Category: Lieblinge

Kindheit und Nostalgiekram: Marillenknödel

Knödel

Die ersten vierzehn Jahre meines Lebens wohnten wir bei meinen Großeltern im Haus. Für die Eltern vermutlich nicht allzu unpraktisch, für mich hauptsächlich schön.

Auch Mittagessen gab es oft bei Oma und Opa, da gab es selbstgemachte Hühnersuppe mit Hühnerherz und allem drum und dran, ganze Forellen lagen in der Küche, an Sankt Martin gab es Lebkuchen und Heiligabend gab es immer Heringssalat (von dem ich nie probiert habe), und wann immer ich wollte gab es das beste Tomatenbrot der Welt.

Und Marillenknödel gab es. Die hießen bei uns auch immer Marillenknödel, obwohl wir ja mit Österreich gar nichts am Hut haben. Man darf also auch meinetwegen Aprikosenknödel sagen, wenn einen das weniger verwirrt.

Aprikosen

Gestern gab es bei uns auch Marillenknödel, so wie ich das von Oma und Opa kenne. Dazu muss man schon mal von vornherein zugeben, dass der Knödelteig ganz simpel von Pfanni kommt, da hatte wohl auch Oma keinen Bock drauf, den selbst zu machen. Das macht die Sache aber umso einfacher und lecker ist es sowieso.

Knödel

Marillenknödel
für 4 Personen

1 Packung Knödelteig halb und halb (für 12 Knödel)
10 bis 12 Aprikosen
10 bis 12 Zuckerstücke
ein gutes Stück Butter
Semmelbrösel
Zucker und Zimt zum Bestreuen

1. Aus dem Knödelteigpulver nach Anweisung Knödelteig herstellen.

2. Aprikosen aufschneiden und entkernen. In die Kernmulde jeweils ein Stück Würfelzucker legen (ich hatte keinen Würfelzucker und hab einfach ein bisschen von der Zimtzucker-Mischung reingebastelt, das ist aber ungleich nerviger).

3. Jeweils ein gutes Stück von dem Knödelteig abstechen, in der Hand flachdrücken und eine Aprikose darin einwickeln und schön festdrücken. Die ganze Aprikose muss mit ausreichend Teig umwickelt sein. (Bei mir reichte es für 11 kleine Aprikosen.)

4. Knödel nach Packungsanweisung kochen.

5. Semmelbrösel mit ein bisschen Butter in einer Pfanne anrösten, beiseite stellen. Kurz bevor die Knödel fertig sind, Butter zerlassen und ebenfalls beiseite stellen.

6. Die Knödel mit zerlassener Butter, gerösteten Semmelbröseln und Zimtzucker servieren, das kann dann jeder so über die Knödel verteilen, wie er es mag. Lecker.

Knödel

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Lieblinge: Mekong Thai in Essen-Holsterhausen

Schild

Mit der asiatischen Küche hat’s das Ruhrgebiet ja nicht so, da muss man deutlich länger suchen als in anderen Städten. Ich wüsste gar nicht, wo bzw. ob es in Essen einen zweiten Thailänder gibt. Aber selbst wenn wäre es fast egal, denn der beste Thai in Essen ist direkt bei uns um die Ecke und das sage ich nicht, weil es der einzige ist, sondern weil das Mekong Thai in Essen-Holsterhausen wirklich ziemlich gute Thai-Küche bietet.

Von außen wirkt das Mekong Thai ein bisschen üsselig, wir haben es damals einfach nur entdeckt, weil wir dauernd Umzugskram in die Wohnung geschleppt haben und das nach der Arbeit und da kriegt man halt auch mal Hunger. Und wenn man schon direkt ein Thai-Restaurant nebenan hat, kann man das ja auch direkt mal testen.

Mittlerweile scheint sich rumgesprochen haben, dass man im Mekong Thai gut essen kann, denn eigentlich ist es immer voll. Eine Reservierung empfiehlt sich also. Als wir nach dem Hochseilgarten nach Hause kommen, haben wir alle ein großes Loch im Bauch und da bietet sich ein Besuch im Mekong Thai doch an.

