Category: Märkte und Feste

Erster Street Food Markt in Essen

Es passt uns ganz gut, dass ich mich im Datum geirrt habe und wir gar nicht am Sonntagabend, sondern erst Mittwoch auf dem Konzert in Köln sind. So haben wir nicht nur einen gemütlichen Abend gewonnen, sondern außerdem auch nicht so viel Stress auf dem Street Food Markt. Dem ersten Street Food Markt in Essen, um genauer zu sein, auf einem ehemaligen Krupp-Gelände im Westviertel, das sich jetzt “Schöner Alfred” nennt.

Street Food Märkte sind ja der neue heiße Scheiß, das nächste große Ding. In Duisburg gibt’s einen, in Düsseldorf und Köln, in Berlin sowieso. Jetzt dankbarerweise auch in Essen. Wir parken auf der Frohnhauser Straße und folgen den Schildern, die uns zum schönen Alfred leiten sollen. Dann sehen wir die Schlange. Einmal bis zur Straße und dann noch mal um die Ecke mindestens genauso weit. Wo wir jetzt aber schon mal hier sind, gucken wir erst mal, reihen uns hinten ein und sind innerhalb von ungefähr sieben Minuten am Eingang. Ich zahle sechs Euro Eintritt für zwei Personen und dann stehen wir auf dem Gelände vom schönen Alfred und wären dann bereit für etwas zu essen.

Schilder

Natürlich ist es auch drinnen voll. Sehr voll sogar. Besonders beliebt scheinen mir die Burgerstände. Es gibt normale Burger, Kimchi-Burger, bei denen der Inhalt statt zwischen zwei Brötchenhälften zwischen zwei Nudelplatten steckt. Burger mit Rind, Burger mit Meeresfrüchten, Burger mit beidem.

Kimchiburger

Wir sondieren erst mal die Lage, drängeln uns bis hinten durch, schauen mal in die Innenräume und entscheiden uns dann für einen Stand vom Turboimbiss mit weniger langer Schlange, bei dem es asiatische Dampfbrötchen mit karamellisiertem Schweinebauch gibt. Irgendwann gab es hier auch mal asiatische Dampfbrötchen mit vegetarischer Füllung, die sind aber aus. Während ich in der Schlange stehe, holt der werte Herr Gemahl Getränke. Mate für mich, Bier für ihn. Bei mir geht’s immer noch nicht voran. Der Stand wird von zwei Herren besetzt, die mit der Dampfbrötchenproduktion kaum hinterherkommen. Nebenan werden Tacos gemacht, ich helfe dabei, das improvisierte Schild mit “NO VEGGIE!” an den Wagen zu kleben, damit sich keiner umsonst anstellt und bekomme dann meine Dampfbrötchen. Eine kleine Portion für 4,50 Euro, aber letztlich kommt es ja auf den Geschmack an. Außerdem wollen wir ja vieles probieren, da muss man sich den Magen nicht zwangsläufig vollschlagen.

Dampfbrötchen

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Aber: Lecker ist das! Echtjetzma! Butterweiches, anscheinend tagelang geschmortes Fleisch, mit Salat, Erdnüssen, Sesam und leckerer Soße. Wir sind beide sehr angetan, das Brötchen ist samt Inhalt schnell im Magen verschwunden und wir suchen weiter.

In einer Art Nische finden wir die Stände vom Zodiac und einen Stand, an dem es Sate-Hühnchen gibt. Sate-Hühnchen ohne Spieß, erklärt man mir. Man hätte relativ schnell eingesehen, dass man mit dem Aufspießen sehr viel Zeit verbringen würde und hätte es dann einfach gelassen. Außerdem könnte man so besser teilen. Ich erfahre auch noch, dass die Erdnusssauce nicht mit Erdnussbutter, sondern nur mit gerösteten Erdnüssen hergestellt wurde und dann ist alles fertig und ich kann das Schälchen mit an den Stehtisch nehmen. Auch hier, ein bisschen klein die Portion für 4,50 Euro, aber auch hier gibt es geschmacklich nichts zu beklagen.

Grill

Sate

Als nächstes flüchten wir in den Innenraum, denn es ist zwar wunderbar sonnig, aber auch sehr kalt. Innen gibt es nicht nur viel Platz zum Sitzen, sondern auch den Stand von An Banh Mi, der bei mir ganz oben auf der To-Eat-Liste steht. Also, das, was es dort gibt, nicht der Stand selber. Stände kann man nicht gut essen. Vietnamesisches Sandwich also. Ich stehe wieder in einer Schlange, hinter mir Leute, die anscheinend viel Bock auf oder zumindest kein Problem mit Körperkontakt haben. Im Gegensatz zu mir. Nebenan wird bei Chilees irgendwas koreanisches gemacht, ganz ohne Schlange, sieht aber auch lecker aus. Wenn ich nicht unbedingt dieses Sandwich haben wollen würde, würde ich jetzt schnell den Stand wechseln.

An Bahn Mi

Koreanisches Dings

Am Stand

Aber dann darf ich auch schon bestellen, die Winkekatze winkt mir zu und ich nehme das vietnamesische Sandwich mit Chili Beef in Empfang. Auch hier: Lecker. Bisher war alles lecker, frisch gemacht, gut gewürzt, etwas kleine, aber eigentlich sehr gut kalkulierte Portionen. Es ist Street Food, für auf die Hand, alles fünf Euro und drunter. Da kann man nicht meckern.

Winkekatze

Vietnamesisches Sandwich

Wir holen uns noch zwei Bier, und gehen wieder raus in die Kälte. Bisher sind wir ganz zufrieden. Die Anstellerei nervt, es ist arg voll und unübersichtlich, mir fehlt ein Plan, also ein Standplan, wo ich sehe, was wo ist, aber wenn es welche gab, dann sind die sicherlich längst vergriffen.

Unkraut

Wir nehmen uns den Stand vom Comptoir du Cidre vor, an dem groß “Cidre Steak” steht. Das Steak, so steht es da auf einer Tafel wurde unendlich lange mariniert, dann fast genauso unendlich lange Sous-Vide-gegart und dann wurde noch mal unendlich lange irgendwas anderes damit gemacht. Das Fleisch musste also länger auf diesen Moment warten als wir. Ich bin schon ganz angetan von den Cidreflaschen mit einem lustigen Seemann auf dem Etikett. Der werte Herr Gemahl ist währenddessen angetan vom Fleisch. Serviert auf Röstbrot mit Senf, Schnittlauch und einer Soße. Während wir noch auf die zweite Portion warten, hat er die erste verdrückt, hält dem Standmenschen einen Fünf-Euro-Schein hin und sagt: “Noch eins!”

Stand

Steak

Danach verziehen wir uns wieder nach drinnen. Jeder Innenraum sieht anders aus, es hängen Fähnchen rum oder bunte Kugeln, die Leute stehen an Stehtischen oder sitzen an langen Tischen. Dochdoch, das ist schick hier, das kann man gut machen. Ich werde zum Eisholen geschickt. Am ersten Eisstand tut sich nichts in der Schlange, außer, dass sich Menschen vor und hinter mir auf einmal Zigaretten anstecken. Ich flüchte und finde einen anderen Stand, wo es Frozen Yoghurt gibt, die Schlange weniger lang und beweglicher ist und niemand raucht. Das ist besser. Ich nehme also bei Sorelli’s einen warmen Brownie mit Frozen Yoghurt, Salzkaramellsoße, Erdbeeren und Haselnusskrokant, bezahle 5 Euro und mache mich auf zum werten Herr Gemahl.

