Month: October 2011

Kurzkritik: Dulce in Essen (und woanders)

Dulce

Gestern gab’s große Lichtwochen-Eröffnung in Essen. Der Willy-Brandt-Platz, auf dem die Bühne für die Eröffnungsrede aufgebaut war, war knüppelvoll. Alle Leute warteten nur darauf, dass endlich der große rote Knopf gedrückt wird und die Lichter in der Innenstadt angehen. Leider wollten aber alle Beteiligten noch eine Rede halten, und auch wenn so eine kleine Ansprache ja verständlich und auch verkraftbar ist, so wurde das Publikum ungefähr bei der dritten Rede doch ein wenig nervös und die vierte Rede musste dann (vermutlich) drastisch gekürzt werden, nachdem bereits “Licht an! Licht an!” skandiert wurde.

Wir allerdings, wir hatten Eis. Von Dulce. Nun ist Dulce keine Spezialität von Essen, sondern ein Franchise-Unternehmen, das in ganz Deutschland zu finden ist. Ich hab mir im Sommer auch schon hier in Frankfurt auf der Berger Straße eine leckere Kugel Noisette-Eis gegönnt. Aber weil’s da so lecker ist und so hübsch aussieht und weil’s zudem auch noch “Hot Shakes” gibt, soll es hier auch eine Kurzkritik geben.

Erdbeercrumble

Ich hab ja schon ein paar Mal Eis bei Dulce gegessen, im Sommer auf dem Willy-Brandt-Platz in Essen, dann beim Spazierengehen auf der Berger Straße in Frankfurt und dann eben gestern wieder in Essen. Bisher hab ich mich immer an Eis gehalten, weil’s halt irgendwie zur Laune (und zum Wetter) gepasst hat. Aber nachdem ich gestern drinnen im Laden stand und die Crumbles in der Auslage gesehen hab und wie dann auf einmal der Duft frisch gebackener Waffeln in die Nase stieg und ich außerdem mal ein bisschen was von dem sogenannten “Hot Shake” testen durfte – da glaube ich fast, dass sich da durchaus noch der ein oder andere Besuch lohnt.

Dulce innen

Ich habe eine Kugel Eis mit Chai Tea Latte Geschmack genommen. In die engere Wahl kam auch noch Zimt, aber das heb ich mich für die richtige Weihnachtszeit auf. Das Noisette-Eis ist nach wie vor mein Favorit, weil’s einfach so herrlich nach Nougat schmeckt. Chai Tea Latte schmeckt tatsächlich nach Chai Tee. Und wenn man ich ist, dann ist das lecker. Lichtwocheneröffnungs-Begleiterin Sarah entschied sich für einen Vanilla & Red Fruit Shake. Der Clou ist hier, dass es sich um einen Hot Shake handelt, im Prinzip hat man da nachher heiße, geschmolzene Eiscreme im Becher. Ein bisschen ungewohnt, aber durchaus empfehlenswert. Obwohl ich beim Probieren schon gemerkt habe, dass man von so einem Becher schön pappsatt wird. (Da hatte ich allerdings auch schon eine große Kugel Eis weggemampft.)

Chai-Tea-Eis

Kurz gesagt gibt es hier einfach leckere süße Sachen. Über die Qualität von Waffeln und Kuchen kann ich noch nichts sagen, das soll sich aber ändern. Das Eis ist jedenfalls schwer in Ordnung, der Service nett (und ehrlich: im Sommer wurde uns dringend von einer weiteren Kugel Eis zum Eisbecher abgeraten, weil die schon sehr groß ausfallen würden – stimmt auch) und so einen Hot Shake werd ich mir demnächst auch mal gönnen. Cinnamon Latte vielleicht? Mal gucken, was so auf der Tafel steht.

Einfach mal selber testen. Dulce hat eine ganze Reihe Cafés in ganz Deutschland, eine ausführliche Liste (inkl. geplanter Neueröffnungen) gibt es hier: http://www.dulce-chocolate.com/shops

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fachwerk in Hattingen

fachwerk Hattingen

Heute haben wir uns mal das fachwerk in Hattingen angeguckt. Ich hatte das Restaurant entdeckt und für Anfang Dezember vorgeschlagen, wenn die Schwiegereltern zu Besuch kommen und beschäftigt werden wollen. Dann gibt es Hattingen-Besichtigung inklusive Weihnachtsmarkt und dann eben anschließende Verköstigung. Und nachdem ich dann die Menükarte mal auszugsweise vorgelesen hatte, haben wir kurzfristig beschlossen, dass ja nichts dagegen spricht, das direkt mal selber auszutesten. Also, auf nach Hattingen, ein bisschen durch die Stadt laufen, Biografie von Steve Jobs und den neuen Eco kaufen und dann mit ordentlich Hunger ins fachwerk einkehren.