Drinnen präsentiert sich das Restaurant schon viel weniger üsselig als von außen, schöne schlichte Holzmöbel, ein bisschen Thai-Kitsch und ein riesengroßes Bild von den Inhabern an der Wand. Wir haben Glück und können noch einen Tisch ergattern, “aber nur für zwei Stunden”. Na ja, das reicht ja.

Drinnen

Bild

Die Speisekarte ist wie bei vielen Thai-Restaurants sehr umfangreich, wobei es sich eben hauptsächlich um unterschiedliche Kombinationen Gemüse mit Sauce und Fleisch oder wahlweise Tofu handelt.

Ich nehme die obligatorische Tom Kha Gai zur Vorspeise, Doreen ist entzückt, weil es frische Frühlingsrollen gibt und die Herren teilen sich Satéspieße. Alles ist erwartungsgemäß frisch und lecker. Dazu nehmen wir einen Lychee-Sekt, der zwar etwas süß, aber ebenfalls lecker daher kommt und außerdem prima zum Essen passt.

Tom Kha Gai

Frühlingsrollen

Was ich als Hauptgericht bestelle, hab ich schon wieder vergessen, es ist irgendeines der vielen Gemüse-und-Fleisch-mit-Reis-Gerichte, aber es ist lecker, genau wie die anderen Gerichte. Jeder probiert bei jedem und alles schmeckt gut. Der Mann hat wieder Laab bestellt, sein Lieblingsgericht. Laab, das ist in diesem Fall kleingeschnittenes ganz krosses Entenfleisch mit Minze, roten Zwiebeln und Koriander. Wer mal  etwas jenseits der üblichen Asia-Thai-Kost probieren will und Koriander mag, dem sei dieses Gericht nur wärmstens empfohlen. Ich schnappe mir nicht ohne Grund immer die Reste und mampfe sie glückselig auf. Laab kommt außerdem mit extra Klebreis im Körbchen, macht also auch optisch noch was her.

Essen

Klebreis

Zum Hauptgericht nehme ich Thai-Eistee, auch sowas, für das ich das Mekong Thai liebe. Thai-Eistee ist schwarzer (oft etwas gefärbter Tee) mit Milch, Zucker und Eis. Und ja, es ist ein bisschen süß, aber sehr, sehr lecker. Den Sirup auf der Karte kann ich hingegen nicht so empfehlen, der ist so knallesüß, dass es selbst mir zu süß war (und ich esse bekanntermaßen Nusspli direkt aus dem Becher).

Bier

Kein Eistee, sondern Bier. Der Eistee erwies sich als nicht so dolle fotogen.

Als Nachtisch nehmen wir Kochbananen in Kokosmilch. Das, was ich wollte (Kokosmilchzeugs in Bananenblattkörbchen) ist eh aus. Die Kochbananen schmecken selbst mir als kategorischem Bananenablehner, das liegt aber auch daran, dass Kochbananen in Kokosmilch nicht die Bohne nach Banane schmecken, sondern hauptsächlich lecker.

Kochbananen

Wer also in Essen mal richtig lecker Thailändisch essen möchte, dem sei das Mekong Thai in Holsterhausen nur dringend empfohlen. Auch in anderen Städten, die mit Thai-Restaurants besser ausgestattet sind, habe ich nie das Gefühl gehabt, so authentisch zu essen wie hier. Nun war ich noch nicht in Thailand und kann das deswegen nur raten, aber allein das doch deutlich vom Standard abweichende Angebot, was Getränke und Nachtische angeht, lässt mich zumindest vermuten, dass hier tatsächlich recht nah dran am Original serviert und gekocht wird.

