt ist.

Tafel

Nur Platz für Dessert ist natürlich noch. Wir bestellen einmal die angebotenen Desserts durch, Soufflé von weißer Schokolade mit Himbeersauce, Apfeltarte, Schokoladenkuchen und Zitronen-Mandel-Kuchen. Alles sieht schon lecker aus, und jeder probiert mal bei jedem, das Soufflé ist (wie angekündigt) sehr süß, aber auch sehr lecker, der Schokoladenkuchen herrlich schokoladig, der Apfelkuchen ist ebenfalls sehr lecker, und meine Zitronen-Mandel-Tarte sowieso. Diesmal mag ich tatsächlich meine Wahl am liebsten, wobei auch wirklich alles lecker ist und – wie unten gezeigt – auch sehr gut aussieht.

Souffle

Schokotorte

Apfeltarte

Zitronen-Mandel-Tarte

Danach sind wir richtig gut satt gegessen und glücklich. Bei der Verabschiedung frage ich noch mal nach und man erklärt uns, dass Raclette im Sommer nicht so gut läuft und sie deswegen in dieser Zeit nur das kleine Kerzen-Raclette anbieten, das eben leider nicht heiß genug wird, um Fleisch zu garen, aber für Käse und die restlichen Beilagen durchaus ausreicht. Also, Raclette gibt’s immer, im Sommer aber nicht das Komplettprogramm. Ansonsten kann man aber noch Flammkuchen, Salate, Baguettes und andere französische Leckereien schlemmen.

Sehr netter Service, generell sehr nette Bekümmerung, der französische Flair wird hier gut durchgezogen, sehr sympathisch das alles. Und wir? Wir tapern satt und glücklich zurück zum Bahnhof und machen uns auf den Weg nach Hause.

Petite Raclette

petite raclette
Hufergasse 7 – 9
45239 Essen-Werden
Telefon: 0201/50 78 42 65

http://www.petiteraclette.de/

Öffnungszeiten: Di – So: 11 – 23 Uhr, Mi: 17 – 23 Uhr

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Hochzeitstortenchallenge “Torte” 3: Erdbeer-Daiquiri-Cupcakes

Cupcake

Es geht in die dritte Runde. Zu Recherchezwecken begab ich mich in die Mayersche Buchhandlung in Essen und hab da einen Haufen Backbücher durchgeblättert. Die meisten waren zwar interessant, aber nicht zwingend für meine Ideen zur Hochzeitstortenchallenge gemacht. Ein Backbuch speziell für Cupcakes begann mit der Aussage, Cupcakes hätten früher Muffins geheißen oder einem ähnlichen Unsinn, da hab ich’s schnell wieder zugeklappt. Über die Unterschiede zwischen Muffins und Cupcakes, wie man sie mir erklärt hat, muss ich wohl noch mal schreiben.

Buch

Eines jedoch war wie gemacht für mich und das Tortenprojekt. Fast jede Seite sah aus wie ein Gewinner. Ich rede von “Süße Sünden”, dem Backbuch der Londoner Hummingbirg Bakery. So toll. Alles klingt und sieht lecker aus. Rein vom Inhalt würde ich sagen, hat es tolle Chancen das zweite Superbackbuch zu werden. Vorausgesetzt, die Backwerke schmecken dann nachher auch so toll.

Rezept

Ich hatte Doreen ja direkt beim ersten Gespräch einen Cupcake-Turm vorgeschlagen. Nachdem sie jetzt Bilder davon gesehen hat, wie das so aussehen kann, ist die Idee wieder auf dem Tisch. Ich denke, so ein Cupcake-Turm hat mehrere Vorteile. Erstens sieht es superhübsch aus, zweitens erspart man sich die Matscherei am Hochzeitkuchen. Matscherei ist vielleicht ein bisschen übertrieben, aber es ist doch eine nette Idee, wenn jeder Gast sich einen niedlichen kleinen Cupcake schnappen kann, komplett mit Verzierung und allem drum und dran. Zum Anschneiden gäbe es dann noch einen richtigen, aber eben nicht so großen, Kuchen oben drauf, und den kann man dann auch zu zweit anschneiden. Soweit zumindest die Idee.