Innen

Sorelli's

Frozen Yoghurt

Auch der Nachtisch überzeugt. Das mag auch an meinem guten Händchen für Soßen-Beilagen-Kombinationen liegen, aber sicherlich auch an Brownie und Eis. Wir kratzen das letzte aus dem Becher, dann sind wir fertig. Fertig mit dem Eis und fertig mit dem Street Food Markt. Keine Piroggen, kein Burger, nichts Japanisches, keine Burritos. WAS WIR ALLES NICHT GEGESSEN HABEN!

Menschen

Piroggen

Was wir vor allem nicht gegessen haben: Waffelburger von Bukfylla. WAFFELBURGER! Ich meine: WAFFELBURGER! Das erfahre ich aber erst abends zu Hause auf Twitter. Angeblich soll auch da die Schlange sehr lang gewesen sein, wahrscheinlich hätte ich also auch keinen Waffelburger gegessen, wenn ich rechtzeitig über dieses Wunderwerk an gastronomischer Zusammensetzungsfantasie informiert gewesen wäre. Aber, ey: WAFFELBURGER!

Bukfylla

Dann eben beim nächsten Mal. Der nächste Street Food Markt beim schönen Alfred ist am 10.5. Man kann sich das also schon mal schön im Kalender markieren oder einfach bei Facebook auf Teilnehmen klicken.

Ich würde mir zwar wünschen, dass die Veranstaltung auf zwei Tage ausgedehnt wird, um so eventuell auch dem Besucheransturm gerecht zu werden, aber solange ich Waffelburger kriege, soll mir alles recht sein.

Schöner Alfred auf Facebook

 Bericht in der WAZ

Ein paar mehr Bilder gibt es auf einem Flickr-Account

 

(Dieser Artikel erschien zunächst auf meinem Blog “Ach komm, geh wech!”, schien mir aber auch für dieses Blog passend. Leser beider Blogs bitte ich, die Redundanz zu entschuldigen.)

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Aquavitae: Whisky- und Spirituosenmesse auf Zeche Zollverein

Rum

Ich wäre ja auch auf die Spielemesse gegangen, wurde aber hoffnungslos überstimmt. Also ging es gestern mit der 107 vom Rüttenscheider Stern bis hoch nach Katernberg zur Zeche Zollverein, wo die Whisky- und Sprituosenmesse Aquavitae organisiert von der Rolf Kaspar GmbH noch bis einschließlich heute stattfindet.

Herbst

Der Eintritt beträgt 10 Euro, dafür bekommt man aber auch ein hübsches Glas, und das braucht man auch. Da der Mann nichts gegessen hat, gibt es aber erstmal einen Haggisburger vom Stand von Casino Zollverein und dann geht’s frisch gestärkt auf die zweite Etage.

Menü

Im Erdgeschoss und auf der zweiten Etage finden Seminare und Tastings statt, die aber extra kosten, für die man sich anmelden muss und die auch, als ich am Donnerstag auf der Webseite nachguckte, schon größtenteils ausgebucht sind. Müssen wir uns fürs nächste Jahr merken, dieses Jahr bleiben wir dann eben auf der zweiten Etage und drängeln uns zwischen anderen Interessierten vorbei von einem Stand zum anderen.

Tafel

Es ist laut und voll und die Luft so von Alkohol geschwängert, dass ich vermute, man würde hier vermutlich allein durchs Atmen betrunken. Wir lassen’s aber nicht beim Atmen, sondern probieren bei Gansloser gleich mal einen leckeren Haselnussgeist, der riecht wie Nutella und auch ein bisschen so schmeckt, und dann nach etwas Eisschlehengeist. Lecker, aber auch teuer.

Danach geht’s weiter zum nächsten Obstbrandstand der Märkischen Spezialitäten-Brennerei aus Hagen, wo Doreen erst ein bisschen was von dem Apfelbrand probiert und dann ein kleines Fläschchen davon kauft.

Whisky

Der Mann und ich interessieren uns aber vor allem für den Whisky, der hier auch in Hülle und Fülle angeboten wird. Wir scheinen da nicht die einzigen zu sein, wenn ich die vielen Männer in Schottenröcken richtig deute. Also an den nächsten Whiskystand von Malts of Scotland.

Karte

Da ich mit den torfigen Sorten eher wenig anfangen kann, frage ich nach etwas milderem. Der Whiskysachverständige schlägt mir etwas abgefahrenes vor, das angeblich ein bisschen wie Joghurt-Gums schmecken soll. Ich probier ja alles und der 30–Jährige Inchgower, den ich für 3 Euro probieren darf, ist tatsächlich sehr, sehr lecker, allerdings auch mit 115 Euro die Flasche ein kleines bisschen außerhalb meines üblichen Sprituosenbudgets. Den Namen muss ich mir aber merken, vielleicht findet man ja mal kleinere Flaschen oder weniger lange gelagerte Varianten.

Inchgower

Als nächstes probieren wir Schweizer Whisky von Säntis Malt. Die Mädchenvariante als Sahnelikör landet nach einer Probierportion auch in Doreens Tüte, während der Mann lieber den richtigen Whisky probiert. Heissa! Das ist mal wieder Torf pur, die Sorte Whisky, für die wir in Edinburgh nach längerer Suche die Beschreibung “abgefahrene Autoreifen” fanden. Aber schon gut, also wenn man das mag.

Säntis Malt

Glas

Wir probieren weiter Likörchen (Basilikum und Pistazie-Sahne), während neben uns eine Dreierkombo Dudelsackspieler ein kleines Ständchen bringt. Dann weiter zu einem Stand, der französische Liköre von Giffard anbietet. Ich interessiere mich sofort für die Crème de Châtaigne, also einen Kastanienlikör, den ich anschließend auch käuflich erwerbe, denn an Zeug mit Kastanien kann ich so unheimlich schlecht vorbeigehen.

Liköre

Außerdem machen wir noch eine Miniverkostung von drei unterschiedlichen Arten von Cassis in unterschiedlichen Qualitätsstufen und werden dabei nicht nur noch ein bisschen betüddelter, sondern auch ein bisschen schlauer. Zuletzt gibt’s noch eine Kostprobe eines Likörs einer ganz besonderen Frucht, nämlich der Mûroise, einer Mischung aus Brom- und Himbeere. Auch davon landet eine Flasche in Doreens Tüte.

Verkostung

Nebenan kaufe ich drei Tüten Chips von Mackie’s of Scotland, einmal mit Honig-Senf (weil der Mann das lecker findet), einmal mit Bacon (weil ich das lecker finde) und einmal mit Haggis (dafür braucht man keine Begründung).

Chips

Eine letzte Kostprobe gönnen wir uns an dem Stand von Malts of Scotland, wo es schon den Inchgower gab und probieren den Tormore aus Speyside für 6 Euro. Mit 125 Euro die Flasche ist der noch mal teurer als der Inchgower, aber leider deutlich weniger überzeugend. Dann doch lieber den torfigen Schweizer Whisky, aber dafür haben wir nicht mehr genug Geld. Man kann ihn aber in Duisburg kaufen, insofern ist das gar nicht so schlimm.

Zeug

Dann reicht es uns auch. Es ist nach wie vor voll auf der Messe, den Alkoholgeruch nehmen wir mittlerweile wohl nicht mehr so wahr, aber wir haben genug gesehen, gehört und probiert und so langsam stellt sich auch Hunger ein.