Mekong Thai
Feuerbachstraße 2
45147 Essen
Telefon: 0201/310 77 08

http://www.mekong-thai-kueche.de/

Öffnungszeiten: Di – Do: 12:00 – 15:00 Uhr und 17:00 – 22:00 Uhr, Fr: 12:00 – 15:00 Uhr und 17:00 – 23:00 Uhr, Sa: 17:00 – 23:00 Uhr, So: 17:00 – 22:00 Uhr

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Ostermenü bei Schnitzlers

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Es war mal wieder überfällig und die Ostertage lieferten einen perfekten Anlass: Ein Osterbesuch in Schnitzlers Restaurant in Essen-Byfang (bereits bekannt vom Geburtstagsessen sowie des großen Gänsemenüs im letzten Winter).

Nett wie wir waren, brachten wir gleich schönes Wetter mit Sonnenschein zum Nöckersberg, aber es war leider trotzdem zu kalt, um auf der Terasse zu sitzen. Dafür war ein Tisch direkt am Fenster für uns reserviert, so dass wir drinnen schön im Sonnenschein genießen konnten.

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Statt langer Beschreibungen lasse ich lieber die Bilder sprechen, das sollte ausreichend Appetit machen. In Kurzform: Der erste Spargel der Saison, als Spargelcremesuppe für beide und für den Mann dann auch ganz klassisch mit Kalbsschnitzel, Hollandaise und Drillingen. Dafür hatte ich das schön rosige Lamm mit Rosmarinrisotto und zum Nachtisch gab es Mascarponecreme mit Erdbeeren und Rhabarber.

Los ging’s mit ein bisschen Campari Orange und einem Pestodip mit Brot…

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Dip

Dann folgt auch direkt der Gruß aus der Küche: Gebackene Polenta mit Oliventapenade.

Gruß aus der Küche

Und danach eben das “offizielle” Menü:

1. Gang: Salat vom grünen Spargel und Orangen mit Crevetten in Bärlauchvinaigrette

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2. Gang: Samtige Spargelsuppe mit Süßkartoffelchips

Spargelcreme

3. Gang: Lammrücken an Tomaten-Auberginenkompott, dazu Rosmarinrisotto für mich und Kalbsschnitzel mit Bruchsaler Spargel, Limonenhollandaise und Drillinge für den Mann

Lamm

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Nachtisch: Ein Traum von Rhabarber, Erdbeeren und Mascarpone im Glas

Nachtisch

Dazu gab es eine spritzigen Riesling und zum Hauptgang Rosé für den Mann (sehr ungewöhnlich, aber er wollte die Empfehlung dann doch ausprobieren und war positiv überrascht) und einen leichten Roten für mich.

Wein

Zum Ausklang des Menüs gönnten wir uns einen Espresso, der mit Pralinen und Keksen auf einer Mini-Etagere zum Tisch kam.

Espresso

Kekse

Aber, wie das so geht, war der Nachmittag dann doch noch nicht zu Ende. Nachdem wir schon neugierig das Whiskyregal beguckt hatten (Schottlanderinnerungen und so), machten wir noch einen spontane Mini-Whisky-Verkostung. Besonders der Finlaggan hat es mir angetan, im Gegensatz zu anderen Islay-Whiskys ist der erstaunlich mild, ohne dass das typisch Torfige dabei verloren geht.

Whisky

Wie immer ein äußerst netter und entspannter Nachmittag mit sehr leckerem Essen, oben auf dem Nöckersberg bei Schnitzlers. Genau das richtige für einen sonnigen Ostersonntag.

Tulpen

Schnitzlers
Nöckersberg 65 
45257 Essen
Telefon: 0201 – 84 81 40

http://www.schnitzlers-restaurant.de/

Öffnungszeiten: Mi. – Sa.: 18:00 – 22:00, So.: 12:00 – 21:00

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Amerikanische Pfannkuchen

Pfannkuchenstapel

Unser Lieblings-Glücklichmach-Frühstück: Amerikanische Pfannkuchen mit Ahornsirup und knusprigem Bacon. Wer einmal verstanden hat, wie einfach es ist, die selbst zu machen, braucht auch sicher keine Backmischung mehr.