Hattingen

Der Eindruck war erstmal nett, eine nette Kombination aus alt und urig und modern und offen. Lediglich die gelben Papierservietten passen nicht so ganz ins Bild. Aber das ist jetzt wirklich nur ein ganz kleiner Makel.

fachwerk innen

Vom Service nett an den Tisch geführt, ein kleiner Blick auf die Aperitif-Auswahl. Lecker, hier gibt’s sogar Geldermann-Sekt zum Einstieg. Wir entschieden uns aber für einen Kir (Weißwein & Cassis) und einen VW (Vermouth & Williamsbirne). Die Karte ist schön übersichtlich, durchweg eher regional orientiert und bodenständig. Zusätzlich gab es – wie wir vom Service erfuhren – noch Jakobsmuscheln auf lauwarmer roten Bete als Vorspeise sowie Ente mit Rotkohl und Semmelknödel und Zander mit Wurzelgemüse als Hauptgang.

Bei der Wahl des Hauptganges taten wir uns tatsächlich ein bisschen schwer und bestellten erstmal die Vorspeise, um dann noch ein wenig Entscheidungszeit rauszuhauen.

Brot mit SchnittlauchjoghurtJakobsmuschelnFeldsalal mit Portweinfeigen

Die Jakobsmuscheln auf lauwarmer Rote Bete waren tatsächlich eine wunderbare Vorspeise (allerdings nicht die, die ich gewählt hatte). Schön glasig gebraten auf dünnen Scheiben von Roter Bete, mit Kräutern gewürzt. Lecker. Der Feldsalat mit Portweinfeigen und Ziegenkäsedressing war zwar superlecker und der Jahreszeit durchaus angemessen, aber für eine Vorspeise ein bisschen zu mächtig. Die Hälfte hätte es auch getan (dafür vielleicht eine ganze Feige statt einer halben). An den einzelnen Zutaten gibt’s nix zu meckern: Schöner Salat, milder, cremiger Ziegenkäse, wirklich nach Portwein schmeckende Feigen und Haselnüsse, Walnüsse und Kürbiskerne. Nur eben zuviel davon.

Das ist auch eigentlich das Hauptproblem im fachwerk. Die Gerichte sind alle sehr lecker, gut zubereitet, angenehm bodenständig und der Region zugetan (ich sag nur: Lasagne von heimischer Blutwurst und Kartofel mit Apfelchutney und Perlzwiebeln), aber auf den Tellern liegt oft so viel drauf, dass man zumindest gefühlsmäßig die Hälfte auf dem Teller lassen muss. Das tut einem einfach um das schöne Essen Leid. Hilft aber eben nix.

Inzwischen hatten wir uns auch für den Hauptgang entschieden:

Ente mit Rotkohl und SemmelknödelnOchsenbäckchen

Nach einigem Hin und Her gab es die angepriesene Ente und die Ochsenbäckchen von der regulären Karte. Auch hier waren Zutaten und Zubereitung vollkommen in Ordnung. Die Ente außen schön kross, innen nicht zu trocken, der Rotkohl lecker gewürzt, die Semmelknödel maximal ein bisschen zu mächtig, aber ansonsten auch sehr lecker. Die Ochsenbäckchen waren schön geschmort, das Gemüse dazu knackig. Nur eben wieder das gleiche Problem: zu viel. Zumal da ja eigentlich auch noch ein Nachtisch in den Magen passen sollte.

Creme Brulee mit Sorbet

Der Nachtisch war dann die Creme Brûlée mit zwei Sorten Sorbet: Bratapfel und Waldbeeren. Vor allem die Creme Brûlée war hier überzeugend. Etwas ungewöhnlich im Suppenteller war es nur eine dünne Cremeschicht auf dem Boden, die dafür um so sahniger. Da hätte es diesmal sogar gerne ein bisschen mehr Creme und dafür eine Nocke weniger Sorbet sein können. (Klingt jetzt ein bisschen widersprüchlich, wo ich doch vorher immer über die großen Portionen gemeckert habe. Vielleicht war das Problem auch, dass der Nachtisch geteilt wurde und die große Schlacht um das letzte bisschen Creme Brûlée ausbrach. Eigentlich waren wir nämlich wirklich beide schon satt. Es war nur so so lecker.)