In unseren Tüten befindet sich eine einsame Flasche Kastanienlikör und drei Tüten Chips. Doreen war fleißiger, aber dafür steht bei uns dann wohl demnächst ein Besuch bei einem Duisburger Whiskyhändler an. Und Inchgower will recherchiert werden. Vielleicht geht da ja auch noch was.

Tüten

Wenn man sich auch nur ein bisschen für Sprituosen, insbesondere Whisky, interessiert, dann lohnt sich ein Besuch auf der Aquavitae in jedem Fall. Die Proben kosten zwischen nix und nach oben offen, meistens aber irgendwas zwischen 3 und 8 Euro (das war zumindest mein Eindruck). Man kriegt viel erklärt, die Aussteller – jedenfalls die, die wir besucht haben – waren alle sehr freundlich und hilfsbereit. Nicht zuletzt ist die Auswahl größer als alles, was man als normaler Mensch an einem Nachmittag bewältigen könnte.

Fürs nächste Jahr muss ich daran denken, vielleicht auch mal eines der Seminare oder Tastings zu buchen. So wird man nämlich gerade als Laie von dem Angebot erschlagen und weiß überhaupt nicht, wo man anfangen soll. Aber das ist nächstes Jahr. Bis dahin haben wir Kastanienlikör.

Zeche

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Bochum kulinarisch

Willkommen

Eigentlich wollten wir hier ja gar nicht hin. Also nicht, dass wir die Bochumer Gourmetmeile nicht gut fänden, aber nach all dem Stress der letzten Wochen, waren wir so glücklich darüber, an diesem Wochenende so gar keine Pläne zu haben, dass wir an diesem grandiosen Zustand nichts ändern wollten.

Dann war das Wetter aber doch schön und dem Mann kribbelte es in den Füßen. “Lass doch mit dem Fahrrad nach Bochum fahren”, schlug er vor, und brauchte tatsächlich nicht lange, um mich davon zu überzeugen. Also auf die Räder geschwungen und ab durch Huttrop, Steele, Wattenscheid und was weiß-ich-nicht-noch, bis wir in Bochum am Rathaus ankommen.

Fiege

Die Gourmetmeile ist in vollem Gange, es ist wunderschönes Wetter und nach knapp 15 Kilometern Fahrerei hat man auch schon mal gut Durst und Hunger. Im Schnelldurchgang kreuze ich im Heftchen die interessantes Stände an und für den ersten Gang entscheiden wir uns für das “Oshi-Zushi” von Takeshi. Das ist Schichtsushi, das in diesem Fall noch oben flambiert wird. Dazu eine Flasche Wasser und los kann’s gehen.

Sushi

Oshi-Zushi

Soja

Ich find’s eigentlich ganz lecker, aber mit Stäbchen schwer zu essen, der Mann findet’s ein bisschen enttäuschend. Zu wenig ist es auch, jedenfalls für zwei hungrige Menschen. Also laufe ich gleich zum Zelt von Herrn B. und hole da das Juvenil-Ferkel mit Schalotte, einer Art Kartoffelplätzchen und Blutwurst. Für den Preis gibt’s eine meiner Meinung nach relativ kleine Portion, die aber dafür lecker ist.

Flaschen

Spanferkel

Als nächstes auf zum Strätlingshof. Da gibt’s nämlich Fleisch (FLEISCH!) aus dem 800° Grill – was auch immer das bedeutet. Wir nehmen das Luxusgericht, nämlich das Heritage Angus Brand Rib Eye aus Kanada. Das Salatbouquet ohne Dressing kann man getrost vernachlässigen, Fleisch, Baguette und Chili-Meersalz sind dafür unglaublich lecker. Dazu ein leckeres Fiege-Pils und alles ist super.

Schirme

Steak

Fiege-Pils

Weil wir uns heute mal nicht so den Bauch vollschlagen wollen, gehen wir gleich zum Dessert über. Bei der Orangerie im Stadtpark gibt’s Apfelküchlein mit Zwetschgeneis. Als der Mann die Küchlein bringt, erinnere ich mich wieder daran, warum Apfelspeisen bei mir so problematisch sind. Rosinen! Wer ist auf die Idee gekommen, dass in Äpfel und Rosinen zusammengehören. Na gut, die Rosinen pule ich dann halt raus und schiebe sie dem Mann hin. Vor allem in Kombination mit dem Zwetschgeneis sind die rosinenbefreiten Apfelküchlein aber doch ziemlich lecker.

Apfelküchlein

Tisch

Da Käse bekanntlich den Magen schließt gibt’s jetzt noch eine Portion vom hausgemachten getrüffelten Brie de Meaux vom Livingroom. Und der ist jetzt aber mal richtig lecker und wird von uns ratzeputz vertilgt.

Käse

Es war ein kurzer Ausflug dieses Mal zur Bochumer Gourmetmeile. So langsam reicht’s dann eben auch. Jetzt freuen wir uns noch auf die letzte Gourmetmeile auf Zeche Zollverein Ende August und dann geht’s erst mal in den Urlaub. Aber schön war’s in Bochum. Die Sonne schien, das Essen war lecker, es war nicht überfüllt, lediglich die Sonnenschirme und der Wind waren nicht so kompatibel.

Kleiner Wermutstropfen: Dass in den Menüheftchen immer noch keine Preise angegeben sind, nervt schlicht und einfach, denn die sind nicht zuletzt auch immer ein Wegweiser, wenn man sich vielleicht schon zu Hause seinen kleinen Meilenfahrplan zusammenstellen will. Bitte ändern, ansonsten darf alles bleiben, wie’s ist.

Kräuter

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Rü… Genuss pur: Gourmetmeile am Girardethaus

Bogen

Es ist mal wieder soweit! Die nächste Gourmetmeile steht an, diesmal “Rü… Genuss pur!” auf dem Parkplatz am Girardethaus in Essen-Rüttenscheid. Mit sieben Mann tanzen wir am Freitagabend da an und merken schnell, dass uns eine kleine Herausforderung bevorsteht. Der Platz ist rappelvoll und die Leute, die schon einen Platz an einem Tisch ergattert haben, halten sich bei strahlendem Sonnenschein recht stur an ihren Getränken fest.

Wir lassen und aber nicht abschrecken, teilen uns auf und nehmen das Projekt “Gourmetmeile Rüttenscheid” in Angriff. Doreen holt Vorspeise 1 und 2, Sandra Vorspeise 3, der Mann besorgt eine Flasche Crémant, der andere Mann und die zwei südafrikanischen Kollegen suchen einen Tisch und ich hüpfe zwischen allen hin und her und versuche, den Überblick zu behalten.

Irgendwann haben wir tatsächlich drei Vorspeisen, eine Flasche Crémant, sieben Gläser und ebenso viel Besteck, nur einen Tisch haben wir nicht. In der Not ziehen wir uns auf den Weg hinter der Gourmetmeile zurück, finden dort einen Stromkasten oder so und improvisieren dann eben. Teller und Gläser passen drauf, es wird ausgeschenkt, das Besteck verteilt und dann darf sich auf die Teller gestürzt werden.

Tisch

Der erste Guerillaschlemmertisch. Improvisation ist alles.

Das Urteil lautet: Alles lecker. Die Pastrami ist super, genau wie der Tomatenbrotsalat, Doreen verliebt sich spontan in den Ziegenkäse mit Bacon und Brombeersauce und ich finde den Vorspeisenteller vom La Turka ziemlich toll.