Glitzerzucker

Im neuen potenziellen Superbackbuch habe ich dann ein Rezept für Erdbeer-Daiquiri-Cupcakes gefunden, gefolgt von Rezepten für Pina-Colada-Cupcakes, Schoko-Brandy-Cupcakes und Mojito-Cupcakes. Wie großartig ist das denn? Ich stelle mir einen Cupcake-Turm vor, mit ganz vielen kleinen Cocktail-inspirierten Cupcakes, schön bunt und ein bisschen kitschig verziert. Noch eine Sorte Cupcakes ohne Alkohol, oben der Kuchen. Im Übrigen ist das mit dem Alkohol nicht so schlimm, der Rum wird erst aufgekocht und dann teilweise mitgebacken. Keine Ahnung, wie viel wirksamer Alkohol da noch übrig bleibt, man schmeckte auf jeden Fall nichts raus.

Erdbeer

Überrascht war ich von der Art, wie offensichtlich in der Hummingbird Bakery Teig gebacken wird. Alle trockenen Zutaten und die Butter werden zunächst zu einem sehr sandigen “Teig” gerührt, dann werden die flüssigen Zutaten hinzugefügt. Hat exzellent geklappt, der Teig wurde superfluffig. Die Erdbeeren werden laut Rezept unten in die Form gegeben. Das bedeutet natürlich, dass sie dann nachher auch unterdem eigentlichen Muffin kleben, und man das Törtchen auf jeden Fall mit der Gabel essen muss. Außerdem fand ich die Erdbeermenge ein wenig zu gering, ich würde beim nächsten Mal die doppelte Menge machen, davon die Hälfte weiterhin unten in die Form geben und die andere Hälfte unter den Teig rühren. Keine Ahnung, ob das funktioniert, aber einen Versuch ist es wert.

Förmchen

Die größte Kritik kam zum Frosting, vor allem vom Mann, dem das viel zu süß war. Das kann ich auch nachvollziehen, das Frosting ist wirklich sehr, sehr süß. Vielleicht würde ich beim nächsten Mal ein Frischkäsefrosting machen. Den anderen Testessern hat es aber anscheinend sehr gut geschmeckt. Wir sind also auf einem guten Weg. Wie immer: Es bleibt spannend.

Die kleinen Fähnchen hab ich übrigens in einem ersten washi-Tape-Deko-Experiment selbstgebastelt. Das geht wunderbar einfach und sieht sehr hübsch aus. Überhaupt washi-Tape. Wieder so eine neue Droge. Schlimm.

Cupcakes

Erdbeer-Daiquiri-Cupcakes

(Das Rezept war für 24 bis 30 Mini-Cupcakes, in Ermangelung einer solchen Form hab ich einfach 12 normal große gemacht, hat auch gepasst. Für Mini-Cupcakes die Backzeit auf 12 – 15 Minuten reduzieren.)

Für den Teig:
100 ml weißer Rum
150 g Erdbeeren
170 g Zucker
40 g weiche Butter
120 g Mehl
1 1/2 Tl Backpulver
1/2 Tl Vanillezucker
eine Prise Salz
1 Ei
120 ml Vollmilch

Für das Frosting:
250 g Puderzucker
1/2 Tl abgeriebene Schale von einer Bio-Limette
80 g weiche Butter
4 El Vollmilch

1. Backofen auf 150°C (Umluft) vorheizen. Rum mit 30 g Zucker aufkochen, bis sich der Zucker gelöst hat. Weiter köcheln lassen, bis die Flüssigkeit um die Hälfte reduziert ist. Vom Herd nehmen, leicht abkühlen lassen. In der Zwischenzeit die Erdbeeren in kleine Stücke schneiden. Erdbeeren zur Rummischung geben und 30 bis 40 Minuten darin ziehen lassen.