Zum Abschluss gab es noch einen Espresso und vom Haus aus noch ein bisschen Waldbeerenmus aufgefüllt mit Sekt. Und mit vollen (aber zufriedenen) Bäuchen haben wir dann auch schon mal den Tisch für den Dezember reserviert. Alles in allem ein wirklich schönes Restaurant mitten in Hattingen. Vielleicht kann man an ein paar Schräubchen noch drehen, aber es gab keine größeren Beanstandungen. Danke für den schönen (frühen) Abend und bis demnächst!

fachwerk
Untermarkt 10
45525 Hattingen
http://www.fachwerk-hattingen.de/

Telefon: 02324/6852770

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Apfelpfannkuchen

Recipe

Das Rezept heißt offiziell Apfel-Eierkuchen, aber hier heißt das Pfannkuchen. So oder so gilt hier ja auch wieder: Einfaches  kann so lecker sein. Der Clou bei diesem Rezept scheint wohl das Puddingpulver zu sein. Tatsächlich hab ich so auch noch nie Pfannkuchen gemacht. Ich muss auch noch ein bisschen die optimale Technik beim Apfelscheiben einlegen und Pfannkuchen wenden lernen, aber man kann ja noch öfter Pfannkuchen in allen Variationen machen.

Zusätzlich zu Zucker und Zimt – wie es im Rezept auch vorkam – kamen die Pfannkuchen bei uns mit Ahornsirup auf den Tisch. Ahornsirup ist ja sowieso so ein bisschen ein Allroundtalent, was fast überall dran kann. Und auf Pfannkuchen ja sowieso, versteht sich von selbst.

Das Rezept ist aus der Lecker-Ausgabe von März 2010. Ich habe die Hälfte gemacht und wirklich genau vier schöne große Pfannkuchen damit backen können. Hier jetzt das Rezept für 4 Personen bzw. 8 Pfannkuchen.

Apfelpfannkuchen

Apfelpfannkuchen
für 4 Personen/8 Pfannkuchen

4 Eier
1/2 l Milch
4 El Zucker
Salz
200g Mehl
1 Päckchen Vanille-Puddingpulver (für 1/2 l Milch)
1/2 Tl Backpulver
3 säuerliche Äpfel
Saft von 1 Zitrone
3 – 4 El Butter
1 Tl Zimt

1. Eier, Milch, 2 El Zucker und eine Prise Salz kurz mit dem Handrührgerät aufschäumen.

2. Mehl, Puddingpulver und Backpulver mischen, nach und nach zugeben und zu einem glatten Teig rühren.

3. Äpfel ausstechen (oder eben vierteln und das Gehäuse rausschneiden) und in dünne Scheiben schneiden. Direkt in Zitronensaft wenden, damit die Apfelscheiben nicht braun werden.

4. Butter in der Pfanne schmelzen und ca. eine Suppenkelle Teig hineingeben und kurz stocken lassen. Drei Apfelscheiben drauflegen und ca. 3 Minuten weiterbacken, bis die Unterseite braun ist.

5. Schnell wenden und etwa 2 – 3 Minuten von der anderen Seite backen. Fertige Pfannkuchen warmhalten, während man die restlichen Pfannekuchen backt. Zum Servieren die restlichen 2 El Zucker und den Zimt vermischen. Pfannkuchen mit Zucker und Zimt bestreuen und/oder mit Ahornsirup tränken.

Notiz: Im Rezept wurde Butterschmalz statt Butter verwendet. Sowas hab ich aber eher selten im Haus und Butter tut’s auch. Fürs Wenden erwies sich als hilfreich, die Apfelscheiben in der Pfanne noch mit ein bisschen Teig zu übergießen, damit sie nicht ganz lose auf dem Pfannkuchen liegen. Auf die Idee bin ich aber erst beim letzten Pfannkuchen gekommen und hab jetzt wenig empirische Hinweise, ob das wirklich hilft.