Ich habe lange an dem Rezept rumgefeilt, bis ich endlich die ultimative Kombination und Herangehensweise gefunden habe. Das Schöne ist, dass man kaum besondere Zutaten braucht und auch keine Waage. Dementsprechend weiß ich allerdings auch nicht genau, wieviel Mehl reinkommt, es ist aber nicht wirklich viel, mit 50 bis 100 Gramm sollte man für zwei Personen auskommen. Der Teig sollte schön dickflüssig sein, mit ein bisschen Gefühl kriegt man das locker ohne genaue Gewichtsangaben hin.

Drei wesentliche Dinge gilt es zu beachten:

  1. Das Ei mit Zucker und Salz wirklich schön schaumig schlagen, das kann auch mal ein paar Minütchen dauern.
  2. Unbedingt Buttermilch und Backpulver verwenden.
  3. Nachher den Teig immer nur kurz verrühren, bis sich die Zutaten gut verbunden haben und dann den Teig noch mal 15 Minuten ziehen lassen. Dann sieht man auch schon, wie sich kleine Bläschen bilden und das soll auch so sein.

Ansonsten ist das Rezept wirklich supereinfach. Und ich hab immerhin lang genug daran herumgetüftelt, als dass ich das guten Gewissens behaupten könnte.

Pfannkuchen

Amerikanische Pfannkuchen
(für 2 Frühstücker)

Für die Pfannkuchen:
1 Ei
1 El Zucker
1 Prise Salz
250 ml Buttermilch
Mehl
1 gehäufter Tl Backpulver
1 gutes Stück (1 bis 2 El) Butter

Butter zum Braten

Zum Servieren:
Butter, Schmand, Ahornsirup, gebratener Bacon

1. Ei mit Zucker und Salz mit dem Handrührgerät in ein paar Minuten schön hell und sehr schaumig schlagen.

2. Buttermilch dazugeben und kurz weiterrühren.

3. Mehl und Backpulver dazugeben, bis ein dickflüssiger Teig entsteht. Butter schmelzen und kurz unterrühren. Teig eine Viertelstunde stehen lassen.

4. Ofen zum Warmhalten auf niedrigster Stufe anstellen. In einer Pfanne Butter zerlassen und in kleinen Portionen Pfannkuchen backen. Dazu eine Kelle Teig in die Pfanne geben und backen lassen, bis sich oben Blasen bilden. Pfannkuchen wenden und kurz auf der anderen Seite goldbraun backen. Den fertigen Pfannkuchen zum Warmhalten in den Ofen befördern.

5. Pfannkuchen nach Geschmack mit Butter, Schmand und/oder Ahornsirup servieren. Dazu leckeren knusprigen Bacon. Fertig ist das Glücklichmachfrühstück.

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Jankas Lokal und Biergarten in Dortmund

Jankas Lokal & Biergarten

Ich bin ja Janka-Fan. Das fing damit an, dass Janka Thiemann auf der GourmeDo 2011 auf dem Dortmunder Friedensplatz als Gastköchin am Stand eines anderen Restaurants das mit Abstand beste Essen servierte. Auch dem Mann war sofort klar: Müssen wir uns merken, da müssen wir nämlich unbedingt hin.

Schon beim ersten Mal waren wir begeistert. Janka Thiemann serviert bodenständige französische Bistro-Küche. Die Karte wechselt wöchentlich und zwar mehr oder weniger komplett, es lohnt sich also, gelegentlich mal im Internet nachzusehen, was es denn diese Woche gibt.

Und weil wir ja eh schon in Dortmund waren (siehe hier), haben wir dann auch noch schnell einen Abstecher in den Dortmunder Norden gemacht, um mal wieder in Jankas Lokal vorbeizuschauen.

Jankas Lokal & Biergarten

Jankas Lokal & Biergarten

Jankas Lokal liegt etwas versteckt in der Braunschweiger Straße, und man bekommt direkt den Charme eines französischen Bistros zu spüren. Karierte rote Deckchen auf den Tischen, Kerzen und Blumen. An der Wand hängt (ebenfalls wechselnde) Kunst und im Hintergrund läuft durchgehend französische Musik. Hach. Schön.