2. Für den Teig den restlichen Zucker, Vanillezucker, Salz, Butter, Mehl und Backpulver mit dem Handrührgerät zu einem sandigen Teig (es sieht wirklich nachher aus wie Sand) verrühren. Milch und Ei verquirlen, dann langsam unter Rühren zu der Teigmischung geben und schnell zu einem glatten Teig verrühren. (Ich habe das Ei erst schön schaumig geschlagen, und dann die Milch untergerührt, in der Hoffnung, auf diesem Wege zur Fluffigkeit des Teiges beisteuern zu können.)

3. Erdbeeren durch ein Sieb gießen, dabei die Flüssigkeit auffangen. Gut abtropfen lassen und die Erdbeeren auf die Muffinförmchen verteilen. Danach den Teig auf die Förmchen verteilen, die Förmchen sollten dabei zu ca. 2/3 mit Teig gefüllt sein.

4. Cupcakes im Ofen ca. 18 bis 20 Minuten goldbraun backen. Sobald sie fertig sind aus dem Ofen nehmen und noch warm mit jeweils 1 Tl Rumzuckermischung beträufeln. Aus der Form nehmen und vollständig auskühlen lassen.

5. Für das Frosting Butter, Zucker und Limettenschale mit dem Handrührgerät zu einer sandigen Mischung verrühren (wir kennen das ja schon). 4 El Rumzuckermischung mit 4 El Milch mischen und in einem dünnen Strahl zu der Frostingmischung geben und einige Minuten bei hoher Geschwindigkeit zu einer schaumigen luftigen Masse rühren.

6. Das Frosting auf die Muffins streichen, nach Herzenslust verzieren und mit einem Lächeln servieren.

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Hochzeitstortenchallenge Torte 2: Schwedische Mandeltorte

Mandeltorte

Zugegebenermaßen war das zweite Tortenexperiment ein bisschen geschummelt. Aber ich liebe die von IKEA und aus dem Gefrierschrank allseits bekannte Schwedische Mandeltorte so sehr, dass ich nicht lange warten konnte, um selber eine zu backen. In der aktuellen Ausgabe der Lecker (Mai 2012) war nämlich ein Rezept von Jeanny von Zucker, Zimt & Liebe für eben solch eine. Und immerhin, es heißt ja Schwedische MandelTORTE, also zählt es irgendwie. Keine Backerfahrung ist umsonst.

Lecker

Der Teig ist im Prinzip so eine Art gestrecktes Baiser, und besteht lediglich aus Eischnee, Zucker und gemahlenen Mandeln. Wenn man alles richtig macht wird er schön leicht und ein bisschen fluffig. In meinem Fall wollte der zweite Boden, also der für obendrauf, nicht ganz so, wie ich wollte und riss beim Draufhieven an einer Stelle auseinander (unten abgebildet). PANIK! BACKPANIK! Gott sei Dank konnte man den Riss, der in meinen persönlichen perfektionsorientierten Tortenbäckeraugen aber mindestens mit der San-Andreas-Spalte vergleichbar war, mit der Buttercreme schön verdecken und nachher hat keiner was gemerkt, noch nicht mal ich.

PANIK!

Überhaupt die Buttercreme. Die besteht aus Sahne, Zucker, einer Menge Eigelb und Butter. Die Butter muss man schön lange mit dem Handrührer schaumig schlagen. Und mit schön lange meine ich sehr, sehr lange. Unglaublich lange. Bis einem der Arm weh tut. Dann ist sie aber auch wirklich schön schaumig. In der Buttercreme sind also geschätzt alle Kalorien vonne Welt. Deswegen schmeckt sie ja so unglaublich gut, man weiß ja, vun nix kütt nix.