Und hier sieht man, wenn auch etwas unscharf, wie der Ahornsirup auf den Pfannkuchen gegossen wird. Mmmmmmmmh.

Apfelpfannkuchen mit Ahornsirup

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Waffelnachmittag

Blümchen

Heute gibt’s keine Rezepte, keine Restaurantkritik, keine Gourmetfest-Erzählung oder was man sonst noch so machen könnte. Heute gibt’s hübsche Bilder vom leckeren Waffel- und anschließenden Abendessen bei Freunden. Und weil das da immer so schön und lecker ist, hab ich in weiser Voraussicht die gute Kamera mitgeschleppt. Hier ein paar Eindrücke.

Waffelstapel

(Man beachte die Mila-Troisdorf-Tasse. Ich bin ja immer noch am Hadern, ob ich mir so eine für Hanau zulegen sollte. Hübsch sind sie ja allemal.)

Sahne

Aber bitte mit Sahne.

Kakao

Für mich gab’s Kakao stilecht in der Piratentasse. Kaffee, der kein Latte Machiatto oder wenigstens ein sämiger Espresso ist, und ich – das wir wohl nix mehr mit uns in diesem Leben.

Waffel!

Waffel mit Kirschen und Sahne. Macht man viel zu selten. Ich hätte ja hier noch nicht mal ein Waffeleisen. Vielleicht sollte ich da mal Abhilfe schaffen, denn eigentlich geht das ja nicht, in einem ordentlichen deutschen Foodie-Haushalt noch nicht mal ein Waffeleisen zu haben.

Nachdem die Waffeln ordentlich verdaut waren, die nächste Mission – “Wir kaufen ein Klavier” – schon in groben Zügen in Angriff genommen wurde. (Bisheriger Plan: Die Männer fahren nach Köln, um das Klavier vor-auszusuchen, und die Frauen kochen in der Zeit was Leckeres. Die scheinbar klassische und etwas antiquierte Rollenverteilung ist hier im Übrigen einzig und allein den tatsächlichen Vorlieben der hier beteiligten Individuen zuzuschreiben. Also, keine Sorge, wir sind nicht in die Fünfziger Jahre zurückmarschiert.)

Außerdem entdeckt: Das wunderbare Buch “Die gute Ehe” – erste Auflage von 1959 -, das wir gleich mal ausgeliehen haben, um zu Hause in Ruhe nachlesen zu können, ob wir hier auch alles richtig machen.

Und mit Lego ein Raumschiff gebaut. Wurde auch von den beiden Jungs (und Lego-Raumschiff-Experten) als gut abgenickt. Ich bin sehr stolz auf mich.

Oliven

Weiter ging’s dann mit einem Low-Stress Abendessen. Also, Oliven, Tomaten mit Mozzarella, Quark, Aioli, Rohkoststäbchen, Thunfischdip, Baguette, Brötchen, Käse und mehr auf den Tisch und ab dafür! So einfach kann lecker sein.

Thunfisch-DipKäseQuark und RohkostTomate-Mozzarella

Zum Abschluss gab’s noch eine Nachtwanderung am Friedhof vorbei, bei der wir uns vor allem einig waren, dass es schon ganz schön kalt geworden ist. Seufz. Aber schön war’s trotzdem. Und dank klarem Himmel konnte man sogar Sternbilder suchen. Also, das eine, das ich kenne. Aber immerhin.

Auf jeden Fall freuen wir uns aufs nächste Mal. Die Pläne stehen ja schon. Und so ein Klavier muss ja auch gekauft werden.

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Geburtstagsmenü bei Schnitzlers

Schnitzlers Geburtstag

Ich bin ja eher bescheiden, was Geburtstagswünsche angeht. Dieses Jahr hatte ich eigentlich hauptsächlich zwei. Der erste war ein gemütliches unkompliziertes Menü in unserem Lieblingsrestaurant, Schnitzlers in Essen-Byfang. Zu dem zweiten komme ich später.

Ursprünglich war das Essen für abends geplant. Da aber das Wetter so wunderbar war und Schnitzlers auch eine schöne Sommerterrasse haben, wurde die Reservierung spontan auf nachmittags verschoben. Und eine gute Idee war das. Da zurzeit noch das Restaurant-Karussell läuft, haben wir uns für die Fünf-Gang-Variante des offiziellen Karussell-Menüs entschieden. Überhaupt haben wir die letzten paar Male immer das Überraschungsmenü genommen.