Pastrami

Geräuchertes Pastrami-Rind auf Tomaten-Brot-Salat von Bliss

Ziegenkäse

Lauwarmer Ziegenfrischkäse im Speckmantel mit Brombeer-Kaffee-Sauce und Knusperbrot von Bliss

La Turka

Orientalischer Vorspeisenteller: Balsamico Tabouleh, Geriebener Weißer Käse in Créme fraiche an pikantem Tomaten-Schalottenpüree, Scampis in Knoblauchcréme, dazu gefüllte Blätterteigröllchen von La Turka

Foodblogger

Gewohnte Ansicht: Foodblogger können’s nicht lassen.

Mittlerweile wird ein Guerillabiertisch ein Stück den Weg runter frei, den wir sofort erobern und somit unseren kleinen Schlemmertisch für die nächsten vier Stunden gefunden haben.

Guerillaschlemmertisch

Guerillaschlemmertisch minus zwei Getränke– und Panzerottiholende Männer.

Für die nächste Runde ziehen Patience und ich los und reihen uns in der langen Schlange am Bistecca-Zelt ein. Hier holen wir Tranchen vom US-Beef und Tatar, und als wir zurückkommen, stehen schon zwei Teller mit Trüffelgnocchi auf dem Tisch. Der andere Mann ist noch unterwegs, eine Portion Panzerotti holen und in der Zwischenzeit räubern wir schon mal die anderen Teller. Die Tranchen vom US-Beef mit den Pommes Julienne und Barbeque-Sauce sind ziemlich toll, der Tatar leider ein bisschen versalzen. Trüffelgnocchi gehen bei mir immer und diese besonders. Dagegen finde ich die Panzerotti zumindest im Direktvergleich eher unspektakulär.

Tranchen

Tranchen vom US Nebraska Beef mit Pommes Julienne & hausgemachter BBQ Sauce vom Bistecca Grillroom

Tatar

Tatar vom US Beef auf Kartoffelrösti & Creme Fraiche vom Bistecca Grillroom

Gnocchi

Gefüllte Gnocchi in Trüffelsahnesauce vom Capobianco

Panzerotti

Panzerotti Tartufo: Hausgemachte Nudeln in Trüffelsauce mit frischen schwarzen Trüffel und Parmiggiano von der Trattoria Trüffel

Mittlerweile sind wir auch zu zehnt, weil spontan noch drei Freundinnen des südafrikanischen Kollegen zu uns gestoßen sind. Unser Guerillaschlemmertisch ist also gut besetzt, und obwohl der größte Hunger gestillt ist, ziehen Doreen und ich noch mal zum neuen Tapas-Restaurant Tapita und besorgen einen Teller Paella. Die kommt zwar schön mit einer großen Gamba und einer Grünschalenmuschel, dafür ist das Hühnchenfleisch ein bisschen zu trocken. Ansonsten gibt es aber nichts zu meckern.

Paella

Paella von der Tapita Tapas Bar

Beim Dessert sind wir alle schon zu faul, um großartig in Aktion zu treten, also holen Patience und ich einfach zweimal den Pfirsich-Salat mit Trüffeleis von der Schwarzen Rose/Maksim chez Schmitz, was sich als ziemlich gute Wahl rausstellt: Zwei Sorten auf irgendeine Art marinierter Pfirsisch mit ziemlich genialem Eis. Bestimmt gab’s auch viele andere gute Desserts, aber mit diesem hier sind wir ziemlich gut gefahren.

Pfirsichsalad

Pfirsich-Salat mit Trüffeleis von Maksim chez Schmitz/Schwarze Rose

Wir sitzen noch ziemlich lang da und reden und trinken, holen zwischendurch noch ein paar Cocktails und irgendwann ist Mitternacht und wir machen uns auf den Weg zu Hause. Gourmetmeile mit sieben (bzw. zehn) Mann ist zwar anstrengend und ein bisschen chaotisch, aber mit ein bisschen Improvisation durchaus machbar und dann ziemlich toll.

Wegweiser

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Die Gourmetmeile “Rü… Genuss pur!” findet noch bis Sonntag auf dem Parkplatz hinter dem Girardethaus in Rüttenscheid statt. Wir haben einiges getestet und sind zu dem Schluss gekommen: Es lohnt sich.

Mehr Information und das gesamte Speisenangebot gibt’s hier: http://www.rue-genuss-pur.de/

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Seerosenfest in Essen-Kettwig

Meile

Nächste Gourmetmeilenstation: Essen-Kettwig. Die ehemalige “Kulinarisch-musikalische Meile” wurde von der Altstadt zum Stauseeufer verlegt und im gleichen Zuge zum Seerosenfest umbenannt. Für mein Empfinden eine gute Entscheidung, der Standort direkt am See ist – zumindest bei schönem Wetter – traumhaft, die Altstadt muss nicht großräumig gesperrt werden und Seerosenfest geht einem auch deutlich leichter über die Lippen als na ja… das andere eben. (Man kann es auch schneller schreiben.)

Ein kleiner Wermutstropfen in diesem Jahr ist wohl, dass auf der einen Seite der Brücke gerade auf einem großen Areal irgendwas abgerissen wird und dementsprechend große Berge Bauschutt eine Seite der Gourmetmeile säumen. Man muss da einfach die Augen ein bisschen zukneifen und sich vorstellen, man würde gerade auf einer Kanareninsel neben einem Natursteinhang sitzen, dann wird’s sofort besser.

Schutt

Passend dazu saßen wir auch direkt neben dem Stand des Bonner Hofs, der sich auf kanarische und mallorquinische Küche spezialisiert hat, tranken Prosecco mit Zeug drin (Ingwer und Limette bzw. Holundererdbeeren) und probierten uns so durch. Mein persönlicher Gewinner für diese Meile war haushoch das Schlosshotel Hugenpoet, das tollen Thunfisch und kongenialen Schweinebauch anbot.

Nach einer Runde über die Gourmetmeile entschieden wir uns für eine Verdauungsspaziergang in der Kettwiger Altstadt, wo wir dann auch Eis und Crêpe als Nachtisch auf die Hand nahmen, was sich allerdings (jedenfalls, was mein Crêpe betraf) als nicht so gute Wahl herausstellte. Für einen Nachtisch war dann auf der Gourmetmeile selber kein Platz mehr, statt dessen hörten wir uns noch mit einem Abschluss-Radler die tolle kubanische Band an und fuhren dann glückselig nach Hause.

See

Das Seerosenfest lohnt sich auf jeden Fall. Es ist eher eine kleine, aber umso feinere Meile. Nicht zuletzt sind hier die Résidence, Schloss Hugenpoet und Parkhaus Hügel vertreten, die Kettwiger Gourmetmeile muss sich also keinesfalls hinter ihren größeren Geschwistern verstecken. Und der Standort direkt am See ist natürlich kaum zu schlagen. Und wer sonst noch Argumente braucht, schnell heute oder morgen noch hinzufahren, für den ist hier ein bisschen Motivationsbildmaterial.