Eier

Eigelb

Creme

Das größte Problem hatte ich eigentlich dabei, die Creme auf dem Tortenrand ordentlich und ausreichend zu verstreichen. Dafür braucht’s Geduld und die richtige Taktik, die ich aber erst noch finden muss. Jedenfalls hoffe ich, dass es eine richtige Taktik gibt. Es kann nicht sein, dass andere Leute sich dabei genauso dumm anstellen wie ich.

Torte

Insgesamt also ein supereinfaches Rezept mit erstaunlich wenig Zutaten und mit Begeisterungsgarantie. Ob es als Hochzeitstorte taugt, na ja, ich weiß nicht. Die Torte ist recht flach und jetzt optisch so mittelspektakulär. Allerdings könnte man sie natürlich doppelt so hoch bauen und dann statt mit Mandelblättchen mit gezuckerten Beeren und essbaren Blüten verzieren, das könnte ich mir durchaus vorstellen. Schmecken tut sie auf jeden Fall unglaublich gut. Selbst der Mann, der von sich selber behauptet, nicht so der Kuchenliebhaber zu sein, war sehr angetan.

Stück

Schwedische Mandeltorte

8 Eier
400 g Zucker
200 g Schlagsahne
150 g weiche Butter
200 g gemahlene Mandeln (mit Haut)
75 g Mandelblättchen

(Ich hab beim Eischnee-Schlagen immer noch eine Prise Salz zum Eiweiß gegeben. Warum, weiß ich auch nicht so genau, ich dachte, das sollte so.)

1. Backofen auf 175°C vorheizen. Eine (wer hat, auch zwei davon) Springform mit Backpapier auslegen. Die Eier trennen, dabei jeweils 4 Eiweiß in getrennte Schüsseln geben und kalt stellen.

2. Sahne mit 200 g Zucker erhitzen und aufkochen, dann vom Herd nehmen. 1/3 der Sahne mit dem Eigelb schnell und kräftig mit einem Schneebesen aufschlagen, dann mit der restlichen Sahne mischen. Auf dem Herd noch mal ungefähr 5 Minuten erhitzen (nicht kochen lassen!), bis die Mischung eine dickcremige Konsistenz erhält.

3. Die Creme sofort direkt auf der Oberfläche mit Frischhaltefolie abdecken und kalt stellen.

4. Eine Portion Eiweiß steif schlagen, dabei 100 g Zucker einrieseln lassen. Wenn der Eischnee schön steif geschlagen ist, 100 g Mandeln unterheben. Die Eiweiß-Mandel-Mischung in die Springform geben und glatt verstreichen. Dann für 15 bis 20 Minuten in den Ofen damit.

5. Den fertig gebackenen Boden aus dem Ofen nehmen, mit einem Messer vom Rand lösen, aus der Form nehmen und auskühlen lassen. Damit hätten wir dann schon mal den ersten Boden und den zweiten machen und backen wir genauso.

6. Butter sehr, sehr lange (8 bis 10 Minuten, gefühlt eher so eine halbe Stunde) mit dem Handrührgerät cremig schlagen. Die Eigelb-Sahne-Mischung esslöffelweise darunterschlagen.

7. Mandelblättchen in einer Pfanne ohne Fett goldbraun anrösten. Vorsichtig, die werden schnell schwarz, also immer gut aufpassen. Etwa 1/3 der Buttercreme auf dem ersten Boden gut verstreichen. Den zweiten Boden draufsetzen und die Torte mit dem Rest der Creme bestreichen. Mandelblättchen auf der Torte verstreuen. Die Torte zum Festwerden in den kalt stellen.