Schnitzlers Sommerterrasse

Das Menü liest sich so:

Lauwarmer Salat von Strauchtomaten und Rinderfilet mit
gepfeffertem Peccorino gratiniert

Cremesuppe vom Blattspinat mit
gerösteten Kokoschips

Lachsforellenfilet im Strudelteig gebacken,
leichte Meerrettich-Beurre blanc und
Zwiebellauch-Möhrengemüse

Barbarie Entenbrust an Steinpilzsauce
mit Kürbis-Kartoffelrösti

Zwetschgentarte mit Macadamianuss Eis und Zimtsabayone

Bei vier Gängen darf man sich zwischen dem Lachsforellenfilet und der Entenbrust entscheiden. Aber es gab ja was zu feiern, also gab es ausnahmsweise mal das volle Programm.

Und so sah das Ganze im Detail aus…

Joghurt-Kürbis-Mandel-Dip

Gestartet wurde wie üblich mit etwas Brot und einem frischen, saisonalen Dip. Dieser hier war ein Joghurt-Kürbis-Mandel-Dip.

Antipasti

Weiter ging es mit dem berühmten Gruß aus der Küche, diesmal quasi eine Mini-Antipasti-Platte mit Salami, Schinken, Aioli und Oliven. So hatten wir schon zwei – wenn auch kleine – Gänge, bevor es mit dem eigentlichen Menü überhaupt angefangen hatte.

Warmer Tomatensalat

Nun ging es aber los mit dem ersten “offiziellen” Gang: Lauwarmer Salat von Strauchtomaten und Rinderfilet mit gepfeffertem Pecorino gratiniert. Für Tomatenfans wie mich kann man da sowieso nichts falsch machen, aber auch so war es ein sehr erfrischender Einstieg. Außerdem gab’s die erste Runde Kräuterraten für den Mann: Was haben wir da oben drauf liegen? Richtig, Rosmarin.

Spinatcremesuppe

Vor dem zweiten Gang hatte ich ja etwas Angst. Spinat ist nicht so was für mich und ich hatte schon befürchtet, dass sich das auch bei der Cremesuppe vom Blattspinat mit gerösteten Kokoschips als Problem erweisen könnte. Tat’s aber nicht. Die Suppe war superlecker, erst recht in der Kombi mit den Kokoschips, die den Mann außerdem noch an Brasilien erinnerten. Klar, da gibt’s ja auch an jeder Ecke frische Kokosnüsse zu kaufen.

Lachsforelle

Als nächstes kam der Fischgang: Lachsforellenfilet im Strudelteig gebacken, leichte Meerrettich-Beurre blanc und Zwiebellauch-Möhrengemüse. Am besten gefiel mir hier die Beurre blanc, die schön würzig nach Meerrettich schmeckte und die Tatsache, dass der Lachs in Strudel- und nicht in Blätterteig gewickelt war. Mal abgesehen davon, dass es auch insgesamt lecker war und die Portion die richtige Größe hatte – also ausreichend, um sich zu freuen, aber nicht so viel, dass man danach schon pappsatt ist. Und was haben wir oben liegen? Richtig, Petersilie.

Mango-Sorbet

Als kleiner Zwischengang folgte ein Mangosorbet mit Brombeeren und… was ist das Grüne da?… Eben: Thymian. Schmeckte auch sehr lecker zu dem Fruchtsorbet und erinnerte mich daran, dass man auch aus Thymian, Rosmarin und Basilikum herrliche Sorbets und Granités zaubern kann.

Entenbrust

(Man sieht an dann Bildern schon, wie die Sonne sich so langsam unter der Markise durchdrängelte…) Es folgte Hauptgang Numero 2: Die Barbarie Entenbrust an Steinpilzsauce mit Kürbis-Kartoffelrösti. Hier gefiel mir überraschenderweise das Rösti am besten – davon hätte ich gleich noch ein zweites genommen. Lag aber nicht daran, dass mit der Ente irgendwas falsch gewesen wäre im Gegenteil – aber das Rösti hatte mich wohl einfach mit seiner Einfachheit überzeugt.