Rose

Ziegenkäse

Hausgeräucherte Ziegenkäse-Praline im Parma-Mantel auf Rucola mit Caschewkernen und Feigenvinaigrette vom Löwntal

Sekt

Sekt mit Holundererdbeeren vom Bonner Hof

Kalbsbällchen

Kalbsbällchen im typischen Gemüsesud, zart getrüffelt vom Bonner Hof

Brotsalat

Mallorquinischer geräucherter Brotsalat mit geröstetem Jamon-Serrano, Chorizo und Manchego-Spänen im Rauke-Nest zur Safran-Aioli vom Bonner Hof

Thunfisch

Togarashi vom Thunfisch mit Ananaschutney und Rucolasalat von Schloss Hugenpoet

Schweinebauch

Knusprig gebratener Bauch vom Duroc Schwein, Bohnencassoulet mit Salzzitrone und Polenta von Schloss Hugenpoet (aka zartester Schweinebauch der ganzen Welt)

Himmel und Schutt

Hugenpoet

Karussell

Musikanten mit Bier

Fruchtbowle

Fruchtbowle mit richtig viel Frucht vom Sengelmannshof

Ente

1/2 Ente mit Granatapfel-Chutney auf Wokgemüse vom Sengelmannshof

Lachs

Anis gebeizter Lachs mit Erbsen, Boulliongelee und leicht geräucherter Mayonnaise vom Parkhaus Hügel (Leider enttäuschend, Anis schmeckte man nicht, Erbsen und Boulliongelee auch eher geschmacksneutral, aber immerhin war die Mayonnaise lecker.)

Band

Band 2

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Essen… verwöhnt: Gourmetmeile in Essen-City

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Auf die Gourmetmeile in der Essener City freu ich mich ja immer besonders. Erstens ist sie eindeutig die von uns aus am besten erreichbare Gourmetmeile, zweitens dauert sie ganze fünf Tage und drittens gibt es so viele tolle Restaurants zum Ausprobieren.

Die diesjährige Gourmetmeilenerkundung fand in drei Etappen statt. Am Donnerstag abend ging es mit Doreen, Sandra und den Männern auf Tour, Freitag dann mit einem Arbeitskollegen des Mannes samt Freundin und der Schwester einer Kollegin, die wir nur zufällig trafen. Und am Samstagmittag habe ich dann alleine mit Doreen noch einen kleinen Abstecher über die Meile gemacht. Heute, am Sonntag, regnet es wie bekloppt, da bleibe ich doch lieber zu Hause. Auch wenn ich viele Sachen, die ich im Programmheftchen schon angekreuzt hatte, nicht probieren konnte, so war die Ausbeute doch nicht schlecht.

Außerdem: Das Schöne, wenn man mit mehreren, futterbegeisterten Menschen unterwegs ist, ist ja, dass man auch durchaus mal überall probieren kann und damit deutlich mehr Stände und Gerichte abdeckt als wenn man nur alleine oder zu zweit unterwegs ist.

In diesem Sinne, es folgt die ultimative Gourmetmeilen-Fotostrecke. Wem das fiese Wetter nichts ausmacht, der hat heute noch die Chance, sich durchzuprobieren. Immerhin… voll wird es nicht sein.

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Ziegenkäse vom Hof Sondermann mit Mango-Chili-Chutney vom Casino Zollverein.

Ente

Lackierte Entenbrust an Rhabarber-Aprikosen-Chutney mit Kartoffel-Schalotten-Tarte von Schnitzlers

Pilz

Riesenchampignons mit Schafskäse-Chilicreme, gratiniert an Wildkräutersalat von Schnitzlers

Wein

Gnocchi

Gefüllte Gnocchi mit Steinpilzen und Mozzarella in Trüffelcreme von La Grappa

Hübsch

Jakobsmuscheln

Sautierte Jakobsmuscheln mit Erdnusscreme, Wassermelone und Thai-Basilikumpesto von der Résidence

Gänseleber

Feines von der Gänseleber mit Passionsfrucht, Robiola-Eis und Kokosbrot von der Résidence

Zelte

Nougatcreme

Extremst leckere Mousse vom hellen Nuss-Nougat mit Schoko-Salz und Erdbeeren von Schnitzlers

Dreierlei

Dreierlei von der Erdbeere und Rhabarber: Gâteau, Tarte und Lollipop von Vincent & Paul

Foodblogger

Foodblogger bei der Arbeit

Lichterdings

Jakobsmuscheln

Ziemlich leckere in Vanille gebratene Jakobsmuscheln auf (eher neben) grünem Erbsenpüree vom Restaurant MUMM

Erdbeerchen

Sensationelle Erdbeeren vom Restaurant MUMM. Die standen eher dekorativ am Stand rum, auf Anfrage gab man uns sofort einen Teller und wir durften uns nach Herzenslust bedienen.

Austern

Fines de Claires Austern mit Zitrone und Pumpernickel-Chesterbrot vom Sheraton – es war ein Versuch, aber das mit Austern und mir, das wird nichts mehr in diesem Leben, glaub ich. Die Auster war bestimmt super… wenn man denn welche mag.

Burger

Toller und vor allem richtig leckerer Burger von Kalb und Trüffel von Vincent & Paul

Tatar

Tatar vom US Nebraska Beef à la Harris Bar auf Rucola von Lucente

Tomahawk

Ziemlich sensationelles Tomahawk-Fleisch mit Drillingen und Spinatsalat vom Casino Zollverein

Blümchen

Kiepenkerl

Vorspeisen

Karisik Meze –  Gemischter Vorspeisenteller von Tablo

Fußball

Spinatbällchen

Spinatbällchen mit würziger Kräuterbutter und Parmesankäse vom Gasthaus Zum Brenner

Käse

Gorgonzola-Mascarpone-Terrine im Baumkuchenmantel mit Tomatenconfit und Thymianhonig –  sehr leckere Kombination, aber danach ist man satt.

Wein

Dessert

Marinierte Erdbeeren mit San Bitter-Sorbet, (tollem) Zitroneneis und Pistazienschwamm vom Schlosshotel Hugenpoet

Rosen

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Kulinarischer Altstadtmarkt in Hattingen

Erdbeercaipirinha vor blauem Himmel

Auf geht’s nach Hattingen. Doreen und ihr Männe kennen Hattingen noch gar nicht, mein Mann war immerhin schon in Hattingen, aber noch nicht auf dem Kulinarischen Altstadtmarkt auf dem Kirchplatz und ich kenne beides schon vom letzten Jahr, als ich die berufsbedingte Abwesenheit des Mannes ein bisschen für die ersten tapsigen Ruhrgebietsausflüge nutzte.

Eingang

Durch den kleinen Tunnel geht’s direkt auf den Kirchplatz, das Wetter ist wunderbar, entsprechend voll ist es auf dem kleinen Platz. Insgesamt sechs Restaurants sind vertreten, für mehr wäre auch kaum Platz und nachdem ich schnell zwei Programmhefte organisiert habe, stürzen wir uns ins Vergnügen.

Doreen besorgt leckeren Rosé, mit den Gläsern ziehen wir los, Hirsch-Carpaccio (vom Restaurant An de Krüpe) und gebackenen Feta-Käse (vom Restaurant Poseidon) besorgen und erstmal den Hunger stillen.

Wildschweincarpaccio

Hirsch-Carpaccio mit Spargelsalat, Pestocreme & Steinpilzvinaigrette

Feta

Saganaki – gebackener Feta-Käse mit Honigsenf vom Restaurant Poseidon

Danach musste erst mal für Geldnachschub gesorgt werden, also haben wir uns noch ein bisschen was von Hattingen angeguckt, dabei die erste Vorspeise schon etwas abgearbeitet und sind danach mit neuem Appetit zurück zum Kirchplatz.

Doreen auf Tour

Für die zweite Runde hatten wir uns Spanferkel von Eggers ausgeguckt. Weil da auch noch verlockend Jakobsmuscheln angeboten werden, nehmen wir davon auch gleich vier Stück, dazu Holunderblüteneis mit Sekt aufgefüllt und Himbeerbowle.