8. Nach ausreichend Festwerdzeit aus dem Kühlschrank befreien, in Stücke schneiden, genießen. Lecker.

Mandelblättchen

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Hochzeitstortenchallenge Torte 1: Himbeer-Baiser-Torte

Torte

Ich präsentiere die erste Torte, die ich für die Hochzeitstortenchallenge gebacken habe. Ich wollte eigentlich das Tortenkapitel aus dem Superbackbuch (s.u.) der Reihe nach durchbacken, aber dafür fehlten mir dann gleich die Springformen in der richtigen Größe (ich hab nur 26 cm, das erste Rezept bestand auf 22 cm) und Tortenringe besitze ich auch noch keine (muss wohl aber demnächst angeschafft werden).

Also habe ich ein bisschen vorgeblättert, und eine Torte gewählt, für die man zwar eigentlich zwei Springformen brauchte, aber wenigstens in der richtigen Größe. Außerdem muss man auch nichts durchschneiden oder anderweitige Spirenzchen. Für den Anfang fand ich das ganz angenehm. Zwei Böden, dazwischen Frischkäse-Mascarpone-Creme mit Himbeeren. Im Originalrezept sind es Brombeeren, die gab es aber bei Edeka nicht.

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Himbeeren

Zweiter Boden

Auch wenn ich ein bisschen mit der geringen Menge des Rührteigs zu kämpfen hatte (da muss man wirklich gut verstreichen), war ich doch angenehm überrascht von dem ersten Tortenabenteuer. Ja, es ist anders als Kuchen, man muss ein bisschen genauer arbeiten und mehr verschiedene Einzelteile zusammenrühren und nachher zusammenbasteln, aber das Ergebnis war sehr zufriedenstellend und als ich den Deckel auf die Torte hievte, war ich doch ein bisschen stolz, dass alles so gut geklappt hatte.

Kann man als Hochzeitstorte leider nicht so wirklich nehmen, aber darum ging’s ja auch noch nicht. Als nächstes muss ich dann wohl Tortenringe besorgen und Springformen in diversen Größen. Und Biskuitteig lernen. Oh je.

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Himbeer-Baiser-Torte (frei nach Annik Wecker aus dem Superbackbuch “Anniks göttliche Kuchen”)

Für den Rührteig
140 g weiche Butter
150 g Zucker
4 Eigelbe
abgeriebene Schale von 1 unbehandelten Limette
140 g Mehl
3 gestrichene Tl Backpulver
80 g gemahlene Mandeln
120 g Sauerrahm

Fürs Baiser
4 Eiweiß
200 g Zucker
1/2 Tl Weinstein (oder Backpulver)
1 Prise Salz
30 g Mandelblättchen

Für die Füllung
300 g Himbeeren, frisch oder tiefgekühlt
130 g Doppelrahmfrischkäse
160 g Mascarpone
200 g Sahne
50 g Zucker
2 El Limettensaft
2 El Cassis

1. Den Backofen auf 160°C (Umluft) vorheizen. Für den Rührteig Butter und Zucker schaumig rühren, dann die Eigelbe einzeln unterrühren und die Limettenschale dazugeben.

2. Mehl und Backpulver sieben und mit den Mandeln mischen. (Ich habe die Mandeln auch gesiebt, wenn schon, denn schon, da bleibt aber dann auch relativ viel im Sieb zurück.) Mehlmischung und Sauerrahm abwechselnd unterrühren.

3. Den Teig entweder auf zwei Springformen verteilen (Vorsicht, ist nicht allzuviel Teig), oder – wenn man wie ich nicht so prächtig mit Springformen ausgestattet ist – die Hälfte des Teigs auf eine gebutterte Springform verteilen.

4. Fürs Baiser Zucker und Weinstein (bzw. Backpulver, wenn man wie ich zwar immerhin noch Natron und Cream of Tartar, aber nun wirklich keinen Weinstein im Haus hat) mischen. Eiweiß mit einer Prise Salz steifschlagen, dabei den Zucker langsam einrieseln lassen und solange weiterschlagen, bis der Eischnee schön steif ist.