Zwetschgentarte

Und hiermit sind wir schon fast am Ende angekommen, nämlich bei der Zwetschgentarte mit Macadamianuss-Eis und Zimtsabayone. Ich wiederhole noch mal: Zwetschgentarte mit Macadamianuss-Eis und Zimtsabayone. Und so lecker wie’s war, schmeckte es auch. Die Zwetschgentarte schön fruchtig und sauer, dazu herrlich süßes Eis und zimtige Sabayone. Mit Zimt kriegt man mich ja eigentlich auch immer. Und mit Zwetschgen sowieso.

Das war nun das gesamte Menü. Wer auch will, kann noch bis zum einschließlich 16. Oktober das gleiche genießen. Also Beeilung! Ansonsten lohnt sich ein Besuch aber auch sonst immer.

Und zwar muss man da zu:

Schnitzlers
Nöckersberg 65
 45257 Essen (Byfang)

Telefon: 0201 / 84 81 40
http://www.landhaus-schnitzler.de/ 

Rotwein

Der zweite Wunsch war übrigens einmal Kochen mit Jeannette Schnitzler. Dazu steht auch ein kleiner Hinweis in der Speisekarte, den ich bei einem Besuch entdeckt hatte: Jeannette Schnitzler kann man auch buchen, um ein bisschen was übers Kochen und allem was dazugehört zu lernen. Der Gutschein erwartete mich schon am Tisch, als wir ankamen. Was das dann genau gibt, weiß ich noch nicht. Das wird noch besprochen und dann demnächst irgendwann in die Tat umgesetzt. Ich bin schon gespannt und freu mich drauf – wie man auf dem letzten Bild eindeutig erkennen kann.

Anne

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Apfel-Kürbis-Cremesuppe

Hokkaido-Kürbis

Letztens gab es zum ersten Mal seit langer Zeit wieder ein etwas aufwändigeres Menü für ein paar Gäste. Weil es ja langsam doch deutlich Herbst wird, hab ich mir auch etwas herbstliches ausgesucht und auf dem Wochenmarkt entsprechend eingekauft. Als Hauptgericht gab es Reh- und Hirschgulasch mit Äpfeln und Schalotten aus dem French Basics Kochbuch von Sebastian Dickhaut und Cornelia Schinharl, zum Nachtisch einen Zwetschgen-Quark-Auflauf aus der essen & trinken.

Die Weintrauben und Pfirsiche sind einfach so im Körbchen gelandet.

Einkäufe

Zur Vorspeise habe ich mich für eine Kürbissuppe entschieden, die ich vor Jahren schon mal gemacht hatte und zwar in schwacher, aber immerhin guter Erinnerung hatte. Das praktische an Suppen ist ja auch, dass man sie schon im Voraus zubereiten kann und dann einfach nur aufwärmen braucht, und sich durchaus ein bisschen Extra-Stress ersparen kann.

Ich habe die Suppe – wie unten beschrieben – mit etwas angebratenen Apfelscheiben und Speck serviert. Mann kann das aber auch lassen und sie nur ganz pur genießen. Durch die Äpfel, das Apfelmus und die Gewürze wird die Suppe recht süß. Das kann man schön mit etwas Creme Fraiche (oder auch Schmand oder Sour Cream) und etwas scharfem Chili in Kontrast setzen.

Apfel-Kürbis-Suppe

Apfel-Kürbis-Cremesuppe
für ca. 4 Portionen

1/2 Hokkaido-Kürbis (etwa 400 g)
60 g Butter
30 ml Ahornsirup
15 g Mehl
knapp 20 g brauner Zucker
250 ml Hühner- oder Gemüsebrühe
250 ml Apfelmus
1 saurer Apfel
200 ml Sahne
1 Tl Zimt
1/2 Tl gemahlener Ingwer
Salz/Pfeffer
Creme Fraiche
Chiliflocken (optional)
Speck (optional)

Kürbiskerne entfernen und den Kürbis grob würfeln und gar kochen (siehe Anmerkung). Die eine Hälfte des Apfels ebenfalls würfeln.

Ahornsirup, braunen Zucker, 30 g Zucker, Zimt und Ingwer in einer Schüssel mischen. Den Kürbis dazugeben und grob mit einer Gabel zerstampfen.

Die übrige Butter in einem Topf schmelzen, das Mehl hinzufügen und verrühren. Die Brühe dazufügen und fröhlich weiterrühren während die Brühe vor sich hinköchelt. Nach einer Weile sollte die Flüssigkeit etwas dicker werden. Dann die Kürbismischung, den gewürfelten Apfel und das Apfelmus dazugeben. Alles zusammen eine Weile kochen, dann im Mixer oder mit einem Mixstab pürieren.