Da die Karte recht übersichtlich ist, haben wir uns schnell entschieden. Zur Vorspeise die Dordogner Creme mit Brot, dann einmal Kalbstafelspitz mit Bouillonkartoffeln und Wurzelgemüse und einmal das Fondue Fermé und Forêt mit Aprikosenaioli und Polenta.

Zunächst kommt aber der Gruß aus der Küche: Rote Bete und Apfel mit Matjestatar. Und selbst ich, die immer noch unschlüssig ist, was Rote Bete angeht und auch keinen großen Hang zu Matjes und Konsorten hat, muss sagen: Wirklich, wirklich lecker.

Während wir noch mit dem Küchengruß beschäftigt sind, wird auch schon die Dordogner Creme gebracht, eine Walnusscreme, wie wir schon vorher erfragt haben. Auch die ist richtig lecker, auch wenn man vielleicht nicht ganz so viel Brot dazupacken sollte. (Luxusprobleme, ich weiß.)

Jankas Lokal & Biergarten

Jankas Lokal & Biergarten

Während ich mich für einen Rotwein entschieden habe, hat der Mann, der die Woche noch krank im Bett lag, den “Kanada Aktiv” bestellt, ein unglaublich tolles Getränk, das aus Zitronenlimonade, Ahornsirup und Chilipulver besteht, also genau das richtige zum Wieder-Fit-Werden.

Jankas Lokal & Biergarten

Dann kommen die Hauptgerichte, das Fondue-Fleisch für mich und den Kalbstafelspitz für den Mann. Die Aprikosenaioli ist schon mal super, die Polenta für mich fast ein bisschen zu klebrig (wobei ich gerade bei Polenta nie so richtig weiß, ob das möglicherweise einfach so soll). Zwar wurde uns erklärt, was an Fleisch auf dem Teller liegt (vom Land und aus dem Wald eben), aber ich habe wohl nicht zugehört. Geraten sind es ein bisschen was vom Schwein, ein kleines Lammhack-Röllchen (sehr lecker) und etwas Geflügeliges. Alles sehr gut, zusätzlich noch mit etwas Möhren und Schalotten.

Die Polenta würde ich gerne gegen die Bouillon-Kartoffeln des Mannes eintauschen und dementsprechend stibitze ich da auch ein paar vom Teller. Auch er ist hochzufrieden mit dem, was auf dem Teller ist.

Leider ist es auch zu viel und wir müssen die Teller noch zumindest viertelvoll zurückgeben. Das ist aber auch der einzige Kritikpunkt, und wie wir erfahren, waren in der Woche wohl schon ausreichend gute Esser da, die diese Teller ratzeputz geleert haben. Liegt also vielleicht doch an uns.

Jankas Lokal & Biergarten

Jankas Lokal & Biergarten

Zum Nachtisch gibt es Mokkacreme mit Pistazienfudge und Mousse au semoule (also Grießmousse, wenn mein Französisch mich hier nicht im Stich lässt) mit Zwetschgenröster. Für den Mann ist damit die Entscheidung automatisch getroffen, denn er reagiert auf Zwetschgenröster ähnlich pawlowsch wie ich auf Linsen oder Himbeeren. Wenn das dabei ist, muss es probiert werden.

Auch hier sind die Teller mit zusätzlich viel Sahne gut gefüllt, so dass ich etwas von der Mokkacreme übrig lassen muss, aber das ist auch die einzige Beschwerde. Meinetwegen muss auch keine Sahne, aber ich weiß aus Erfahrung, dass da die Präferenzen sehr unterschiedlich sind – und der Mann lässt auch kein Fitzelchen übrig, weder vom Grießmousse, noch von den Zwetschgen, noch von der Sahne.

Jankas Lokal & Biergarten

Jankas Lokal & Biergarten

Mit vollen Bäuchen sitzen wir also noch ein bisschen glückselig rum, trinken Minztee und “Kanada Aktiv” und machen uns schließlich wieder auf den Weg nach Hause.