Jakobsmuscheln

Jakobsmuscheln mit Graupenrisotto von Eggers

Spanferkelbraten

Spanferkelkassler mit rosa Pfefferkraut, Senfdipp und Bratkartoffeln von Eggers

Himbeerbowle

Himbeerbowle von Eggers

Es folgt ein kleiner Rundgang um den Kirchplatz, Treppe runter, Häuser beguckt und auf der anderen Seite wieder rauf. Praktischerweise kommen wir so direkt am Stand vom Gasthaus Weiß wieder auf den Markt.

Kirchplatz

Das passt uns wunderbar ins Zeug, denn hier gibt es nicht nur gegrillte Ente mit Backpflaumensoße, sondern auch Steak mit Cognac-Pfeffer-Sauce. Und da ich gerade so in Fruchtlaune bin, nehme ich den Erdbeercaipirinha dazu.

Steak

Hüftsteak vom argentinischen Weiderind an Cognac-Pfefferrahm & einem in Butter gebratenem Rosmarin-Speckkartoffelpuffer von Gasthaus Weiß

Ente

Portion gegrillte Ente mit Backpflaumensauce & Stangenbaguette von Gasthaus Weiß

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Erdbeer-Caipirinha von Gasthaus Weiß

Jetzt sind wir mittlerweile eigentlich ganz gut satt, Doreen und ich haben uns aber noch das Dim Sum vom Hummer ausgeguckt, das am Stand von Haus Kemnade angeboten wird. Plätze am Biertisch werden gesichert, der Mann besorgt Wein und irgendwann bekommen wir dann auch das Bastkörbchen mit den Leckereien.

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Dim Sum vom Hummer mit Miso Nudeln & Gemüse von Haus Kemnade

Leider ist das teuerste und tendenziell spektakulärste Gericht, das wir an diesem Tag probieren auch das enttäuschendste. Schlecht ist es nicht und an der Qualität gibt es nichts zu meckern, aber irgendwie bleibt es hinter den Erwartungen zurück. Schade. Aber immerhin garantiert das Dim-Sum-Dämpf-Körbchen interessierte Blicke und Nachfragen der anderen Marktbesucher an unserem Tisch.

Erdbeeren in Schokolade

Spieß von frischen Erdbeeren & Schokolade von Haus Kemnade

Zum Nachtischauftakt haben wir uns auch direkt einen Spieß mit Erdbeeren im Schokomantel gegönnt, die sich als extrem lecker und saftig erweisen und die direkt mal genüsslich vertilgt werden.

Was den Nachtisch angeht, geht es mir aber eigentlich nur noch um die legendären Quark-Nougat-Knödel von Eggers, die ich schon im letzten Jahr kennen und lieben gelernt habe. Für ein bisschen Abwechslung bringe ich noch griechischen Joghurt mit Orangen-Honig-Sauce und Früchten mit.

Quarkknödel

Quark-Nougat-Knödel mit gebrannten Mandeln und Kirschen von Eggers

Apostel

Cremiger Griechischer Joghurt mit Orangen-Honigsauce und frischen Früchten vom Restaurant Poseidon

Glücklicherweise ist der eine Mann schon satt, Doreen mag es eh nicht so süß und auch ansonsten kann ich mich recht glücklich, sorglos und ungestört an den Knödelchen laben, die nichts von ihrer Großartigkeit verloren haben. Aber auch der griechische Joghurt ist lecker und ein bisschen weniger süß, was ihn als Quarkknödel-Konkurrenz deutlich attraktiv macht.

Dann sind wir alle satt, müde und glücklich und machen uns auf den Weg nach Hause. Insgesamt war der Besuch in Hattingen und auf dem kulinarischen Altstadtmarkt ein voller Erfolg. Wer mag kann sich heute noch ein paar Stündchen – leider bei deutlich schlechterem Wetter – durchfuttern. Ansonsten geht es dann nächstes Jahr wieder rund. Und die Gourmetmeilensaison hat ja gerade erst angefangen.

Und hier noch ein paar Eindrücke vom Markt, ungeordnet, aber schön. Und Doreen hat den Tag auch zusammengefasst, ist aber vor lauter Essen, Freuen und Gucken nicht zum Fotografieren gekommen.

Spanferkel

Spanferkelbraten

Angebot studieren

Kirchplatz

Köche

Heitere Köche beim Stand von Haus Kemnade

Ente

Das große Entenmassaker von 2012

Kemnade

Kirchplatz

Kulinarischer Altstadtmarkt Hattingen
Auf dem Kirchplatz

http://www.kam-hattingen.de/

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Spargelfestival auf Hof Umberg in Bottrop-Kirchhellen

Bottrop

Bottrop, wie man es sich vorstellt. Oder auch nicht. Letzten Samstag trieb es uns rauf aufs Land, genauer gesagt zum Hof Umberg in Bottrop-Kirchhellen. Ich wurde schon davor gewarnt, dass es mit dem Parken schwierig werden könnte, aber wir haben uns trotzdem ins Auto statt aufs Rad geschwungen und dann doch schön neben dem Feld ein Plätzchen gefunden.

Fahrräder

Andere Leute hatten sich diesen Rat doch zu Herzen genommen, vielleicht lag es aber auch am schönen Wetter, das zu einer kleinen Radtour einlud und dazu noch die Aussicht auf leckeres Essen beim Spargelfestival auf dem Hof Umberg. Vier Restaurants aus Essen (Gasthaus Zum Brenner, Trattoria Trüffel da Diego, Kiepenkerl zu Essen und das Landhaus im Grugapark) und die Bio-Metzgerei Scharun aus Bottrop luden zu Spargel-, Erdbeer- und anderen Köstlichkeiten ein, ganz nach dem bekannten Gourmetmeilenprinzip.

Leider war der Platz auf dem Hof doch naturgegeben begrenzt, das Wetter fast zu schön und die Laune auf Spargel wohl sehr groß, weswegen es sich doch auf dem Hofgelände etwas knubbelte und der Andrang an den Ständen recht groß war, womit die unterschiedlichen Restaurants mal mehr und mal weniger gut umgehen konnten.

Wir haben leider nicht an allen Ständen probiert und auf den Nachtisch verzichtet, da es doch sehr voll und dementsprechend etwas anstrengend war. Positiv aufgefallen ist, dass es auch ganze Flaschen Wasser gab, die man schön mit rumschleppen konnte. Außerdem erfreute das Angebot an frühlingshaften Prosecco-Variationen (z.B. mit Holunder oder Erdbeeren). Das kulinarische Highlight war die gelackte Ente mit Orangenspargel vom Kiepenkerl zu Essen. Der klassische Spargel vom Landhaus im Grugapark war leider nicht perfekt geschält, was die Freude ein bisschen (aber nicht schlimm) milderte. Alles in allem aber gab es keine Klagen.

Und ohne langes Reden hier noch ein paar Eindrücke, vom Essen, vom Hof und vom Landleben in Bottrop-Kirchhellen.

Spargelcreme

Spargelcremesuppe vom Gasthaus zum Brenner.

Perlhuhn

Perlhuhnbrust auf Spagelrisotto vom Gasthaus zum Brenner.

Limonade

Spargel

Spargel klassisch vom Landhaus im Grugapark. Gelernt: Man kann nach 12 Jahren Beziehung fast jeden Teller teilen, aber beim Kampf um die Spargelköpfe hört der Spaß auf. Beim nächsten Mal kriegt jeder seinen eigenen Teller.

Holundersekt

Prosecco mit Holundersirup und Limetten vom Landhaus im Grugapark.