Zuletzt die Sahne dazugeben und mit Salz und Pfeffer und etwas Chiliflocken abschmecken und fertig! Also, alles ganz einfach.

Optional: Speck ohne Fett in einer Pfanne kross anbraten. Die andere Hälfte des Apfels in Scheiben schneiden und kurz in dem Speckfett anbraten.

Die Suppe mit etwas Creme Fraiche, dem Speck und Äpfeln servieren und mit ein bisschen Chiliflocken bestreuen.

Anmerkung: Hokkaido-Kürbis kann man mit der Schale mehr oder weniger wie Kartoffeln in ordentlich Wasser kochen. Einfach mit einer Gabel prüfen, ob der Kürbis gar ist. Ich habe die Stücke ungefähr 20 Minuten kochen lassen.

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Panhas-Fest in Hattingen

Panhas-Fest Hattingen

Hattingen, ja ja. Ich hatte ja schon mehrfach gehört, dass die Altstadt da so schön sein soll und dachte immer “Ja ja, ist bestimmt ganz nett, aber soooo dolle wird das wohl auch nicht sein”. Bis ich dann im Juni einmal spontan da war und dachte “HUI! Das ist aber mal ne richtig schöne Altstadt!”. Tatsächlich ist Hattingen wirklich entzückend und wenn man die Gelegenheit hat, kann man ruhig mal hinfahren und ein bisschen zwischen den Fachwerkhäusern spazieren gehen. Es lohnt sich. Und wenn ich das sage, dann kann man das auch ruhig glauben und nicht “Ja ja” denken.

Hattingen

In Hattingen war dieses Wochenende Panhas-Fest. Panhas ist eine westfälische bzw. rheinische Spezialität. So rheinisch kann sie eigentlich gar nicht sein, denn bisher hab ich noch nie was davon gehört, oder sollte mir da viele Jahre lang was vollkommen entgangen sein?

Panhas ist ein Fleischgericht, das laut Wikipedia ungefähr so entsteht:

Heutiger Panhas besteht aus Hackfleisch, frischer Leber- und Blutwurst, die zusammen mit Zwiebeln und Speck gebraten und anschließend mit Brühe aufgegossen und gewürzt werden. Diese Mischung wird mit Blut und Buchweizenmehl verrührt, eingedickt und dann in fest erkalteter Form zur weiteren Zubereitung angeboten.

Wie das aussieht kann man unten auf den Bildern sehen. Wir haben zwei unterschiedliche Panhas-Gerichte probiert, einmal die Version von Diergardts mit Preißelbeeren und Apfel-Meerrettich und einmal die von Eggers mit Apfelkraut-Senfdipp. Beides kam mit Bratkartoffeln. Insgesamt war die erste Version ein bisschen eleganter, sowohl von den Beilagen als auch vom Panhas her und die Bedienung bei Eggers hätte auch gerne etwas weniger patzig sein können. Trotzdem: Lecker war beides, wenn auch zuviel und für den Spätsommersonnetag fast ein bisschen zu sättigend.

Vom Geschmack her würde ich Panhas am ehesten mit Blutwurst vergleichen, was auch nicht weiter verwunderlich ist.

Panhas I
Panhas II

Nach dieser ordentlichen Portion war nicht mehr viel Hunger für ein weiteres Hauptgericht übrig, also gab’s direkt Nachtisch. Zur Auswahl standen Apfelstrudel, Kaiserschmarren, Stachelbeertörtchen und Blechkuchen. Nach etwas hin und her (Apfelstrudel oder Kaiserschmarren?) wurde der Kaiserschmarren vom Restaurant An der Krüpe gewählt. Auch das war ordentlich bodenständig, nicht spektakulär, aber passend zum Herbstanfang. Außerdem gab’s Himbeerbowle, die ich dann gleich mal mit bestellt habe.

Himbeerbowle und Kaiserschmarren

Zusätzlich zum Panhas-Fest fand noch ein Kunstmarkt und ein Franzosenmarkt statt. Dort konnte man Käse, Wurst, Seife und diverse andere Leckereien kaufen  – oder auch einfach nur probieren. Sogar Andouilette habe ich gesichtet: Mit einem Grinsen auf dem Gesicht, als ich mich an das Andouilette-Debakel vor ein paar Jahren in Lüttich erinnerte. Wer sich fragt, was ich wohl meinen könnte, kann sich ja hier über die Andouilette informieren. Kurz gesagt ist das das bisher einzige Gericht, an dem ich in großem Stil gescheitert bin. Aber wenigstens hab ich’s mal probiert.