Schade, dass Jankas Lokal nicht bei uns um die Ecke ist, sonst wären wir sicher öfter da. Aber vielleicht ist das auch gut so, denn so bleibt es etwas Besonderes und wir lassen uns gerne von der kleinen Wochenkarte überraschen. Es ist alles so schön bodenständig und unaufgeregt, das Lokal, die Mitarbeiter und das Essen. Und eben auch sehr lecker.

Jeden dritten Sonntag im Monat gibt es auch ein “Monatsmenü”, für das man aber schnell reservieren sollte. Das für März ist schon ausverkauft. Was es geben würde, wenn man eine Reservierung ergattert hätte, das kann man auch auf der Webseite nachlesen.

Jankas Lokal & Biergarten

Jankas Lokal und Biergarten
Braunschweiger Straße 22
44145 Dortmund
Telefon: 0231/84 04 606

http://www.jankas-lokal.de/

Öffnungszeiten: Di – Sa: 18 – 23 Uhr

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Lieblingsrestaurant: Chili House in Essen

Chili Huhn

Das Chili House auf der Rü gehört vielleicht schon nicht mehr zu den Geheimtipps, verdient aber trotzdem eine besondere Erwähnung und gehört auf jeden Fall zur Kategorie “Lieblingsrestaurant”. Erstens, weil es so nett ist, zweitens, weil es so lecker ist, drittens, weil es trotzdem so unprätentiös daherkommt und viertens, weil es auch noch in der Nähe ist. Na ja gut, letzteres ist eher ein angenehmer Bonus, aber es ist halt so schön praktisch.

Offene Küche

Das Chili House bietet die so genannten Asian Fusion Küche, was mehr oder weniger bedeutet, es ist halt kein Japaner, oder ein Thailänder oder Koreaner, sondern irgendwas von allem und irgendwas dazwischen. Prinzipiell würde mir sowas ja Angst machen, da bin ich ein bisschen Purist und finde es beruhigender, wenn ein Restaurant sich auf eine bestimmte Küche spezialisiert. Beim Chili House funktioniert es aber, das liegt vielleicht auch daran, dass man es nicht übertreibt. Sushi zum Beispiel sucht man vergeblich, dafür gibt es allerdings Miso-Suppe und Spießchen vom Grill.

Kroepoek

Zunächst einmal gibt es immer ein Portion sehr leckeres Kroepoek. Das kommt hier nicht weiß und tendenziell pappig daher, sondern ist schön goldbraun mit eingebackenen Chilistückchen. Für mich das beste Kroepoek, das ich (bislang) bekommen habe und auf das ich mich dann auch bei jedem Besuch ein bisschen freue.

Standardmäßig nehme ich zur Vorspeise Tom Kha Gai, einfach, weil ich diese Suppe so liebe und sie im Chili House auch wirklich lecker ist. Serviert wird sie in hübschen mintgrünen Schälchen mit Deckel, darin dann die heiße Suppe mit Tomaten, Champignons, Hühnchen, Chili und mehr.

Tom Ga Gai

Danach bin ich leider immer schon ein bisschen vollgefuttert, aber es ist äußerst schwer, auf meine geliebte Tom Kha Gai zu verzichten, wenn ich denn schon mal im Chili House bin (bzw. überhaupt irgendwo, Tom Kha Gai FTW!).

Im Prinzip haben wir uns zu zweit (und gelegentlich noch mit Begleitung) im Chili House schon durch die halbe Speisekarte gefuttert. Generell kann man sagen, dass die Gerichte im Chili House ohne viel Chichi und unnötigem Trara auf den Tisch kommen. Die Udon-Suppen sind lecker, durchaus sättigend, allerdings schwankt die Qualität wohl ein bisschen tagesabhängig. Die Gyoza-Taschen mit Ente sind wunderbar würzig, die Reis- und Nudelpfannen sind oft sehr einfach, aber lecker.

Favorit bleiben ein bisschen die (Thai-orientierten?) Fleisch-und-Gemüse, die oft in Tontöpfen und mit Reis serviert werden. Das erste Bild in diesem Beitrag ist das Chili-Huhn mit Gemüse und Erdnüssen, das leicht rauchig schmeckte. Zusätzlich hatten wir “Das gute Huhn vom Thailänder” mit Gemüse in Kokosnusssoße.