Dächer

Voll

Windrad

Kiepenkerl

Gelackte Ente

Highlight: 1/4 gelackte Ente mit Orangenspargel vom Kiepenkerl zu Essen.

Kasse

Konfitüre

Spargel und Erdbeeren

Hof Umberg
Overhagener Feld 10
46244 Bottrop-Kirchhellen

http://hof-umberg.de/

Weitere kulinarische Veranstaltungen organisiert von Essen genießen gibt es hier.

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Burns Supper bei Bannisters (Mülheim an der Ruhr)

Das Bannisters hat mittlerweile geschlossen.

Burns Literature

Nach dem Schottland-Urlaub hatte ich mich (wie hier nachzulesen ist) gleich mal um eine Reservierung für ein Burns Supper bemüht. Isabel hatte so schön davon erzählt, mal abgesehen davon, dass es ja keine große Kunst ist, mich von einem Feiertag zu überzeugen, bei dem es um schottisches Essen, Musik und Gedichte geht.

Gott sei Dank haben wir ja ein schottisches Restaurant im Ruhrgebiet, das Bannisters in Mülheim an der Ruhr. Einmal waren wir schon hier, irgendwann letztes Jahr und waren direkt begeistert vom guten Essen und vom überaus reizenden Service. Da lag es also nahe, hier zwei Plätze zu reservieren.

Am Mittwochabend geht es also los. Voller Vorfreude fahren wir zum Bannisters, das ganz im Süden von Mülheim an der Kölner Straße liegt, ein kleines blaues Häuschen recht unprätentiös, aber immerhin mit guten Wiedererkennungswert. Als wir reinkommen werden wir gleich von Birgit Bannister an einen langen Tisch geführt. Wegen der großen Anfrage wird jeder Platz gebraucht, traute Zweisamkeit ist an einem solchen Abend eben nicht möglich, aber das passt ja auch, dem Haggis huldigt man sowieso besser in Gesellschaft.

Aperitif, anyone?

Sekt with Strawberries

Weil wir die ersten am Tisch sind, können wir uns einen Eckplatz auf der Bank sichern, studieren erstmal die Aperitifkarte und bestellen dann einmal Sekt und einmal Sekt mit Walderdbeeren (letzteres für die Dame, also mich). Während wir auf die Getränke warten, kann man ja schon mal einen Blick aufs Menü werfen. Abgesehen davon müssen wir ja ohnehin noch aus drei Hauptgerichten wählen. Zur Auswahl stehen Rumpsteak, Ente mit Honig-Whisky-Füllung und Graupenrisotto und Lachs-Steak. Der Mann entscheidet sich für die Ente, was ich begrüße, denn dann kann ich guten Gewissens das Rumpsteak nehmen.*

The Menu

The Musician

Musik gibt’s auch. Ich habe leider vergessen, wie der nette Mensch heißt, der da mit einer Gitarre auf einer improvisierten Bühne steht und schottisches und englisches Liedgut präsentiert. Zunächst sind alle noch ein bisschen verhalten, man weiß wohl nicht so recht, wie die ungeschriebenen Regeln für musikalische Essensbegleitung ist. Applaus oder eher stilles Wohlwollen? Im Laufe des Abends setzt sich “Applaus” durch, also wird nach jedem Lied geklatscht und im Einzelfall auch singender- oder perkussiverweise mitgemacht.

Haggis, Neeps & Whisky

Homemade Bread

Zunächst aber kriegen wir das, worum es ja eigentlich geht: Haggis, Neeps und Whisky! Der Whisky wird aus einer kleinen Kanne am Tisch über den Haggis gegossen, den Sekt haben wir gegen Rotwein und Guinness getauscht und das Dinner kann beginnen. Gedichtrezitationen oder rituelles Anschneiden des Haggis gibt es übrigens nicht, was einerseits schade ist, andererseits aber schon ob der Raumaufteilung schwierig wäre, denn das Bannisters ist recht verwinkelt. Der servierte Haggis ist jedenfalls sehr, sehr lecker. Ich habe es ja in Edinburgh verpasst, welchen zu essen, das hole ich jetzt nach und bin sofort begeistert. Schön würzig und etwas scharf, ist er. Und hausgemacht. Dazu gibt es hausgemachtes Topfbrot (eher wohl: Töpfchenbrötchen) mit Butter. Ein guter Einstieg.

Als nächstes folgt die Vorspeisenplatte. Um die Küche ein wenig zu entlasten war eigentlich vorgesehen, für den gesamten Tisch mit zehn Plätzen drei große Vorspeisenplatten zu bringen. Da die Ankunftszeit der einzelnen Parteien aber deutlich voneinander abweicht, geht der Plan nur halb auf. Mittlerweile sind wir aber schon nicht mehr allein am Tisch und so warten wir noch ein bisschen, bis auch unsere Tischnachbarn mit dem Haggis durch sind und bekommen dann eine große runde Platte mit allerlei Leckereien vorgesetzt.

Appetizer

Die Befürchtung, es könnte problematisch sein, sich mit wildfremden Menschen eine Vorspeisenplatte zu teilen, erweist sich als unbegründet. Von den Jakobsmuscheln, Lammspießen und Tandoori-Chicken sind jeweils genau vier da, das ist einfach, bei den anderen Sachen nimmt sich halt jeder ein bisschen und nachdem wir von allem probiert haben, wird es schon etwas kommunikativer, als die Reste dann gerecht aufgeteilt werden wollen. “Das müssen sie unbedingt noch probieren”, hört man und Schälchen werden rumgereicht, bis alles leer ist. War übrigens auch alles sehr lecker, von Jakosmuschel und Thunfisch-Surimi in Wasabi-Soße bis zu Gänseleberpastete und geräucherter Ente mit Kirschkompott.

So langsam trudeln dann auch die letzten Gäste aus, unser Tisch ist komplett. Die zwei Herren gegenüber sind wohl Kollegen und unterhalten sich hauptsächlich über die Arbeit, daneben sitzt ein Pärchen, von dem ich relativ wenig mitbekomme, außer, dass er eine St. Pauli-Jacke trägt, wohl aber Rheinländer ist und den ganzen Abend hauptsächlich glücklich aussieht, und neben mir sitzt ein Halbschotte, oder vielleicht auch ein Ganzschotte, der aber die Hälfte seines Lebens im Ruhrgebiet gelebt hat und dementsprechend zwar Kilt trägt, aber trotzdem mit Ruhr- statt Schottenakzent deutsch spricht. Von ihm bekomme ich auch den Tipp, wo es in Essen ein gutes Whiskygeschäft gibt (das Banneke am Limbecker Platz). Nebenbei wird die Whiskykarte rumgereicht, vor allem aus Interesse, nur die Herren gegenüber veranstalten auch ihr kleines privates Whiskytasting.

Our Table

Rumpsteak with Potatoes

Salad

Das Hauptgericht entspricht den Erwartungen ebenfalls, schön medium gebratenes Rumpsteak (der Mann bemerkt anerkennend den Fettrand), dazu neue Kartoffeln und Salat. Mehr als eine Kartoffel schaffe ich gar nicht zu dem großen Stück Fleisch, dafür verputze ich aber den Salat.

Desserts gibt’s wie immer im Bannisters vom Dessert-Buffet. Neben Mousse au chocolat, roter Grütze und Tiramisu sind auch Käse, Apple Crumble und Cranachan (oder jedenfalls etwas, was sehr an Cranachan erinnert) im Angebot. Als Hausdigestif wird der Whiskylikör an den Tisch gebracht, nach vier Schälchen Dessert reicht es uns. Leider gibt es den überaus leckeren Milchreis vom letzten Mal diesmal nicht, aber der Cranachan entschädigt für diesen Missstand.