5. Bei der Variante mit zwei Springformen kann man den Eischnee jetzt schön auf dem Teig verteilen, dabei auf einen der Böden Mandelblättchen streuen. Bei der traurigen Variante mit nur einer Springform erstmal die Hälfte des Eischnees auf dem Teig verteilen, die Mandelblättchen kommen dann später.

6. Tortenböden ca. 30 Minuten backen. Bei einem Umluftofen und der Luxusvariante mit zwei Formen gerne auch gleichzeitig (nach der Hälfte der Zeit die Schnienen wechseln), bei der traurigen Version mit ohne Umluft oder nur einer Springform bitte nacheinander. Nach Ende der Backzeit aus dem Ofen nehmen, mit einem Messer vorsichtig vom Rand ablösen und auskühlen lassen.

6b. Bei der traurigen Variante den abgekühlten Boden aus der Springform lösen (kann schon mal auf den Tortenständer), und die andere Hälfte des Teiges und anschließend des Baisers in die (neu gebutterte) Springform geben. Jetzt auch die Mandelblättchen drauf verteilen und nochmal für 30 Minuten in den Ofen.

7. Für die Füllung Himbeeren auftauen und abtropfen oder verlesen. Gelatine 5 Minuten in kaltem Wasser einweichen, Frischkäse und Mascarpone in einer Schüssel verrühren und die Sahne mit dem Zucker in einer anderen Schüssel steif schlagen.

8. Limettensaft und Cassis in einem Topf erwärmen (nicht kochen) und die eingeweichte und ausgedrückte Gelatine darin auflösen, danach zügig unter die Frischkäsecreme rühren. Anschließend die Sahne unterrühren.

9. Auf den ersten Boden die Hälfte der Frischkäsecreme streichen. Darauf dann die Himbeeren verteilen und anschließend mit der anderen Hälfte der Creme bedecken. Darauf den zweiten Boden (den mit den Mandelblättchen) hieven und ein bisschen andrücken. Gut ausgestattete Leute mit großem und/oder leerem Kühlschrank lassen die Torte dann mindestens zwei Stunden im Kühlschrank fest werden. Leute wie ich mit nicht so großem und/oder vollem Kühlschrank freuen sich, dass die Küche nach Norden rausgeht und hoffen, dass das auch so klappt. (Spoiler: Tut es.)

Zusammengefasst: Viele Teile, langes Rezept, aber eigentlich nicht schwer, und sehr dankbar, denn der Kuchen sieht nachher sehr toll aus und schmeckt auch sehr gut, sogar Leuten, die von sich selbst sagen, dass Baiser eigentlich nicht so ihr Ding ist.

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Die Hochzeitstortenchallenge: Der Anfang

Ich habe einer Hochzeitstortenchallenge zugestimmt. Oh je.

Also, vielmehr habe ich zugesagt, eine Hochzeitstorte zu backen für eine richtige Hochzeit mit einem richtigen Hochzeitspaar und richtigen Gästen und mit einer richtigen Feier. Es muss also eine gute Hochzeitstorte werden, eine, die sich sehen lassen kann und ausreichend hochzeitig ist.

Die Challenge besteht also darin, in vier Monaten ausreichend viel Tortenerfahrung zu sammeln, um dann Ende Juli eine prima Hochzeitstorte vorweisen zu können. Und ich kann doch gar keine Torten, nur Kuchen und Kekse. Die dafür allerdings recht gut, und eine Torte ist ja auch irgendwie nur gepimpter Kuchen, hab ich mir gedacht. Das sollte ich hinkriegen.

In den nächsten vier Monaten werde ich also vom Tortenbackenlernen berichten. Biskuitboden werde ich vermutlich in Unmengen produzieren, dazu Cremes für dazwischen und drumrum. Außerdem werde ich mich wohl mal dranwagen, hübsche Dinge aus Marzipan zu formen. Grüne Tentakel kann ich ja schon, Rosen sollten nicht viel schwieriger sein.