Tricolore
Andouilette
Fougasse

Und auch sonst ist es nett in Hattingen. Die Altstadt ist urig schön mit kleinen Cafes und Restaurants mit kleinen Tischen draußen. Und wenn wir nicht schon so satt gewesen wären, dann hätte es vielleicht auch noch eine Waffel geben können. Oder lecker Kuchen. Oder Pfannkuchen. Dann eben demnächst.

Cafe AdeleZur alten Krone

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Neueröffnung zweibar in Essen-Holsterhausen

Die kleine zweibar hat mittlerweile geschlossen. Die große zweibar auf der Rü brummt aber immer noch.

zweibar Holsterhausen

Ein hübsches Geburtstagsgeschenk ist die Eröffnung der zweiten Filiale der zweibar in Essen-Holsterhausen. Und weil heute Sonntag ist und wunderbares Wetter und ich Geburtstag habe und abgesehen davon, eben einfach, so wurde das heute direkt mal zum Frühstück ausprobiert.

Ein paar Kabel hängen noch aus den Wänden, aber insgesamt ist die Einrichtung charmant shabby-chic mit kleinen Hockern und Sesseln und winzigen Tischchen in dem ohnehin nicht besonders großen Café.

Das Angebot wird auf langen braunen Papierrollen präsentiert und besteht hauptsächlich aus den üblichen Kaffee-, Tee und Kakaogetränken, sowie belegten Broten  und Croissants. Wie das Cafe ist auch das Angebot überschaubar, aber genau das macht es auch sympathisch. Das ist hier eben kein Restaurant und auch kein Bistro, sondern ein Café und da lobe ich mir ein “weniger ist mehr”, bei dem ich dann auch davon ausgehe, dass das weniger dafür umso leckerer ist.

Wir bestellen zwei Latte Machiatto, einen frischen Orangensaft und zwei Croissants mit Butter und Marmelade. Dazu gibt es zur Eröffnung ein bisschen Sekt. Der Orangensaft kommt in hübschen Fläschchen daher, die man am liebsten mitnehmen würde.

zweibar Holsterhausen

Die Croissants sind herrlich buttrig, die Marmelade – ich vermute Erdbeer-Rhabarber, habe aber vergessen, nachzufragen – lecker fruchtig und ein bisschen sauer. Außerdem gibt es Gratis-Kuchenstückchen zur Eröffnung: Schokolade, Apfel-Baiser, Zitrone und Mohn. Ich probiere den Apfel-Baiser, ebenfalls gut.

zweibar Holsterhausen

Der Service möchte uns aber die Herkunft des Croissants nicht verraten. Das ist ein Geheimnis, sagt sie, selbstgemacht sind sie nicht, aber wo’s herkommt, wird nicht weitergegeben. Ja, sehr clever. Dann müssen wir hier wohl noch öfter vorbeikommen. Beim nächsten Mal ist dann aber ein leckeres belegtes Brot dran, das sieht nämlich auch sehr gut aus, passt aber jetzt nicht mehr in den Magen.

Die zweibar in Essen-Holsterhausen liegt direkt am Gemarkenplatz, auf der Gemarkenstraße, Ecke Küntzelstraße. Eine Homepage scheint es bislang nicht zu geben. Im Übrigen gibt es wohl auch noch einen Frühstücksservice, bei dem man sich auf dem Weg zur Arbeit das Frühstückspaket quasi direkt aus dem Fenster (siehe Bild unten) reichen lassen kann. Sehr praktisch. Was genau in so einem Paket drin ist, weiß ich (noch) nicht, aber wenn das Croissant hier irgendein Indikator ist, dann wird es schon gut sein.

zweibar Holsterhausen

Insgesamt also ein sehr guter erster Eindruck und definitiv etwas, was hier in der Ecke noch gefehlt hat. Danke für das Geschenk.

zweibar
Gemarkenstraße 44
45147 Essen

Öffnungszeiten Mo – Fr: 9 – 19 Uhr, Sa: 9 – 16 Uhr 

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