Mousse au Chocolt & Red Fruits

Apple Crumble & Cranachan

Whisky Liqueur

Als erste verabschieden wir uns von unseren Tischgenossen, denn leider ist ja Mittwoch und morgen wird gearbeitet. Aber auch, wenn es kein langer whiskyseliger Abend wurde, wir sind sehr froh, an diesem Abend hier gewesen zu sein. Es hat sich rundum gelohnt. Das Essen super, die Musik super, die Atmosphäre toll und der Service wie immer reizend.

Fest steht auf jeden Fall: Nächstes Jahr machen wir das wieder.

Bannisters Outside

Bannisters
Kölner Straße 170
45481 Mülheim an der Ruhr
Telefon: 0208 / 48 30 02

Öffnungszeiten: Mi – So: ab 18 Uhr, So zusätzlich Mittagsbuffet: 12 – 14 Uhr

www.bannisters.de

 

*Ja, ich gehöre zu der Spezies, die gerne Abwechslung am Tisch hat. Ich bestelle ganz, ganz selten das gleiche wie der Mann, was sich meistens von alleine ergibt, aber bei Menüs mit eingeschränkter Auswahl nicht immer ganz einfach ist. Ich möchte eben immer möglichst viel probieren.

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Weihnachtsmarkt auf Schloss Hugenpoet

Weihnachtsmarkt

Gestern waren wir noch für ein Stündchen auf dem Weihnachtsmarkt auf Schloss Hugenpoet in Essen-Kettwig. Nachdem wir das großes Parkplatz-Chaos überstanden hatten und knappe 500 Meter auf einem unbeleuchteten Seitenstreifen zum Schloss gewandert waren – immerhin schon schön mit Ausblick auf das beleuchtete Schloss – konnten wir uns auf dem Markt tummeln. Mit sechs Euro Eintritt hatte man einen Gutschein für ein Heißgetränk.

WeihnachtsmarktSchloss Hugenpoet

Das war unser erster Besuch auf Schloss Hugenpoet und verdammt noch mal, ich hätt’s mir ja denken können, aber es ist tatsächlich ein richtiges Schloss. Und das macht diesen Weihnachtsmarkt, der zwar ein bisschen ausgesuchterer Stände hat, ansonsten aber tatsächlich nichts anderes als ein traditionaller Weihnachtsmarkt ist, doch deutlich besonders.

SterneWeihnachtsmarktKarussell

Auf der Brücke über dem Burggraben stehen mit Fackelbeleuchtung und danach einen Eierpunsch mit Reibekuchen mit hausgeräuchertem Lachs aus der Schlossküche verputzen. Außerdem an den Ständen Trüffelbutter, Salami und Leberwurst probieren, alles lecker.

SchlossbrückeLeckeresHeißgetränke

Der Ausflug hat sich sicher gelohnt und nächstes Jahr werden wir sicher auch dabei sein, wenn der Weihnachtsmarkt für ein Wochenende aufgebaut wird.

Schloss Hugenpoet

Schloss Hugenpoet
August-Thyssen-Straße 51
45219 Essen

http://www.hugenpoet.de

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Panhas-Fest in Hattingen

Panhas-Fest Hattingen

Hattingen, ja ja. Ich hatte ja schon mehrfach gehört, dass die Altstadt da so schön sein soll und dachte immer “Ja ja, ist bestimmt ganz nett, aber soooo dolle wird das wohl auch nicht sein”. Bis ich dann im Juni einmal spontan da war und dachte “HUI! Das ist aber mal ne richtig schöne Altstadt!”. Tatsächlich ist Hattingen wirklich entzückend und wenn man die Gelegenheit hat, kann man ruhig mal hinfahren und ein bisschen zwischen den Fachwerkhäusern spazieren gehen. Es lohnt sich. Und wenn ich das sage, dann kann man das auch ruhig glauben und nicht “Ja ja” denken.

Hattingen

In Hattingen war dieses Wochenende Panhas-Fest. Panhas ist eine westfälische bzw. rheinische Spezialität. So rheinisch kann sie eigentlich gar nicht sein, denn bisher hab ich noch nie was davon gehört, oder sollte mir da viele Jahre lang was vollkommen entgangen sein?

Panhas ist ein Fleischgericht, das laut Wikipedia ungefähr so entsteht:

Heutiger Panhas besteht aus Hackfleisch, frischer Leber- und Blutwurst, die zusammen mit Zwiebeln und Speck gebraten und anschließend mit Brühe aufgegossen und gewürzt werden. Diese Mischung wird mit Blut und Buchweizenmehl verrührt, eingedickt und dann in fest erkalteter Form zur weiteren Zubereitung angeboten.

Wie das aussieht kann man unten auf den Bildern sehen. Wir haben zwei unterschiedliche Panhas-Gerichte probiert, einmal die Version von Diergardts mit Preißelbeeren und Apfel-Meerrettich und einmal die von Eggers mit Apfelkraut-Senfdipp. Beides kam mit Bratkartoffeln. Insgesamt war die erste Version ein bisschen eleganter, sowohl von den Beilagen als auch vom Panhas her und die Bedienung bei Eggers hätte auch gerne etwas weniger patzig sein können. Trotzdem: Lecker war beides, wenn auch zuviel und für den Spätsommersonnetag fast ein bisschen zu sättigend.

Vom Geschmack her würde ich Panhas am ehesten mit Blutwurst vergleichen, was auch nicht weiter verwunderlich ist.

Panhas I
Panhas II

Nach dieser ordentlichen Portion war nicht mehr viel Hunger für ein weiteres Hauptgericht übrig, also gab’s direkt Nachtisch. Zur Auswahl standen Apfelstrudel, Kaiserschmarren, Stachelbeertörtchen und Blechkuchen. Nach etwas hin und her (Apfelstrudel oder Kaiserschmarren?) wurde der Kaiserschmarren vom Restaurant An der Krüpe gewählt. Auch das war ordentlich bodenständig, nicht spektakulär, aber passend zum Herbstanfang. Außerdem gab’s Himbeerbowle, die ich dann gleich mal mit bestellt habe.

Himbeerbowle und Kaiserschmarren

Zusätzlich zum Panhas-Fest fand noch ein Kunstmarkt und ein Franzosenmarkt statt. Dort konnte man Käse, Wurst, Seife und diverse andere Leckereien kaufen  – oder auch einfach nur probieren. Sogar Andouilette habe ich gesichtet: Mit einem Grinsen auf dem Gesicht, als ich mich an das Andouilette-Debakel vor ein paar Jahren in Lüttich erinnerte. Wer sich fragt, was ich wohl meinen könnte, kann sich ja hier über die Andouilette informieren. Kurz gesagt ist das das bisher einzige Gericht, an dem ich in großem Stil gescheitert bin. Aber wenigstens hab ich’s mal probiert.

Tricolore
Andouilette
Fougasse

Und auch sonst ist es nett in Hattingen. Die Altstadt ist urig schön mit kleinen Cafes und Restaurants mit kleinen Tischen draußen. Und wenn wir nicht schon so satt gewesen wären, dann hätte es vielleicht auch noch eine Waffel geben können. Oder lecker Kuchen. Oder Pfannkuchen. Dann eben demnächst.

Cafe AdeleZur alten Krone

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