Thailänder Huhn

Chili House innen

Auch die Nachtische können sich sehen lassen. Mein Favorit sind ja die “Milkybällchen” mit Erdnussfüllung und Kokosmantel. Furchtbar süß sind die, aber unglaublich lecker. Aber ähnlich lecker (und mal wieder etwas, was ich eher vom Japaner kenne) sind die Reismehlkugeln (daifuku eben) mit Roter-Bohnen-Füllung und – vielleicht nicht ganz stilecht, aber was soll’s – mit Vanilleeis und Sahne angerichtet.

Reisbällchen

Der Service im Chili House ist super nett, die Einrichtung recht zurückgehalten. An so manchem Freitagabend war es schon mal so voll, dass wir auf einen Tisch warten mussten. Reservierung ist vielleicht nicht zwangsweise nötig, wer aber unbedingt sicher gehen will, sollte nicht darauf verzichten. Denn auch wenn das Chili House von außen fast unscheinbar wirkt, scheint sich mittlerweile rumgesprochen zu haben, dass man hier sehr lecker asiatisch essen kann.

Kerzchen

Chili House
Rüttenscheider Straße 49
45128 Essen
Telefon:  0201 -879 19 889

Öffnungszeiten: täglich ab 12 Uhr

http://www.chillihouse-essen.de/

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Geburtstagsmenü bei Schnitzlers

Schnitzlers Geburtstag

Ich bin ja eher bescheiden, was Geburtstagswünsche angeht. Dieses Jahr hatte ich eigentlich hauptsächlich zwei. Der erste war ein gemütliches unkompliziertes Menü in unserem Lieblingsrestaurant, Schnitzlers in Essen-Byfang. Zu dem zweiten komme ich später.

Ursprünglich war das Essen für abends geplant. Da aber das Wetter so wunderbar war und Schnitzlers auch eine schöne Sommerterrasse haben, wurde die Reservierung spontan auf nachmittags verschoben. Und eine gute Idee war das. Da zurzeit noch das Restaurant-Karussell läuft, haben wir uns für die Fünf-Gang-Variante des offiziellen Karussell-Menüs entschieden. Überhaupt haben wir die letzten paar Male immer das Überraschungsmenü genommen.

Schnitzlers Sommerterrasse

Das Menü liest sich so:

Lauwarmer Salat von Strauchtomaten und Rinderfilet mit
gepfeffertem Peccorino gratiniert

Cremesuppe vom Blattspinat mit
gerösteten Kokoschips

Lachsforellenfilet im Strudelteig gebacken,
leichte Meerrettich-Beurre blanc und
Zwiebellauch-Möhrengemüse

Barbarie Entenbrust an Steinpilzsauce
mit Kürbis-Kartoffelrösti

Zwetschgentarte mit Macadamianuss Eis und Zimtsabayone

Bei vier Gängen darf man sich zwischen dem Lachsforellenfilet und der Entenbrust entscheiden. Aber es gab ja was zu feiern, also gab es ausnahmsweise mal das volle Programm.

Und so sah das Ganze im Detail aus…

Joghurt-Kürbis-Mandel-Dip

Gestartet wurde wie üblich mit etwas Brot und einem frischen, saisonalen Dip. Dieser hier war ein Joghurt-Kürbis-Mandel-Dip.

Antipasti

Weiter ging es mit dem berühmten Gruß aus der Küche, diesmal quasi eine Mini-Antipasti-Platte mit Salami, Schinken, Aioli und Oliven. So hatten wir schon zwei – wenn auch kleine – Gänge, bevor es mit dem eigentlichen Menü überhaupt angefangen hatte.

Warmer Tomatensalat

Nun ging es aber los mit dem ersten “offiziellen” Gang: Lauwarmer Salat von Strauchtomaten und Rinderfilet mit gepfeffertem Pecorino gratiniert. Für Tomatenfans wie mich kann man da sowieso nichts falsch machen, aber auch so war es ein sehr erfrischender Einstieg. Außerdem gab’s die erste Runde Kräuterraten für den Mann: Was haben wir da oben drauf liegen? Richtig, Rosmarin.