Begleiten wird mich dann auch das wunderbare Buch “Anniks göttliche Kuchen” von Annik Wecker, in dem viele Torten sind, die nicht nur superlecker klingen, sondern auch so aussehen, als würden sie mein Tortenwissen hilfreich erweitern können.

Annik

Gespannt? Ich auch. Und wie!

Wer mir helfen möchte, mit tollen Tipps, guten Rezepten, Buchtipps und Ähnlichem, immer her damit. Ich bin über jeden Hinweis dankbar.

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Ostermenü bei Schnitzlers

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Es war mal wieder überfällig und die Ostertage lieferten einen perfekten Anlass: Ein Osterbesuch in Schnitzlers Restaurant in Essen-Byfang (bereits bekannt vom Geburtstagsessen sowie des großen Gänsemenüs im letzten Winter).

Nett wie wir waren, brachten wir gleich schönes Wetter mit Sonnenschein zum Nöckersberg, aber es war leider trotzdem zu kalt, um auf der Terasse zu sitzen. Dafür war ein Tisch direkt am Fenster für uns reserviert, so dass wir drinnen schön im Sonnenschein genießen konnten.

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Statt langer Beschreibungen lasse ich lieber die Bilder sprechen, das sollte ausreichend Appetit machen. In Kurzform: Der erste Spargel der Saison, als Spargelcremesuppe für beide und für den Mann dann auch ganz klassisch mit Kalbsschnitzel, Hollandaise und Drillingen. Dafür hatte ich das schön rosige Lamm mit Rosmarinrisotto und zum Nachtisch gab es Mascarponecreme mit Erdbeeren und Rhabarber.

Los ging’s mit ein bisschen Campari Orange und einem Pestodip mit Brot…

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Dip

Dann folgt auch direkt der Gruß aus der Küche: Gebackene Polenta mit Oliventapenade.

Gruß aus der Küche

Und danach eben das “offizielle” Menü:

1. Gang: Salat vom grünen Spargel und Orangen mit Crevetten in Bärlauchvinaigrette

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2. Gang: Samtige Spargelsuppe mit Süßkartoffelchips

Spargelcreme

3. Gang: Lammrücken an Tomaten-Auberginenkompott, dazu Rosmarinrisotto für mich und Kalbsschnitzel mit Bruchsaler Spargel, Limonenhollandaise und Drillinge für den Mann

Lamm

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Nachtisch: Ein Traum von Rhabarber, Erdbeeren und Mascarpone im Glas

Nachtisch

Dazu gab es eine spritzigen Riesling und zum Hauptgang Rosé für den Mann (sehr ungewöhnlich, aber er wollte die Empfehlung dann doch ausprobieren und war positiv überrascht) und einen leichten Roten für mich.

Wein

Zum Ausklang des Menüs gönnten wir uns einen Espresso, der mit Pralinen und Keksen auf einer Mini-Etagere zum Tisch kam.

Espresso

Kekse

Aber, wie das so geht, war der Nachmittag dann doch noch nicht zu Ende. Nachdem wir schon neugierig das Whiskyregal beguckt hatten (Schottlanderinnerungen und so), machten wir noch einen spontane Mini-Whisky-Verkostung. Besonders der Finlaggan hat es mir angetan, im Gegensatz zu anderen Islay-Whiskys ist der erstaunlich mild, ohne dass das typisch Torfige dabei verloren geht.

Whisky

Wie immer ein äußerst netter und entspannter Nachmittag mit sehr leckerem Essen, oben auf dem Nöckersberg bei Schnitzlers. Genau das richtige für einen sonnigen Ostersonntag.

Tulpen

Schnitzlers
Nöckersberg 65 
45257 Essen
Telefon: 0201 – 84 81 40

http://www.schnitzlers-restaurant.de/

Öffnungszeiten: Mi. – Sa.: 18:00 – 22:00, So.: 12:00 – 21:00

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