Spinatcremesuppe

Vor dem zweiten Gang hatte ich ja etwas Angst. Spinat ist nicht so was für mich und ich hatte schon befürchtet, dass sich das auch bei der Cremesuppe vom Blattspinat mit gerösteten Kokoschips als Problem erweisen könnte. Tat’s aber nicht. Die Suppe war superlecker, erst recht in der Kombi mit den Kokoschips, die den Mann außerdem noch an Brasilien erinnerten. Klar, da gibt’s ja auch an jeder Ecke frische Kokosnüsse zu kaufen.

Lachsforelle

Als nächstes kam der Fischgang: Lachsforellenfilet im Strudelteig gebacken, leichte Meerrettich-Beurre blanc und Zwiebellauch-Möhrengemüse. Am besten gefiel mir hier die Beurre blanc, die schön würzig nach Meerrettich schmeckte und die Tatsache, dass der Lachs in Strudel- und nicht in Blätterteig gewickelt war. Mal abgesehen davon, dass es auch insgesamt lecker war und die Portion die richtige Größe hatte – also ausreichend, um sich zu freuen, aber nicht so viel, dass man danach schon pappsatt ist. Und was haben wir oben liegen? Richtig, Petersilie.

Mango-Sorbet

Als kleiner Zwischengang folgte ein Mangosorbet mit Brombeeren und… was ist das Grüne da?… Eben: Thymian. Schmeckte auch sehr lecker zu dem Fruchtsorbet und erinnerte mich daran, dass man auch aus Thymian, Rosmarin und Basilikum herrliche Sorbets und Granités zaubern kann.

Entenbrust

(Man sieht an dann Bildern schon, wie die Sonne sich so langsam unter der Markise durchdrängelte…) Es folgte Hauptgang Numero 2: Die Barbarie Entenbrust an Steinpilzsauce mit Kürbis-Kartoffelrösti. Hier gefiel mir überraschenderweise das Rösti am besten – davon hätte ich gleich noch ein zweites genommen. Lag aber nicht daran, dass mit der Ente irgendwas falsch gewesen wäre im Gegenteil – aber das Rösti hatte mich wohl einfach mit seiner Einfachheit überzeugt.

Zwetschgentarte

Und hiermit sind wir schon fast am Ende angekommen, nämlich bei der Zwetschgentarte mit Macadamianuss-Eis und Zimtsabayone. Ich wiederhole noch mal: Zwetschgentarte mit Macadamianuss-Eis und Zimtsabayone. Und so lecker wie’s war, schmeckte es auch. Die Zwetschgentarte schön fruchtig und sauer, dazu herrlich süßes Eis und zimtige Sabayone. Mit Zimt kriegt man mich ja eigentlich auch immer. Und mit Zwetschgen sowieso.

Das war nun das gesamte Menü. Wer auch will, kann noch bis zum einschließlich 16. Oktober das gleiche genießen. Also Beeilung! Ansonsten lohnt sich ein Besuch aber auch sonst immer.

Und zwar muss man da zu:

Schnitzlers
Nöckersberg 65
 45257 Essen (Byfang)

Telefon: 0201 / 84 81 40
http://www.landhaus-schnitzler.de/ 

Rotwein

Der zweite Wunsch war übrigens einmal Kochen mit Jeannette Schnitzler. Dazu steht auch ein kleiner Hinweis in der Speisekarte, den ich bei einem Besuch entdeckt hatte: Jeannette Schnitzler kann man auch buchen, um ein bisschen was übers Kochen und allem was dazugehört zu lernen. Der Gutschein erwartete mich schon am Tisch, als wir ankamen. Was das dann genau gibt, weiß ich noch nicht. Das wird noch besprochen und dann demnächst irgendwann in die Tat umgesetzt. Ich bin schon gespannt und freu mich drauf – wie man auf dem letzten Bild eindeutig erkennen kann.

Anne

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